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Ein Unternehmen stellt Tiny Houses her, um die Obdachlosenkrise in den USA zu bekämpfen – so sieht das Tiny Village aus

 - Copyright: Brittany Chang/Insider
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Größer ist nicht immer besser – das zeigt das steigende Interesse an Tiny Houses. Während der Coronapandemie sind die Verkäufe minimalistischer Häuser in die Höhe geschossen. Einige Besitzer wollen auf kleinerem Raum wohnen, andere benötigen ein Remote Office, also quasi ein externes Arbeitszimmer.

Mittlerweile sind Tiny Houses so beliebt, dass man genauso viel für sie zahlt wie für ein normalgroßes Familienhaus – ein 30 Quadratmeter großes Tiny House in Santa Cruz, Kalifornien wurde 2021 für eine Million US-Dollar verkauft.

Doch die kleinen Häuser sind – wie es in den sozialen Netzwerken vielleicht scheint – nicht nur etwas für wohlhabende Influencer mit großen Hinterhöfen oder Unternehmer. Denn mittlerweile gibt es Initiativen, die die Tiny Houses denen zur Verfügung stellen, die sie am meisten brauchen: Menschen ganz ohne jeglichen Wohnraum. Seht hier, wie ein Tiny House Village im US-Bundesstaat Washington für Obdachlose aussieht:

 - Copyright: Brittany Chang/Insider
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Tiny House Villages sind vor allem in den USA ein beliebtes Mittel, um Obdachlosen eine Unterkunft zu bieten, bis sie langfristige Wohnmöglichkeiten gefunden haben. Das Unternehmen „Pallet“ produziert dafür massenweise kleine Häuser, die in wenig Zeit aufgebaut werden können.

Die Tiny Houses wurden entworfen, um Obdachlosen kurzfristig ein Dach über dem Kopf bieten können

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Aktuell fertigt das Unternehmen Tiny Houses an, die entweder sechs oder neun Quadratmeter groß sind. Auch Waschräume und Büros werden in der Fabrikhalle in Everett, Washington, hergestellt. Nach der Fertigstellung werden die Einheiten flach verpackt und zum Dorf transportiert. Etwa eine Stunde dauert der Aufbau, dann sind die kleinen Häuser von Pallet bereit, ihre ersten Bewohner zu empfangen.

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Das kleinste „Pallet 64“ kostet etwa 7500 Euro.

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Diese Häuser sind in den meisten Tiny Villages in den USA zu finden. Sie werden oft von gemeinnützigen Organisationen und der Regierung bezahlt. Man kann sich die Häuser wie Wohnungen im Studentenwohnheim vorstellen, in denen ein bis zwei Menschen schlafen können.

In den Tiny Häusern gibt zwei Meter hohe Decken, Fenster und viel Stauraum ...

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... sowie Steckdosen und einen kleinen Schreibtisch, der sich zu einem weiteren Bett umbauen lässt

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Außerdem gibt es isolierte Wände und eine Tür zum Abschließen

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Für Menschen, die es gewohnt sind, auf der Straße zu leben, sind abschließbare Türen eine wichtige, aber bisher unbekannte Form von Sicherheit. „Eine verschließbare Tür kann manchmal den Unterschied ausmachen zwischen der Akzeptanz von Hilfe, um von der Straße wegzukommen, und einem Schritt in Richtung einer dauerhaften, betreuten Unterkunft“, sagte Rowan Vansleve, CFO der Hope of the Valley Rescue Mission, 2021 im Interview mit Business Insider.

Die gemeinnützige Hope of the Valley Rescue Mission nutzt die Unterkünfte von Pallet auch, um in ganz Los Angeles farbenfrohe, millionenschwere Dörfer aus kleinen Häusern zu errichten. Wie das Dorf aussieht, könnt ihr hier sehen.

Das Tiny Village in Washington bietet Bewohnern auch Verpflegung, Bäder, Duschen und einen Sozialdienst, der beispielsweise eine Suchtberatung anbietet.

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Diese ganzheitliche Betreuung in Verbindung mit einem privaten – wenn auch winzigen – Haus soll den Bewohnern die Möglichkeit geben, sich auf eine dauerhafte und stabile Wohnsituation vorzubereiten.

Einige der Tiny House Villages sind nur temporär – zum Beispiel das in Everett.

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Aber die Tiny Houses können über zehn Jahre halten. Und wenn der Vertrag eines Standorts ausgelaufen ist, können die Häuser in weniger als einer Stunde auf einen Tieflader gehoben oder demontiert werden, um zu einem neuen Standort gebracht zu werden.

Die Pallet-Häuser sind natürlich nicht die einzige Lösung gegen die Obdachlosenkrise.

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Das traditionelle System der Sammelunterkünfte ist in den USA sowie in Deutschland derzeit am weitesten verbreitet. Und diese sind weiterhin sehr wichtig. Denn jede Art von Unterkünften wird gebraucht, um Obdachlosen ein kurzzeitiges Dach über dem Kopf bieten zu können. Sammelunterkünfte zu bauen, dauert allerdings deutlich länger, als die Tiny Houses von Pallet aufzustellen.

Und laut Amy King, der Geschäftsführerin von Pallet, fühlen sich viele obdachlose Menschen in diesen Gemeinschaftsunterkünften nicht wohl, zum Beispiel aufgrund von Covid, aber auch aufgrund traumatischer Erfahrungen, die durch das Leben Sammelunterkünften getriggert werden könnten. Durch den Bau der Tiny Houses will Pallet Menschen eine „würdigere“ Option bieten, die sonst vielleicht die Hilfe in einer Gemeinschaftsunterkunft ablehnen würden.

Bisher ist das Modell des Unternehmens in den USA sehr erfolgreich.

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Es gibt bereits mehr als 100 Pallet Unterkünfte, in denen bisher über 2000 Menschen gewohnt haben. Sie sind in verschiedenen Bundesstaaten wie Texas, Colorado, Hawaii und New Jersey verteilt. Pallets Pressesprecher Josh Kerns schrieb Business Insider in einer E-Mail, dass die Auslastung „im Allgemeinen bei fast 100 Prozent liegt (anekdotisch)“.

In vielen Tiny Villages gibt es mittlerweile eine Warteliste.

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„Städte, die dieses neue Modell ausprobieren, haben viel höhere Akzeptanzquoten bei Personen, die traditionell keine Dienste in Anspruch nehmen und keine Hilfe [in einer Gemeinschaftsunterkunft] wollen“, so King zu Business Insider. „Wenn man ihnen eine individuelle Unterkunft in einer größeren Gemeinschaft anbietet, werden sie die Hilfe eher akzeptieren“, sagt sie.

Dieser Text wurde von Hendrikje Rudnick aus dem Englischen übersetzt. Das Original findet ihr hier.