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Friedrichshain: Nach tödlichem Unfall: Experte kritisiert Pop-up-Radwege

Berlin. Wieder ein Lkw, wieder beim Rechtsabbiegen: Erneut ist auf diese Weise am Mittwoch eine Radfahrerin auf Berlins Straßen ums Leben gekommen. Ein Lkw-Fahrer überrollte beim Einbiegen von der Petersburger in die Mühsamstraße in Friedrichshain die 62-Jährige mit seinem Laster. Bereits zum achten Mal starb damit in diesem Jahr ein Radfahrer auf Berlins Straßen. Und doch ist der Fall ein Novum: Erstmals kam eine Person unmittelbar an einem der neuen Pop-up-Radwege ums Leben.

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Angelegt wurden diese in den vergangenen Wochen, um das Radfahren in Berlin kurzfristig sicherer zu machen. Genau diesen Effekt bezweifelt Siegfried Brockmann, Leiter der Unfallforschung der Versicherer. Die breiten, provisorischen Radwege würden Sicherheit für Radfahrer nur vorgaukeln. Zwar seien Radfahrer so schneller und komfortabler unterwegs, „aber sie geben auf die Kernfrage gar keine Antwort: Wie mache ich die Kreuzungen und Einmündungen sicherer.“

Über zwei Drittel der Unfälle, so Brockmann, fänden nicht auf freier Strecke sondern an Kreuzungen und Grundstückseinfahrten statt. Die blieben bei den provisorischen Radwegen unberücksichtigt. Gelöst werden könnte das Problem nur mit einem Umbau von Kreuzungen und geänderten Ampelschaltungen. Sein Urteil: „Der Pop-up-Radweg ist nicht a priori ein Gewinn.“ Gerade dadurch, dass die neue Infrastruktur zu...

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