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UN-Klimakonferenz: Afrikas Bauern und Indigene fordern Agrar-Umbau

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GLASGOW (dpa-AFX) - Vertreterinnen afrikanischer Kleinbauern und indigener Gemeinschaften haben auf der Weltklimakonferenz in Glasgow einen nachhaltigen, klimafreundlichen Umbau der Landwirtschaft gefordert. Elizabeth Nsimadala, Präsidentin der Föderation ostafrikanischer Bauern und des panafrikanischen Bauernverbands, sagte, sie spreche für 80 Millionen Bauern, die mehr als 800 Millionen Menschen ernährten. Oft kämen die Landwirte aber selbst kaum über die Runden - auch weil vom Klimawandel beförderte Dürren immer öfter Böden austrockneten oder Naturkatastrophen Ernten vernichteten.

"Zu viele von uns hungern jeden Tag", sagte die Bäuerin aus Uganda. Die Selbstmordrate sei so hoch wie in kaum einem anderen Berufsstand

- und steige noch. Das Agrarsystem stehe vor dem Kollaps, warnte sie.

"Unsere Böden sterben." Kleinbauern im Osten Afrikas brauchten daher internationale Unterstützung.

Die Sonderberichterstatterin der Vereinten Nationen für die rechte indigener Völker, Victoria Tauli-Corpuz, sagte, sie kümmere sich um rund 500 Millionen Menschen in etwa 90 Staaten, die etwa 80 Prozent der verbliebenen Biodiversität weltweit beschützten. Doch brauchten diese Unterstützung, weil industrielle Agrarbetriebe viele Indigene aus ihrer Heimat vertrieben. 500 Millionen Hektar Wald würden jedes Jahr zerstört, um Agrarprodukte anzubauen. Man könne von Indigenen viel lernen, ihnen sei sogenanntes "Superfood" wie Quinoa lange vertraut. "Wir wissen, wie man Lebensmittel so anbaut, dass man das Natur-Kaptal der Erde erhält. Wir tun dies seit Jahrtausenden."

Der Agrarsektor zählt heutzutage zu den größten Quellen klimaschädlicher Treibhausgase. Fast die Hälfte davon wird frei, weil Wälder zu Acker- und Weideland umgewandelt und Moore trockengelegt werden oder Biomasse verbrannt wird. Die andere Hälfte stammt aus der Landwirtschaft selbst.

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