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Umweltpreis verliehen: Steinmeier fordert entschlossenen Klimaschutz

·Lesedauer: 2 Min.

DARMSTADT (dpa-AFX) - Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat bei der Verleihung des Deutschen Umweltpreises ein schnelleres und entschlosseneres Handeln beim Klimaschutz angemahnt. Verheerende Regenfälle in Mitteleuropa sowie sengende Hitze und Waldbrände am Mittelmeer hätten auch den letzten Skeptikern gezeigt, dass der Klimawandel in Europa angekommen sei, sagte Steinmeier am Sonntag bei einem Festakt in Darmstadt. Er übergab bei der Feier den mit insgesamt 500 000 Euro dotierten Preis an die Frankfurter Wissenschaftlerin Katrin Böhning-Gaese und den Greifswalder Forscher Hans Joosten. Der Preis der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) gehört zu den höchstdotierten Umweltauszeichnungen Europas.

Die Pandemie und auch das jüngste Hochwasser in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen habe uns spüren lassen, wie verletzlich wir sind, sagte Steinmeier. "Sie haben uns begreifen lassen, dass wir uns sehr in Sicherheit gewiegt haben, dass wir nicht weitermachen können wie bisher." Die Preisträgerin und der Preisträger würden vor Augen führen, dass wir nicht hilflos am Abgrund stehen. "Es gibt keinen Grund, in Angst zu erstarren und auf die Apokalypse zu warten."

Demokratische Politik müsse sich auch denen zuwenden, die bei einem solchen Wandel hin zu mehr Klimaschutz nicht so leicht Schritt halten könnten. "Nur wenn wir Kosten und Gewinne des ökologischen Umbaus fair verteilen, werden wir Veränderungen vermutlich gemeinsam voranbringen", sagte der Bundespräsident. Aber nicht nur die Politik müsse jetzt handeln. Es brauche mehr Forschung, die Grundlagen lege für politische Debatten, die aber auch neue Technologien und Anwendungen entwickele.

Die Direktorin des Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrums in Frankfurt, Böhning-Gaese, sei bestrebt, Umweltveränderungen in Ökosystemen in den nächsten Jahrzehnten so genau wie möglich vorherzusagen, teilte die Stiftung mit. Der Greifswalder Wissenschaftler Joosten wurde für seine jahrzehntelange Forschung zur Bedeutung der Moore für den Klimaschutz ausgezeichnet. "Beide wecken Bewusstsein dafür, was alles nötig ist, um die biologische Vielfalt zu erhalten und die Erderwärmung zu stoppen", sagte Steinmeier.

"Biologische Vielfalt ist für uns Menschen Existenzgrundlage", sagte Böhning-Gaese. Die Artenvielfalt gehe vor allem durch die Agrarlandschaft zurück. Es brauche hier mehr Ökologisierung der konventionellen Landwirtschaft. Wir brauchen eine Agrarwende. Nach Angaben des DBU-Generalsekretärs Alexander Bonde sind weltweit von rund acht Millionen Tier- und Pflanzenarten rund eine Million vom Aussterben bedroht.

"Die Moore sind deshalb so wichtig, weil sie immense Kohlenstoffvorräte haben", sagte Joosten. Wenn man ein Moor entwässere, werde in großen Mengen das für den Klimawandel verantwortliche Kohlendioxid freigesetzt. In Deutschland seien bereits fast alle Moore entwässert. Seine Devise sei: "Moor muss nass und zwar sofort."

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