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Um die Klimaziele zu erreichen: 25 Millionen Euro für das Hamburger Startup Novocarbo

Novocarbo Geschäftsführung Venna von Lepel, Caspar von Ziegner und Sven Wissebach vor dem Carbon Removal Park in Grevesmühlen. - Copyright: Novocarbo
Novocarbo Geschäftsführung Venna von Lepel, Caspar von Ziegner und Sven Wissebach vor dem Carbon Removal Park in Grevesmühlen. - Copyright: Novocarbo

Das Hamburger Clean Tech Startup Novocarbo hat eine Wachstumsfinanzierung in Höhe von 25 Millionen Euro von Swen Capital Partners erhalten. Der französische Infrastruktur-Investor fokussiert sich auf europaweite Investitionen in nachhaltige Geschäftsmodelle. Es handele sich dabei um die erste externe Finanzierungsrunde für Novocarbo, so CEO Caspar von Ziegner.

Vergangenes Jahr hat Novocarbo bereits staatliche Unterstützung im Rahmen des Projektvorhabens „Silver-Lining“ erhalten. Dabei ging es um Lösungen für zukunftsorientierte PV-Fertigung, in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut. Zudem zählt auch Obotritia Capital, das Family-Office vom Promi-Investor Rolf Elgeti, zu den Gesellschaftern des Hamburger Startups.

Den Umgang mit Kohlenstoff neu denken

Novocarbo baut und betreibt Carbon Removal Parks, die Kohlenstoff aus der Atmosphäre entnehmen und speichern. Mithilfe von Technologie wird Kohlenstoff in Pflanzenkohle (Biochar) umgewandelt, die beispielsweise als Bodenverbesserer in der Landwirtschaft, als Rohstoffersatz oder als innovatives Baumaterial eingesetzt wird. Außerdem entsteht bei dem Prozess klimaneutrale Überschussenergie. Diese kann als „Heat-as-a-Service“-Leistung an Unternehmen oder Stadtwerke verkauft werden.

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Heißt konkret, Novocarbo entsorgt kein CO₂, sondern macht den Kohlenstoff nutzbar. Daher auch der Name: Novo für Neu, und Carbo für Kohlenstoff. „Wir müssen neu denken, wie wir mit Kohlenstoff umgehen“, so von Ziegner. Zusätzlich können Unternehmen über die Handelsplattformen Carbonfuture und Puro.earth Carbon Removal Zertifikate von Novocarbo erwerben. Zu den Zertifikatskunden gehören beispielsweise die Schweizerische Rückversicherungs-Gesellschaft Swiss Re und der Hamburger Impact Investor Planet A Ventures.

200 Carbon Removal Parks bis 2033

2018 hat Novocarbo die erste Anlage zur Kohlenstoffentnahme gebaut. Aktuell befinden sich zwei Carbon Removal Sites und ein Carbon Removal Park in Betrieb. Eine von den Anlagen wurde speziell für den bestehenden Industriestandort in Dortmund von Thyssen Krupp, Rothe Erde, entwickelt. „Unsere Industriepartner nutzen in solchen Fällen die Wärme, wir können Reststoffe mit verwerten und kümmern uns dann um den Vertrieb der Pflanzenkohle und der Carbon Removal Zertifkate“, beschreibt von Ziegner die Partnerschaft mit Thyssen Krupp. Mit dem frischen Kapital will Novocarbo den europaweiten Ausbau der Carbon Removal Parks vorantreiben. Konkret sollen 200 Carbon Removal Parks bis 2033 errichtet werden.

„Mit dem neuen Design der Carbon Removal Parks, können wir über 6000 Tonnen je Standort jährlich aus der Atmosphäre ziehen“, erklärt von Ziegner. Das schaffe in Deutschland bis jetzt kein anderes Carbon Dioxide Removal (CDR) Unternehmen. Um das in Relation zu setzen: Ein Bundesbürger stößt im Jahr durchschnittlich 10,5 Tonnen CO₂ aus. Also beseitigt ein Carbon Removal Park von Novocarbo jährlich den CO₂-Fußabdruck von rund 570 Bundesbürgern. Das reicht nicht, um die Klimaziele bis 2050 erreichen zu können. Daher werden Carbon Removal und Carbon Avoidance Produkte, wie erneuerbare Energien, laut von Ziegner benötigt. „Wir müssen unseren CO₂-Fußabdruck herunterkriegen – also so viel Emissionen reduzieren wie möglich – und trotzdem noch was aus der Atmosphäre ziehen, um die Klimaziele zu erreichen“.

Erst Europa, dann Nordamerika

Novocarbo wurde 2017 in Hamburg gegründet. Geleitet wird das Unternehmen von CEO Caspar von Ziegner, CFO Sven Wissebach und CCO & CMO Venna von Lepel. Aktuell beschäftigt das Hamburger Clean Tech Startup 35 Mitarbeitende. Das Kapital soll auch genutzt werden, um das Team zu erweitern. Denn die nächsten Projekte sollen in ganz Europa, und dann auch Nordamerika, realisiert werden. „Wir haben zwar bereits Pläne für den nordamerikanischen Markt, aber aktuell liegt erstmal der Fokus auf Europa und Deutschland“, beschreibt von Ziegner die Expansionspläne des Unternehmens.