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Tui-Chef begrüßt Klage gegen Zwangsquarantäne

·Lesedauer: 2 Min.

Tui-Chef Fritz Joussen begrüßt das vom Veranstalter Bentour angestoßene Verfahren gegen eine Zwangsquarantäne für Rückkehrer aus Risikogebieten.

Friedrich Joussen, Vorstandsvorsitzender der Tui Group, während der Hauptversammlung im Februar 2020. Foto: dpa
Friedrich Joussen, Vorstandsvorsitzender der Tui Group, während der Hauptversammlung im Februar 2020. Foto: dpa

Tui-Chef Fritz Joussen begrüßt das vom Veranstalter Bentour angestoßene Verfahren gegen eine Zwangsquarantäne für Rückkehrer aus Risikogebieten. „Gut, dass das jemand macht“, erklärte Joussen im WirtschaftsWoche-Videogespräch mit Chefredakteur Beat Balzli im Rahmen der Entscheidungsmacher-Preisverleihung.

„Die Verhältnismäßigkeit ist durchaus fragwürdig“, so der Chef des angeschlagenen Reisekonzerns. „Die Frage ist vielmehr, kann man nicht besser testen, mit Tests, die das Ergebnis schneller zeigen, anstatt Quarantäne zu verhängen“, ergänzte Joussen.

Bentour-CEO Deniz Ugur hatte zuvor angekündigt, einen Eilantrag einer Kundin zu finanzieren, die nach einem Türkei-Urlaub trotz eines negativen Corona-Tests in Zwangsquarantäne musste, während das für Reisende aus deutschen Risikogebieten nicht gelte. Das sei eine unverhältnismäßige Einschränkung, erklärte Ugur gegenüber dem Fachmagazin Fvw und bezeichnete es als „Gift für die gesamte Touristik“.

Zudem äußerte sich Joussen skeptisch zu den Aussichten einer raschen Kapitalerhöhung im Rahmen der Neuausrichtung der Tui. Zwar gebe es Kapitalbedarf und das Unternehmen erwäge unter anderem, auch Mittel einzusammeln bei Anteilseignern wie dem russischen Investor Alexey Mordashov, der bereits rund ein Viertel der Anteile hält. Doch zum Thema Geld nachschießen durch Mordashov gelte, so Joussen: „Das kann er nicht.“ Eine Kapitalerhöhung sei allein aufgrund der Regularien in kurzer Zeit nicht möglich. „Es ist nicht eine Frage des Wollens, sondern der Technik“, sagte Joussen gegenüber der WirtschaftsWoche. Zudem könne das Volumen angesichts des derzeit geringen Börsenwerts von zuletzt rund zwei Milliarden Euro ohnehin nur deutlich geringer ausfallen als die 1 bis 1,5 Milliarden Euro, die zuletzt in den Medien genannt worden seien.

Die WirtschaftsWoche und KPMG zeichnen mit dem Entscheidungsmacher Award seit drei Jahren Manager aus, die durch ihre mutigen und oft auch unkonventionellen Entscheidungen ihre Unternehmen positiv prägen. Die Preisverleihung 2020 können Sie hier im Video sehen.