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Das ist Trumps undurchsichtiger Helfer

Der persönliche Anwalt des US-Präsidenten soll in der Ukraine-Affäre massiv Einfluss genommen haben. Er ist sich keiner Schuld bewusst.

An Rudolph William Louis „Rudy“ Giuliani III. scheiden sich die Geister. Für die einen ist der 75-Jährige, der von 1994 bis Ende 2001 New Yorks Bürgermeister war, der Mann, der „Big Apple“ aufräumte und nach den Terror-Anschlägen vom 11. September 2001 die Seele der tief verwundeten Metropole heilte. Für andere ist der Zigarrenliebhaber ein skrupelloser Geschäftemacher. Vor allem als Donald Trumps persönlicher Anwalt soll der frühere Saubermann tief in die Affären des US-Präsidenten verstrickt sein.

Rudy Giuliani vertrat in TV-Shows immer wieder die Haltung, Trump hätte nichts mit den Einmischungen Russlands zu Gunsten des republikanischen Populisten im Wahlkampf 2016 gegen Hillary Clinton zu tun gehabt. Nun soll er dem Chef des Weißen Hauses in der Ukraine-Erpressungsaffäre den Rücken frei halten.

Für Trump war Giuliani noch vor der Amtseinführung des neuen ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenski aktiv, schon im Mai wollte er das Team des 41-jährigen Staatschefs dazu bringen, Ermittlungen gegen Hunter Biden, den Sohn des möglichen demokratischen Trump-Herausforderers Joe Biden wieder aufzunehmen. Als Vizepräsident unter Barack Obama soll Biden sein Amt missbraucht haben, um seinen Sohn Hunter, der im Aufsichtsrat des ukrainischen Gaskonzerns Burisma sitzt, vor Korruptionsermittlungen gegen den Konzern zu schützen.

Trump kündigte in dem berüchtigten Telefonat mit Selenski vom 25. Juli an, dass Giuliani auf die ukrainische Führung zukomme in der Causa Biden. Und der Anwalt traf Selenskis Top-Berater, redete mit dem Chef der Präsidialadministration und dem neuen ukrainischen Geheimdienstchef.

Giuliani, der in der Ukraine bestens verdrahtet ist, ist sich keiner Schuld bewusst. Ein Informant hatte Trumps zweifelhafte Ukraine-Manipulationsversuche öffentlich gemacht, „es ist unmöglich, dass der Whistleblower der Held ist und ich nicht“, sagte Giuliani am Donnerstag im Fernsehen. Am Ende werde, „wenn alles vorbei ist, ich der Held sein“.