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Suche nach indonesischem Flugzeug mit 62 Insassen - Trümmer gefunden

Koenen, Jens
·Lesedauer: 3 Min.

Nach dem Start in Jakarta verschwindet ein indonesisches Flugzeug vom Radar. Stunden später finden Suchtrupps Trümmer im Meer. Es herrscht große Sorge.

Rettungsteams seien im Meer vor der Insel Java auf der Suche nach dem Flugzeug und den Insassen, gab die indonesische Such- und Rettungsagentur bekannt Foto: dpa
Rettungsteams seien im Meer vor der Insel Java auf der Suche nach dem Flugzeug und den Insassen, gab die indonesische Such- und Rettungsagentur bekannt Foto: dpa

Große Sorge in Indonesien: Ein Passagierflugzeug der lokalen Gesellschaft Sriwijaya Air mit 62 Menschen an Bord ist kurz nach dem Start in Jakarta vom Radar verschwunden und wahrscheinlich ins Meer gestürzt. Die Boeing 737-500 war auf dem Weg nach Pontianak auf der Insel Borneo, als sie plötzlich um 14.40 Ortszeit (08.40 MEZ) vom Radar verschwand.

Nach Angaben von Indonesiens Transportminister Budi Karya Sumadi vom Abend waren 50 Passagiere, darunter sieben Kinder und drei Babys, in der Maschine, zudem zwölf Crew-Mitglieder. „Wir sind sehr besorgt wegen dieses Vorfalls“, betonte er.

Was genau passierte, war auch Stunden nach dem Verschwinden des Flugzeugs noch ungewiss. Airline-Chef Jefferson Irwin Jauwena sagte, das Flugzeug sei wegen starken Regens mit 30 Minuten Verspätung gestartet.

Rettungsteams hatten sich umgehend in das vermutete Unglücksgebiet aufgemacht. Auch das Militär war mit Schiffen und Hubschraubern im Einsatz. „Der Präsident (Joko Widodo) hat uns aufgetragen, unsere Suchbemühungen zu maximieren“, so Budi Karya. Offiziell wurde ein Absturz aber zunächst nicht bestätigt.

Nach Angaben des Chefs der indonesischen Such- und Rettungsagentur, Bambang Suryo Aji, wurden in der Nähe der Inseln Laki Island und Lancang Island Trümmerteile entdeckt. Die beiden Inseln sind Teil der Gruppe Thousand Islands vor der Küste von Java. Das Nachrichtenportal Detikcom schrieb, unter anderem sei wahrscheinlich eine der Notrutschen der Maschine gefunden worden. Die Trümmer würden nun genauer untersucht, so Suryo Aji.

Ein Lokalpolitiker sagte der Nachrichtenseite Kompas.com, Fischer hätten in der Region eine Explosion gehört. „Wir hoffen, die genaue Position des Flugzeugs heute noch lokalisieren zu können, sonst können wir die Suche erst morgen früh fortsetzen“, betonte Suryo Aji mit Blick auf die hereinbrechende Dunkelheit.

Flug sollte nur eine Stunde dauern

Die Flugzeit nach Pontianak in der Provinz Kalimantan Barat beträgt nur gut eine Stunde. Wie Daten des schwedischen Internetdienstes Flightradar24 zeigen, verlor die Maschine aber schon vier Minuten nach dem Abheben innerhalb von einer Minute mehr als 3300 Meter Höhe. Die Spur verlor sich danach im Meer nördlich der Hauptinsel Java.

Die Boeing war Berichten zufolge 27 Jahre alt und gehört seit 2012 der Fluggesellschaft Sriwijaya Air. Die Maschine verfügt über acht Sitze in der Business-Klasse und 112 Sitze in der Economy-Klasse.

2018 war eine Boeing 737 Max der indonesischen Gesellschaft Lion Air nach dem Start in Jakarta auf dem Weg zur Insel Bangka abgestürzt. Dabei kamen alle 189 Insassen ums Leben. 2014 stürzte ein Airbus A320 der Billig-Airline Indonesia AirAsia auf dem Weg von Surabaya auf Java nach Singapur ins Meer. Auch hier starben alle 162 Menschen an Bord. In puncto Luftfahrt gilt das südostasiatische Inselparadies als eines der unsichersten Länder der Welt.

Keine Boeing 737 Max

Bei der Boeing handelt es sich nicht um eine 737 Max. Der Jet wurde bereits 1994 in Dienst gestellt, ist also deutlich älter. Er hat damit auch nicht die sogenannte MCAS-Software an Bord. Dieses System wird bei der Max dafür verantwortlich gemacht, dass zwei Maschinen abstürzten.

Die Software soll eigentlich einen zu steilen Aufstieg und den damit drohenden Strömungsabriss verhindern. Sie war aber so aggressiv programmiert, dass das System die Jets zu Boden drückte, obwohl die Piloten gegensteuerten. Mittlerweile sind die Fehler behoben, seit kurzem darf die Max wieder fliegen. Sie musste fast zwei Jahre am Boden bleiben.