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Studie: Branchen profitieren sehr unterschiedlich vom Aufschwung

·Lesedauer: 2 Min.

BERLIN (dpa-AFX) - Die deutsche Industrie profitiert von der Erholung der Weltwirtschaft und wird nach Einschätzung des Forschungs- und Beratungsunternehmens Prognos trotz aktueller Lieferengpässe 2021 kräftig wachsen. Viele Dienstleistungsunternehmen hätten es dagegen schwer, auf ein gutes Jahresergebnis zu kommen, heißt es in einer Prognos-Branchenprognose, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Zahlreiche binnenmarktorientierte Dienstleister seien durch die Einschränkungen zur Bekämpfung der dritten Pandemie-Welle im vergangenen Winter nochmals geschwächt worden. Der Lockdown hatte unter anderem das Gastgewerbe und Teile des Einzelhandels getroffen.

Insgesamt rechnen die Experten damit, dass Europas größte Volkswirtschaft 2021 um 3,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr wächst und im kommenden Jahr um 4,3 Prozent zulegt. "Wir erwarten, dass gut zwei Drittel der gesamtwirtschaftlichen Verluste aus 2020 in diesem Jahr wieder wettgemacht werden können." 2022 werde die Wirtschaftsleistung wieder höher ausfallen als vor der Krise. "Damit liegt die deutsche Volkswirtschaft gleichwohl immer noch deutlich unter einer hypothetischen Entwicklung ohne die Covid-19-Pandemie", heißt es.

Prognos erwartet in der Industrie in diesem Jahr ein Wachstum der Wirtschaftsleistung von 5,4 Prozent, im Dienstleistungssektor ein geringeres Plus von 3,0 Prozent. Dabei geht das Institut davon aus, dass eine mögliche vierte Pandemiewelle aufgrund des Impffortschritts keine größeren wirtschaftlichen Schäden verursacht und die Lieferengpässe in der Industrie allmählich abgebaut werden.

Von dem Aufschwung profitieren jedoch nicht alle Branchen gleichermaßen. Wachstumsgewinner in der Industrie dürften Prognos zufolge in diesem Jahr nach dem Einbruch 2020 vor allem der Fahrzeugbau (plus 9,5 Prozent) und der Maschinenbau (plus 7,1 Prozent) sein, die von der anziehenden Weltkonjunktur profitieren. Auch im kommenden Jahr dürften diese Branchen dynamisch zulegen. Eine überdurchschnittlich kräftige Erholung trauen die Experten unter anderem auch der Metallindustrie, der Elektrotechnik und dem Bereich Gummi und Kunststoff zu.

Bereiche, die vor allem mit fossilen Energieträgern zu tun haben wie Bergbau, Kokerei und Mineralölverarbeitung, dürften dagegen schrumpfen oder nahezu stagnieren. "Diese Beispiele zeigen, dass auch ein kräftiger Aufschwung den Strukturwandel nicht aufzuhalten vermag", heißt es in der Studie.

Wachstumsgewinner im Dienstleistungssektor werden Prognos zufolge Gaststätten, Restaurants, Hotels und andere Beherbergungsbetriebe sein. Nach dem historischen Einbruch im Corona-Krisenjahr dürfte die Wirtschaftsleistung 2021 im Gastgewerbe um rund 20 Prozent zulegen, damit aber weniger stark als noch Anfang des Jahres erwartet (plus 28 Prozent). Im kommenden Jahr halten die Experten ein Plus von 29 Prozent für möglich. Insgesamt werde damit 2022 wieder das Vorkrisenniveau der Wertschöpfung erreicht. Für Verkehr und Lagerei wird ebenfalls eine kräftige Erholung erwartet. Dem Handel sagt Prognos höhere Wachstumsraten vor allem im kommenden Jahr voraus.

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