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Streit um stundenlange Wartezeiten und verpasste Flüge am BER: Flughafengesellschaft stellt Lufthansa Noteinsatz im Terminal in Rechnung

·Lesedauer: 2 Min.
Zahlreiche Fluggäste warten im Terminal 1 des Flughafens BER in einer Schlange
Zahlreiche Fluggäste warten im Terminal 1 des Flughafens BER in einer Schlange

Mit einem Jahrzehnt Verspätung ging der BER vor zwölf Monaten in Betrieb. Zuvor warnten Gutachter immer wieder vor erheblichen Kapazitätsengpässen, sollte der Hauptstadt-Flughafen eines Tages tatsächlich eröffnen. Entsprechend machte auch die Lufthansa den Flughafen für den Terminal-Kollaps vor wenigen Wochen verantwortlich. Stundenlang hatten Passagiere an den Sicherheitskontrollen, bei der Gepäckausgabe und bei der Abfertigung warten müssen, woraufhin viele ihre Flüge verpassten. Es hätten zu wenige Check-in-Schalter zur Verfügung gestanden, um den Passagieransturm in den Herbstferien zu bewältigen, lautete der Vorwurf der Airline.

Hinter den Kulissen sorgte die Anschuldigung für reichlich Unmut. Zwar erklärte ein Flughafensprecher, dass vor allem der Personalmangel bei Lufthansa und anderen Prozessbeteiligten zu den langen Wartezeiten geführt hatte, jedoch bestätigte der Vorfall einmal mehr das Pannenimage des BER in der Welt.

Um die Schuldfrage zu klären, schrieb die Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg (FBB) nach Informationen von Business Insider nun eine Rechnung an die Lufthansa. Darin fordert sie die Erstattung ihrer Hilfsmaßnahmen während der Tage, an denen der Flughafen mit dem Ansturm der Passagiere nicht fertig wurde. Demnach setzte die FBB Dutzende Mitarbeiter aus unterschiedlichen Bereichen ein, um die Passagierströme zu beschleunigen und Lufthansa und Co. bei ihren Aufgaben zu unterstützen.

Auf Anfrage sagt ein Flughafen-Sprecher: "Allen Prozesspartnern (Fluggesellschaften, Bodenverkehrsdienstleister, Bundespolizei) am Flughafen sind die Regelungen des Flughafens BER zu den Aufgaben aller Partner bekannt. Darin ist auch festgelegt, wie mit Ersatzmaßnahmen umzugehen ist, falls diese erforderlich werden. Dies umschließt auch die Erstattung der Aufwendungen."

Die Task-Force kam am mittlerweile geschlossenen Flughafen Tegel bereits bei Sonderlagen zum Einsatz. Wie Insider berichten, verzichtete die FBB aber damals aus Kulanz auf die Erstattung der Unterstützungsmaßnahmen. Aufgrund des Streits um die Verantwortung für das neuerliche Chaos am BER scheint sich das Management von dieser großzügigen Praxis verabschiedet zu haben. Dem Vernehmen nach handelt es sich zwar nur um einen niedrigen fünfstelligen Betrag, allerdings ist die Symbolkraft in diesem Fall wohl wertvoller.

Lufthansa erklärte auf Anfrage: "Zu den Stoßzeiten in den Herbstferien hat die Lufthansa Group ihre Check-In-Kapazitäten am BER aufgestockt und, als zusätzliche Schalter verfügbar waren, diese mit Personal ihres Dienstleisters besetzt. Zudem waren Mitarbeitende zur Unterstützung der Passagiere im Wartebereich im Einsatz. Hierbei hat uns der Flughafen mit zusätzlichem FBB-Personal unterstützt. Dass extra vereinbarte Zusatzleistungen seitens des Flughafens in Rechnung gestellt werden, entspricht den Vereinbarungen."

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