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Steigende Preise und lange Wartezeiten: Damit müsst ihr rechnen, wenn ihr derzeit einen Handwerker braucht

·Lesedauer: 2 Min.
Wer aktuell baut, sollte mehr Zeit und Kosten einplanen.
Wer aktuell baut, sollte mehr Zeit und Kosten einplanen.

Wer derzeit daran denkt, ein Haus zu bauen oder andere Arbeiten erledigen zu lassen, für die es Handwerker braucht, sollte viel Zeit einplanen - und mit höheren Preisen kalkulieren. Denn die Betriebe kämpfen mit Lieferengpässen, gerade bei wichtigen Materialien wie Holz, Kunststoff, Metalle und Elektronikkomponenten.

Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer sprach von einer "noch nie da gewesenen" Materialknappheit bei gleichzeitiger Preisexplosion. "Die Situation hat sich in den vergangenen Wochen noch einmal verschärft und zugespitzt", sagte Wollseifer der Deutschen Presse-Agentur.

Laut einer aktuellen Umfrage unter Handwerksbetrieben kämpften inzwischen deutlich mehr als die Hälfte der befragten Betriebe mit Problemen bei der Materialbeschaffung, im Januar sei es noch gut ein Drittel gewesen. Die Preise für Holz und andere Baustoffe sind auf dem Weltmarkt unter anderem wegen der großen Nachfrage aus China und den USA stark gestiegen.

Unter den Betrieben mit Beeinträchtigungen in der eigenen Lieferkette berichteten laut Umfrage 84 Prozent davon, dass Aufträge storniert oder verschoben werden müssten - weil Material fehle. 61 Prozent der von Lieferengpässen betroffenen Firmen meldeten, dass es durch die Preissprünge unwirtschaftlich werde, bestehende Aufträge zu erfüllen.

Die Lage werfe sämtliche Kalkulationen über den Haufen und bringe zahlreiche Betriebe in die "völlig paradoxe Lage", bei vollen Auftragsbüchern Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken zu müssen, sagte Wollseifer. "Das ist nicht nur für die am stärksten betroffenen Bau- und Ausbaugewerke dramatisch, sondern für unsere Wirtschaft insgesamt." Genau diese Gewerke seien der Konjunkturstabilisator während der Pandemie gewesen.

"Sollte sich dieser Konjunkturanker lösen, dann dürften nicht nur die Bau- und Ausbaugewerke in schweres Wasser geraten, sondern der gesamte wirtschaftliche Aufholprozess im zweiten Halbjahr ist gefährdet", sagte der Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH). "Und was anstehende Zukunftsvorhaben etwa beim Wohnungsbau, im Energie- und Netz- sowie Breitband- und Glasfaserausbau betrifft, werden die erst einmal auf Eis liegen und zum Stillstand kommen. Hier ist Abhilfe also dringend geboten."

Wollseifer sagte, generell zeige die Umfrage, dass die Zuversicht im Handwerk spürbar zunehme und damit auch die Aussicht auf eine bessere zweite Jahreshälfte. "Allerdings tragen viele Betriebe noch schwer an den Einschränkungen und Belastungen aus den vergangenen Lockdown-Monaten und werden die verlorenen Umsätze in den kommenden Monaten wohl kaum aufholen können." Die staatlichen Unterstützungsmaßnahmen für besonders von der Pandemie betroffene Betriebe müssten über den Sommer hinaus fortgeführt werden und zielgenau an die Gegebenheiten angepasst werden.

Mit Material der dpa

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