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Stationärer Handel unter Druck – Zalando verbündet sich mit Modehändler C & A

Kolf, Florian
·Lesedauer: 3 Min.

Der Onlinehändler profitiert von der Coronakrise und gewinnt Tausende neue Partner für seine Plattform. Das wirkt sich positiv auf den Aktienkurs aus.

Der Onlinehändler Zalando hat einen weiteren Achtungserfolg mit seinem Partnerprogramm erzielt: Die bekannte Modekette C & A verkauft jetzt online auch über die Plattform von Zalando. Der Händler will zunächst mit einer Auswahl von Filialen in das Programm „Zalando Connected Retail“ einsteigen und dann das Angebot in den kommenden Wochen kontinuierlich weiter ausbauen.

Zalando profitiert damit enorm von dem Druck, den der Lockdown auf die stationären Geschäfte ausübt. Das hatte sich zuletzt auch deutlich in den Zahlen von Zalando gezeigt. Das Unternehmen hatte im Oktober zum zweiten Mal seine Jahresprognose angehoben.

Allein seit Anfang des Jahres haben sich 500 weitere Geschäfte als Partner auf der Plattform von Zalando angemeldet. Sie können damit trotz geschlossener Geschäfte weiter verkaufen.

„Über 3000 Stores sind mittlerweile über Connected Retail aktiv auf der Zalando-Plattform“, berichtet Carsten Keller, Geschäftsführer der Zalando-Tochter Connected Retail GmbH. Das sei „ein wichtiger Meilenstein“ für Zalando und seine Partner auf dem Weg, die Zukunft des Handels gemeinsam zu gestalten. „Was wir gemeinsam aufgebaut haben, wird bleiben – auch über die Pandemie hinaus“, ist er sich sicher.

C & A nutzt die Plattform, um zusätzlich zum eigenen Shop von der großen Reichweite von Zalando zu profitieren. „Neben unserem eigenen Onlineshop stärkt die Kooperation mit Zalando unsere Omnichannel-Strategie und unsere Position als eine der führenden Modemarken in Europa mit einem breiten Angebot an nachhaltigeren Produkten.“, betont Martijn van der Zee, Chief Merchandise & Sourcing Officer bei C & A Europa.

Zalando bietet den Partnern eine Schnittstelle zur Plattform, die notwendige Software und zusätzliche Services wie Zahlungsmöglichkeiten oder Kundenbetreuung. Dafür bekommt Zalando eine Provision und macht seine Plattform für die Kunden noch attraktiver durch eine Ausweitung des Sortiments. Die Partner können dann selber entscheiden, ob sie die bestellten Waren an die Kunden liefern oder ihnen auch die Möglichkeit geben, per Click & Collect die Artikel am Geschäft abzuholen.

Zalando-Aktie steigt erneut deutlich

Zalando hat für das Programm ehrgeizige Ziele: In diesem Jahr will das Unternehmen die Zahl der angeschlossenen Händler auf 6000 ausbauen – auch über die Expansion ins Ausland. So hatte Zalando Ende vergangenen Jahres das Angebot bereits auf Norwegen, Dänemark und Finnland ausgeweitet.

Nun kommt auch Österreich dazu. Um neue Partner zu locken, verzichtet Zalando in Österreich bis zum 31. März auf jegliche Provision und zahlt Einnahmen wöchentlich aus. Das stärkt die Liquidität der angeschlossenen Händler. Bis Ende des Jahres gilt danach eine gesenkte Provision für alle internationalen Märkte.

Die Anleger sehen die Strategie von Zalando in der Coronakrise durchaus positiv. Der Kurs hat sich im Laufe eines Jahres verdoppelt. Auch am Montag stieg er erneut um zwei Prozent auf mittlerweile 101 Euro. Das Unternehmen sei mit dem Partnerprogramm für die Markenhersteller und dem Connected-Retail-Programm in der Transformation als Plattform einen großen Schritt weitergekommen, bestätigte jüngst erst der Analyst der Baader Bank, Volker Bosse.

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