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Spanien muss von Erdbeeren bedrohtes Naturparadies schützen

·Lesedauer: 2 Min.
Blick auf den Naturpark von Doñana. In dem 1969 gegründeten Park geht der Grundwasserspiegel schon seit Jahren dramatisch zurück.
Blick auf den Naturpark von Doñana. In dem 1969 gegründeten Park geht der Grundwasserspiegel schon seit Jahren dramatisch zurück.

Erdbeeren sowie Urlauberinnen und Urlauber gefährden ein Naturparadies im Süden Spaniens. Nun kann ein Gerichtsurteil die Rettung eines der wichtigsten Feuchtgebiete der Erde bedeuten.

Beim Schutz des wegen des Tourismus und der intensiven Landwirtschaft von Austrocknung bedrohten Naturparadieses Coto de Doñana muss sich Spanien in Zukunft viel mehr anstrengen. Der EU-Gerichtshof in Luxemburg gab am Donnerstag einer Klage der Kommission wegen unterlassenen Schutzes des Nationalparks an der Costa de la Luz in Andalusien - eines der wichtigsten Feuchtgebiete der Erde - teilweise statt. Das Urteil sei "historisch", hieß es von der Umweltschutzorganisation WWF.

In dem 1969 gegründeten Nationalpark, der zusammen mit einer als Naturpark geschützten Fläche und einer "Pufferzone" knapp 130.000 Hektar umfasst und damit halb so groß wie das Saarland ist, geht der Grundwasserspiegel schon seit Jahren dramatisch zurück, wie WWF und andere Umweltschutzorganisationen klagen. Der Grund: Legale und illegale Brunnen werden benutzt, um große Wassermengen abzuzweigen.

Verheerende Folgen von Tourismus und Erdbeer-Anbau

Mit dem Wasser werden Touristen versorgt und landwirtschaftliche Anbauflächen bewässert - vor allem Erdbeer-Plantagen. Die roten Früchte werden in Deutschland und ganz Europa verkauft. Diese Produktion erhöht auch die Nitratbelastung des Wassers. Spanien unternehme "keine geeigneten Schritte, um die Verschlechterung von geschützten Lebensräumen in den Feuchtgebieten zu verhindern", hatte die EU-Kommission 2019 bei ihrer Klage geschrieben.

Der WWF rief nach dem Urteil die Zentralregierung in Madrid und die Regionalbehörden dazu auf, alle illegalen Bohrlöcher sofort zu schließen und der intensiven Landwirtschaft ein Ende zu setzen. Falls das passiert, würden Erdbeeren wohl teurer werden.

Das Feuchtgebiet entlang des Flusses Guadalquivir, das Bundeskanzlerin Angela Merkel im August 2018 auf Einladung von Ministerpräsident Pedro Sánchez besuchte hatte, weist eine einzigartige Vielfalt an Ökosystemen auf. Es beherbergt eine reiche Fauna und Flora, darunter kritisch gefährdete Arten wie den Kaiseradler, den Iberischen Luchs und die Maurische Landschildkröte. Weiterhin gibt es Wanderdünen, endlose Strände, Wälder, Buschwerk und Sumpfgebiete.

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