Deutsche Märkte geschlossen

Shampoo aus der Mehrwegflasche: Aldi fördert Start-up

Ann-Catherin Karg
Freie Journalistin

Im Rahmen seiner Nachhaltigkeitsoffensive setzt der Discounter Aldi auf ein Start-up namens “Cyclic Design“. Dessen Gründerin hat eine Flasche für Pflegeprodukte wie Shampoo erfunden, die man sowohl wieder befüllen als auch besser recyclen kann.

Aldi sagt dem Plastikmüll den Kampf an (Bild: Getty Images)

“Nephentes“ heißt die Flasche, die man schon bald in den Filialen der Discounter-Kette Aldi vorfinden könnte. Dabei handelt es sich um den wissenschaftlichen Namen für Kannenpflanzen, und tatsächlich hat sich die Produktdesignerin Marilu Valente von der Natur inspirieren lassen. Wie die Kannenpflanze hat ihre Flasche die Form eines Tropfens, dazu einen langen und biegbaren Hals. Der ermöglicht das Verschließen der Flasche ohne Deckel – unter Nachhaltigkeitsaspekten ein großes Plus, da Deckel extra recycelt werden müssen. Dabei kann auch der Boden der Flasche geöffnet und diese damit wieder befüllt werden.

Mega-Allianz: Aldi und Wirecard arbeiten jetzt zusammen

In fünf Monaten könnte die Erfindung auf den Markt kommen

Ökologisch ein Riesenvorteil gegenüber all den Einwegflaschen, in denen Pflegeprodukte wie Shampoo oder Duschgel bislang in den Regalen nicht nur bei Aldi angeboten werden. Aus diesem Grund investiert der Discounter in das Leipziger Start-Up “Cyclic Design“ und hat im Rahmen eines 20-wöchigen Förderprogramms auch Experten der TU München ins Boot geholt. Am Ende der Frist soll “Nephentes“ dann marktreif sein. Laut der Fachzeitschrift “Werben & Verkaufen“ könnte Aldi in Zukunft alle Einwegflaschen aus dem Körperpflegesegment durch Mehrwegflaschen ersetzen.

Geschäftsstrategie: Aldi will in China aus den Fehlern der Konkurrenz lernen

Weniger Plastik, mehr Nachhaltigkeit

Für den Discounter wäre das ein weiterer Schritt zur Erreichung des selbstgesteckten Ziels, die Menge an Verpackungsmüll deutlich zu reduzieren und die Verpackungen der Eigenmarken binnen Dreijahresfrist so zu gestalten, dass sie komplett recyclebar sind.

Seit einigen Monaten kooperiert Aldi auch mit der Plastic Bank, die Bewohner ärmerer Länder mit Geld- und Sozialleistungen für abgegebenen Plastikmüll bezahlt.

VIDEO: 7 kuriose Fakten über Aldi