Deutsche Märkte öffnen in 14 Minuten

Sechs Dinge, die für Anleger heute wichtig sind

Donald Trump verunsichert die Börsen mit neuen Strafzöllen. Die SPD-Spitze berät über den künftigen GroKo-Kurs und die Chemieindustrie gibt einen Ausblick.

Wohin geht die Reise im Dezember? Foto: dpa

Der Dax erwischte einen schlechten Tag in die neue Börsenwoche. Der deutsche Leitindex schloss am Montag mit 2,1 Prozent im Minus bei 12.965 Punkten. Neue Strafzölle von US-Präsident Donald Trump auf Stahl und Aluminium aus Argentinien und Brasilien drückten die Kurse in den USA und Asien. In der Nacht drohte seine Regierung wegen des Streits um die Digitalsteuer auch Frankreich Strafzölle an.

Nach dem Kursrutsch vom Wochenauftakt wird der Dax am Dienstag Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge höher starten.

Für Bewegung an den Märkten dürften am Dienstag die Konjunkturaussichten der Chemieindustrie sorgen. Auch die deutschen Autobauer präsentieren neue Zahlen: ihre Neuzulassungen im November. Politisch dürften die Anleger vor allem ein Auge auf die SPD werfen. Die Parteispitze berät über den neuen Kurs. Weiter in der Großen Koalition bleiben oder das Regierungsbündnis verlassen?

1 – Vorgabe aus den USA

Die von US-Präsident Donald Trump angekündigten Strafzölle auf argentinischen und brasilianischen Stahl haben am Montag die US-Börsen auf Talfahrt geschickt. Auch der beschleunigte Abwärtstrend der US-Industrie hielt die Anleger von Käufen am Aktienmarkt ab. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss ein Prozent schwächer bei 27.783 Punkten. Der breiter gefasste S & P 500 büßte 0,9 Prozent auf 3114 Zähler ein. Der Index der Technologiebörse Nasdaq sank um 1,1 Prozent auf 8568 Stellen.

2 – Handel in Asien

Asiatische Aktien sind am Dienstag in einen Abwärtstrend geraten. Mit Trumps Zöllen gegen Importe aus Brasilien und Argentinien traten auch dort die Sorgen über die globalen Handelsspannungen wieder in den Vordergrund. Auch Chinas Reaktion auf die Unterstützung der USA für regierungsfeindliche Demonstranten in Hongkong haben auf die Stimmung gedrückt. Die Volksrepublik erklärte, US-Militärschiffe und Flugzeuge würden Hongkong nicht besuchen dürfen und kündigte Sanktionen gegen mehrere US-Regierungsorganisationen an.

In Tokio ging der 225 Werte umfassende Nikkei am Dienstag 0,6 Prozent schwächer bei knapp 23.380 Punkten aus dem Handel. In China notierte der Index der wichtigsten Aktien nach Verlusten im Handelsverlauf etwas fester.

3 – Unternehmerischer Überblick der deutschen Ausgabenlaune

Die Konsumfreude der Deutschen macht sich auch in der Spielzeugbranche bemerkbar. „Wir rechnen 2019 mit einem positiven Jahresergebnis“, sagte der Geschäftsführer des Deutschen Verbands der Spielwarenindustrie, Uli Brobeil. Am Dienstag (11.00 Uhr) wird die Branche in Nürnberg aktuelle Zahlen und einen Ausblick auf 2020 vorstellen. Im vergangenen Jahr gaben die Deutschen nach Angaben des Bundesverbands des Spielwaren-Einzelhandels 3,3 Milliarden Euro für Spielzeug aus. Hinzu kommt eine Zahl des Statistischen Bundesamts: Die Behörde veröffentlicht die Einzelhandelsbilanz des Weihnachtsgeschäfts 2018.

4 – Konjunkturaussichten der Chemieindustrie

Der Verband der Chemischen Industrie spricht über die Konjunkturaussichten für Deutschlands drittgrößte Industriebranche. Zudem soll ein vorzeitiger Wechsel an der Verbandsspitze bekanntgegeben werden. Der VCI vertritt die Interessen der Chemie- und Pharmabranche mit 462.000 direkten Beschäftigten hierzulande.

5 – SPD-Spitze berät über GroKo-Kurs

Die designierten neuen SPD-Vorsitzenden beraten am Dienstag mit führenden Politikern der Partei den künftigen Kurs im Hinblick auf die Große Koalition. Dazu kommt das erweiterte Präsidium in Berlin (11.00 Uhr) zusammen. Das mehr als 40-köpfige Gremium tagte bereits zwei Mal, um über die Halbzeitbilanz der Großen Koalition und neue Vorhaben zu beraten. Die designierten SPD-Vorsitzenden Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans nehmen zum ersten Mal teil.

Das erweiterte Präsidium, in dem auch die SPD-Bundesminister, die Fraktionsführung und Ministerpräsidenten vertreten sind, will einen Vorschlag für den Parteivorstand und den am Freitag beginnenden Parteitag ausarbeiten. Das Partei-Establishment tritt geschlossen für eine Weiterführung der Koalition mit der Union ein.

Das designierte neue Spitzenduo hatte sich immer wieder GroKo-kritisch geäußert, zuletzt aber eine Drohung mit einem Koalitionsbruch vermieden. Die Märkte hatten Nachrichten zum Zustand der GroKo immer wieder sensibel aufgenommen. Aktuell reagierten die Bundesanleihen negativ auf die Kür des neuen Spitzenduos.

6 – Neuzulassungen im November

Ebenfalls ein Barometer für konjunkturell bedingte Konsumlust sind die Zulassungszahlen für Pkw. Aktuell stellt sich aber auch immer öfter die Frage nach der Nachhaltigkeit und damit der Zukunftsfähigkeit der einzelnen Hersteller. Denn am Ende müssen VW, Mercedes, BMW, Audi und Opel (und alle Konkurrenten) vor allem eins: Autos verkaufen.

Termine Unternehmen am 3. Dezember

  • 07:30 Uhr, Österreich: Zumtobel, Halbjahreszahlen
  • 11:00 Uhr, Deutschland: Chemieverband VCI - Wirtschaftspressekonferenz 2019, Frankfurt
  • 22:05 USA: salesforce.com, Q3-Zahlen
  • Deutschland: KBA / VdIK / VDA - Pkw-Neuzulassungen 11/19
  • Deutschland: Deutsche Lufthansa, AR-Sitzung
  • USA: Pkw-Absatz 11/19
  • Großbritannien: Berenberg European Conference (bis 5.12.19) u.a. mit Qiagen, SGS
  • Italien: UniCredit, Capital Markets Day, London
  • Großbritannien: Glencore Plc, Business Update Call

Termine Konjunktur am 3. Dezember

  • 08:00 Uhr, Deutschland: Einzelhandelsumsatz im Weihnachtsgeschäft, Jahr 2018
  • 08:30 Uhr, Schweiz: Verbraucherpreise 11/19
  • 09:00 Uhr, Spanien: Arbeitslosenzahlen 11/19
  • 11:00 Uhr, Eurozone: Erzeugerpreise 10/19
  • 09:00 Uhr, Deutschland: Pk Deutsch-Russische Auslandshandelskammer (AHK) und Osteuropaverein der Deutschen Wirtschaft zum Geschäftsklima in Russland 2020, Berlin
  • 11:00 Uhr, Deutschland: Pressekonferenz 2019 der Spielwarenbranche, Nürnberg
  • Großbritannien: Nato-Gipfel (bis 4.12.19), London
  • Belgien: Treffen der EU-Justizminister, Brüssel
  • Belgien: Treffen der EU-Telekommunikations- und Verkehrsminister, Brüssel

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