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Sechs Anzeichen dafür, dass ein Unternehmen vorgibt, etwas zu sein, was es nicht ist – und ihr einen Job ausschlagen solltet

Evaluiert alle möglichen Faktoren, bevor ihr euch für einen Job entscheidet.  - Copyright: Shutterstock
Evaluiert alle möglichen Faktoren, bevor ihr euch für einen Job entscheidet. - Copyright: Shutterstock

Wenn ihr euch bei einem Unternehmen, das ihr seit längerem bewundert, für eine neue Stelle bewerbt, kann es passieren, dass ihr über einige Probleme hinwegschaut. Und wenn ein Personalchef während des Bewerbungsprozesses negative Verhaltensweisen zeigt, ist das eine Vorwarnung, dass ihr wahrscheinlich für einen unprofessionellen Chef oder in einer schrecklichen Unternehmenskultur arbeiten werdet. Ganz gleich, wie verlockend eine Stelle klingt, wenn ihr bei einem Vorstellungsgespräch auf diese sechs „Red Flags“, also Warnsignale stoßt, solltet ihr euch lieber für eine bessere Option entscheiden.

1. Unzuverlässigkeit in der Kommunikation oder im Zeitplan

Lars Schmidt, Gründer der Community für Personalverantwortliche namens Amplify Academy, erklärt Business Insider in einem Gespräch, dass es ein Warnsignal sei, wenn ein Personalverantwortlicher oder ein HR-Team euch abweist oder versetzt. Noch schlimmer ist, wenn der Recruiter einen Zeitplan für den Einstellungsprozess aufstellt und diesen dann ohne Erklärung über den Haufen wirft und keine neue Planung vornimmt. Wenn ein Unternehmen ständig wechselnde Zeitpläne vornimmt und inkonsistent kommuniziert, verunsichert das die Bewerber.

Ein weiteres schlechtes Zeichen: Funkstille eines Personalverantwortlichen, mit dem ihr schon einmal in Kontakt wart.

Dani Monaghan, Vice President of Global Cloud Recruiting bei Google, empfiehlt euch, herauszufinden, ob die schlechte Kommunikation ein einmaliger Ausrutscher oder ein größeres Problem ist. Anhand dieser Fragen könnt ihr das herausfinden:

  • Werden die Vorstellungsgespräche ständig verschoben?

  • Erscheinen die Personalleiter selten pünktlich?

  • Wie schnell reagieren sie auf E-Mails, und wie schnell melden sie sich normalerweise bei euch?

  • Ist das Vorstellungsgespräch gut organisiert, oder ist euer Gesprächspartner unvorbereitet erschienen?

  • Geben sie euch planmäßig Updates?

2. Ihr werdet zu Beginn des Prozesses gebeten, einen Test oder ein Projekt durchzuführen

In einigen Branchen ist es üblich, dass Arbeitgeber von den Bewerbern verlangen, dass sie nach dem Vorstellungsgespräch noch weitere Aufgaben erledigen, wie beispielsweise einen Codierungstest, die Erstellung einer Präsentation oder das Verfassen eines Textes, der den Anforderungen der jeweiligen Stelle entspricht.

Das kann eine gute Möglichkeit sein, um die Fähigkeiten eines Bewerbers zu beurteilen. Aber wenn ein Arbeitgeber dies bereits zu Beginn des Einstellungsverfahrens verlangt, könnte das auch darauf hindeuten, dass das Unternehmen eure Zeit nicht respektiert oder diesen Schritt dazu nutzt, um euch unvergütet arbeiten zu lassen.

Kompetenztests oder besondere Aufgaben sollten zu einem späteren Zeitpunkt durchgeführt werden. Also nachdem ihr mindestens ein Vorstellungsgespräch absolviert und ein gutes Gefühl dafür bekommen habt, ob das Unternehmen an euch interessiert ist und davon überzeugt ist, dass ihr gut in die Unternehmenskultur hinein passt, so Schmidt.

3. Die Stellenbeschreibung ist vage

Selbst bei einer brandneuen Stelle sollte der einstellende Vorgesetzte eine klare Vorstellung davon haben, was diese beinhaltet. Andernfalls könnte es sein, dass das Unternehmen euch für einen Misserfolg einspannt.

"Wenn es in der Beschreibung heißt: 'Ihr werdet viele verschiedene Aufgaben übernehmen', solltet ihr wissen, welche Aufgaben das sind und ob ihr glaubt, dass sie eure Ziele unterstützen werden", so Monaghan. Und weiter: "Wenn die Fragen im Vorstellungsgespräch zweideutig sind, sollten Bewerber sie immer klären."

4. Sie sind zurückhaltend oder defensiv, wenn es um die Vergütung geht

Das Letzte, was ein Arbeitssuchender möchte, ist, dass er mehrere Vorstellungsgespräche führt, ohne zu wissen, ob die Bezahlung seinen Erwartungen entspricht. Glücklicherweise gehört Gehaltstransparenz immer mehr zum guten Ton. Entweder durch Tariflöhne oder durch Informationen, die Bewerberinnen und Bewerber über Vergleichsportale wie Kununu oder Glassdoor sammeln können.

Janine Yancey, CEO von Emtrain, einer Technologieplattform, die mithilfe von Daten und Analysen toxische Probleme am Arbeitsplatz identifiziert, erklärt im Gespräch mit Insider, dass es vernünftig sei, bereits in einem frühen Stadium des Bewerbungsprozesses nach der Gehaltsspanne für eine Stelle zu fragen. Wenn Arbeitgeber die Gehaltsklasse selbst noch nicht kennen, sollten sie zumindest sagen: "Das ist eine gute Frage, ich melde mich gleich bei Ihnen", erklärt sie. Die Frage nach dem Gehalt sollte aber keinesfalls zu einer negativen Reaktion des potenziellen Arbeitgebers führen.

5. Sie weichen bei negativen Vorfällen aus

Wenn ihr eure Hausaufgaben vor einem Vorstellungsgespräch gemacht habt, werdet ihr wissen, ob ein Unternehmen negative Bewertungen auf Glassdoor hat oder kürzlich mit schlechter Presse konfrontiert war – und ihr werdet wahrscheinlich mehr darüber wissen wollen, bevor ihr euch entscheidet, die Stelle anzunehmen. Glassdoor ist eine Website, auf der Unternehmen von ehemaligen oder aktuellen Mitarbeitern bewertet werden können. "Wenn ihr Fragen über die negative Presse oder sogar über Glassdoor stellt und diese einfach abgewiesen und abgetan werden, kann das ein Warnsignal sein", so Schmidt.

Wenn der Arbeitgeber dies jedoch einräumt und erklärt, wie er an der Verbesserung der Unternehmenskultur arbeitet oder sich von einem Skandal erholt, könnte dies ein positives Zeichen für eine Entwicklung sein.

6. Ihr habt keinen Zugang zu anderen Teammitgliedern

Sprecht nicht nur mit eurem potenziellen Vorgesetzten, sondern auch mit möglichst vielen beschäftigten Mitarbeitern, einschließlich der Personen, die euch leiten werden, oder der Kollegen, mit denen ihr regelmäßig zusammenarbeiten werdet. Denn so erhaltet ihr ein Gefühl für die Unternehmenskultur. "Wenn ein Unternehmen nicht entgegenkommend ist, ist das ebenfalls ein Warnsignal", so Monaghan. Wenn ein Personalverantwortlicher eine solche Anfrage abschlägt, versucht er möglicherweise, eine hohe Fluktuation oder eine schlechte Arbeitsmoral im Team zu vertuschen. "Wenn ein Bewerber mit mehreren Personen spricht, die unglücklich, lustlos oder unzufrieden wirken, könnte das ein Hinweis auf ein negatives Arbeitsumfeld sein", so Monaghan weiter.

Zwar haben wir alle mal einen Tag, an dem wir nicht ganz bei der Sache sind oder etwas Falsches sagen, jedoch kann die Summe der Interaktionen Aufschluss über die Unternehmenskultur geben. "Wenn es keine wirklich talentierten Personen an der Spitze des Unternehmens gibt, ist das meiner Meinung nach auch ein Indikator dafür, was man von den Mitarbeitern und der Personalabteilung erwarten kann", formuliert es Yancey abschließend.

Dieser Artikel wurde von Zoe Brunner und Melanie Gelo aus dem Englischen übersetzt. Das Original lest ihr hier.