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Schweizer Inflations-Geheimnis Euro-Kurs: Der Tag mit Bloomberg

(Bloomberg) -- Wenn heute die Inflationszahlen der Eurozone vorgestellt werden, wird der Zeiger trotz leichtem Rückgang wohl doch wieder auf über 10% ausschlagen. Wer dabei schlechte Laune bekommt, dem sei ein Blick in die Schweiz empfohlen: Dort steht die Inflation hartnäckig bei um die 3%. Neue Zahlen kommen am morgigen Donnerstag.

Freilich hindert das die Eidgenossen und ihre Währungshüter nicht daran, den Wert trotzdem deutlich zu hoch zu finden und deshalb an der Zinsschraube zu drehen. Um 125 Basispunkte hat die Schweizerische Nationalbank die Leitzinsen schon angehoben. Ein weiterer Schritt steht nach Lage der Dinge am 15. Dezember an.

Dennoch: Wie machen die Schweizer das? Eine Antwort darauf ist: Sie nutzen ihre Währung. Der Franken hat gegenüber dem Euro seit dem Sommer um 6% aufgewertet, was die Preissteigerungen der Eurozone abmildert. Zwar leidet auch das Alpenland unter den Energiepreisen, doch da 61% der Importe aus Europa kommen, ist der Franken eine wirksame Abschottung.

Das Stichwort Energie offenbart allerdings auch einen großen Pferdefuß der Isolation: So fürchten die Schweizer derzeit, dass zum Beispiel Deutschland das knappe Gas abdreht, weil nicht mehr genug da ist für den Export. Als Nicht-EU-Mitglied kann sie in dem Fall nicht mit besonderer Solidarität rechnen. Die Abschottung hat eben auch ihren Preis.

AKTUELLE MELDUNGEN:

  • SNB-Vize Martin Schlegel hat angedeutet, dass die SNB die Leitzinsen im Dezember erneut anheben wird.

  • Volkswagen erwägt für den Bau seiner geplanten Scout E-SUVs in den USA offenbar die Kooperation mit dem taiwanesischen Technologiekonzern Foxconn, der als iPhone-Bauer bekannt ist.

  • Die Helaba konnte rund 70% der bisherigen LBBW-Kunden im Edelmetallgeschäft für sich gewinnen.

  • Mit einem 1,5%-Tagesgeldangebot hat die Raiffeisenbank im Hochtaunus binnen drei Wochen rund 10.000 Kunden gewonnen.

  • Die Ampelkoalition will die Hürden für die Zuwanderung von Fachkräften senken, um den Personalmangel deutsche Betriebe zu lindern.

  • Bundeskanzler Scholz will keinen neuen transatlantischen Handelskrieg und fürchtet, dass Frankreichs Präsident Macron einen solchen anzetteln könnte.

  • Um die Versorgungssicherheit zu stärken, wird Uniper im nächsten Jahr ein altes Heizöl-Kraftwerk vorübergehend wieder in Betrieb nehmen.

  • Nach den Protesten gegen Pekings Null-Covid-Politik hat Chinas oberstes Strafverfolgungsgremium angekündigt, gegen “feindliche Kräfte” und deren “Sabotage” vorzugehen.

ANALYSEN:

  • Drei Grafiken illustrieren die Fronten, an denen die Credit Suisse derzeit kämpft - Aktie, Ausfallswaps und Vermögensabflüsse.

  • Auf dem New York Times DealBook Summit wird der Gründer der kollabierte Kryptobörse FTX, Sam Bankman-Fried, heute Rede und Antwort stehen.

AKTIENMÄRKTE | Die Börsen in Asien gehen am Mittwoch seitwärts. Anleger warten auf die Rede von Fed-Chef Powell am Abend. Erwartet werden Signale, dass die US-Notenbank ihr Zinserhöhungstempo im nächsten Monat senken wird. Bereits die Wall Street schloss am Dienstag insgesamt wenig verändert. Während Energie- und Finanzwerte zulegten, wurden Techwerte abgestoßen. Für Europa signalisieren die Futures einen freundlichen Handelsstart.

RENTENMÄRKTE | Die Staatsanleihemärkte haben sich am Dienstag deutlich erholt, nachdem die Inflationsdaten für Deutschland, Spanien und Belgien eine weniger hohe Teuerung als erwartet anzeigten. Am Geldmarkt wurden die Wetten auf EZB-Zinserhöhungen gestutzt. Für Dezember wurde nur noch ein 56-Bp-Zinsschritt eingepreist, nach 62 Bp am Vortag. Heute stehen die Inflationsdaten für die Eurozone im Fokus. Deutschland beschafft 3 Milliarden Euro über eine 1,7% 2032-Anleihe.

ROHSTOFFMÄRKTE | Der Ölmarkt erholt sich heute den dritten Tag in Folge. In den USA sind die Rohölbestände nach Daten des American Petroleum Institute erheblich zurückgegangen. Schub für die Preise kommt zudem von Spekulationen, die Opec+ werde bei ihrer Sitzung am 4. Dezember die Fördermenge erneut senken. Gold steuert auf den größten Monatsgewinn seit Mai 2021 zu. Bislang notiert Bulllion im November rund 7% im Plus. Hintergrund sind die Verluste beim Dollar angesichts der Anzeichen für einen weniger aggressiven Straffungskurs der Fed.

TERMINE AM MITTWOCH

  • Nach den niederländischen (06:30) und französischen (08:45) und zeitgleich mit den italienischen kommen um 11:00 die Inflationsdaten der Eurozone, die für die EZB entscheidend sind.

  • 09:55 Deutsche Arbeitsmarktdaten November.

  • 11:00 Das Kabinett tritt in Berlin zusammen und dürfte den geplanten Entwurf eines neuen Einwanderungsrechts beschließen. Pressekonferenz um 13:00

  • US-Konjunkturdaten: Arbeitsmarktbericht November (14:15), BIP Q3 (14:30), Chicago PMI (15:45)

  • Pressekonferenz nach Treffen von Bundeskanzler Scholz und Norwegens Ministerpräsident Støre

  • Fed-Chairman Powell spricht zu Konjunkturaussichten und Arbeitsmarkt an der Brookings Institution (19:30) und das Beige Book der Fed erscheint (20:00)

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