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Scholz: Ruf nach Langzeitstrategie ist oft Drückebergerei

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BERLIN (dpa-AFX) - Bundesfinanzminister Olaf Scholz hat Kritik an einer angeblich fehlenden Langzeitstrategie zur Bewältigung der Corona-Pandemie scharf zurückgewiesen. "Langzeitstrategie ist eine Formel, hinter der die Drückeberger sich immer verstecken", sagte der SPD-Kanzlerkandidat im Podcast "Die Stunde Null" von Capital und n-tv. "Was wir erleben, ist wie der Ausbruch des Vesuvs. Da muss man anders handeln, als zu sagen: Ich habe eine Langzeitstrategie, dann bricht er nicht aus." Es gehe darum, die Lage ständig zu beobachten und sich mit Wissenschaft und Wirtschaft über das Handeln abzustimmen. "Wer jetzt den Eindruck erweckt, es gebe die eine Wahrheit, der hat von Führung keine Ahnung."

Forderungen nach einer längerfristigen Strategie hatten unter anderem die Virologen Jonas Schmidt-Chanasit und Hendrik Streeck erhoben sowie FDP-Chef Christian Lindner. Diese Forderung "denunziert eine Strategie, die real existiert und die auch auf die Strecke angelegt ist", sagte Scholz. "Nämlich die Lage genau zu beobachten, schnell, mutig zu entscheiden."

Zu den wirtschaftlichen Folgen von Covid-19 sagte Scholz, er sei sicher, dass Deutschland die Rezession überwinden werde. "Es ist besser gekommen als vorherberechnet. Das kann uns gegenwärtig trotz des aktuellen Lockdowns die Hoffnung vermitteln, dass wir auch diesen ohne allzu schwere Verwerfungen beim Wachstum überstehen können."