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Schlägt Halbleiter-Krise noch härter zu? - Lage 'extrem volatil'

·Lesedauer: 2 Min.

WOLFSBURG (dpa-AFX) - Der Mangel an wichtigen Elektronik-Chips könnte die Autobranche noch mehr unter Druck setzen - über das genaue Ausmaß herrscht aber Unsicherheit. Die Lage rund um fehlende Halbleiterteile sei weiter "extrem volatil", hieß es am Dienstag bei Volkswagen <DE0007664039>. Wie stark die Lieferkrise bis zum Jahresende durchschlägt, lasse sich nicht verlässlich voraussagen. Im Laufe des ersten Quartals hatte der Wolfsburger Hersteller bereits gut 100 000 eingeplante Fahrzeuge nicht fertigen können. Laut einem Bericht des Wirtschaftsportals "Business Insider" sollen nun interne Schätzungen kursieren, nach denen man womöglich über 800 000 Einheiten weniger produzieren werde.

Auf diese "spekulative" Zahl wollte VW <DE0007664039> am Dienstag offiziell nicht näher eingehen - Prognosen zur Liefersituation könnten sich täglich ändern, in die eine wie die andere Richtung. Zudem müsse man jenseits solcher "Momentaufnahmen" die Erwartungen zur Produktion von den für den Umsatz entscheidenden Verkäufen trennen. Hier hätten die Pläne zum Gesamtjahr 2021 Bestand. Während des Corona-Einbruchs 2020 hatten Autobauer zunächst auch überschüssige Wagen aus Lagern abverkauft.

Man sei insgesamt "positiv gestimmt", dass sich die Halbleiter-Knappheit demnächst etwas entschärfen lasse, hieß es. "Wir gehen von einer Entspannung im zweiten Halbjahr aus, und der Volkswagen-Konzern wird alles daransetzen, die durch den Chip-Mangel nicht gebauten Fahrzeuge im Jahresverlauf aufzuholen."

VW-Einkaufsvorstand Murat Aksel hatte im März angedeutet, dass es wohl "keine schnelle Lösung gibt". "Es wird eng bleiben", sagte er damals angesichts der harten Konkurrenz um die wenigen vorhandenen Halbleiter-Produktionskapazitäten. "Wir sind im Häuserkampf."

Infolge der zwischenzeitlich abgesackten Nachfrage der Autohersteller waren im vergangenen Jahr mehrere große Chip-Produzenten auf Abnehmer etwa in IT, Unterhaltungselektronik oder Medizintechnik umgeschwenkt. Wegen der fehlenden Teile gab es in vielen Autowerken Kurzarbeit, in Deutschland traf es neben VW unter anderem auch Daimler <DE0007100000> und BMW <DE0005190003>. Die Wolfsburger setzen eine Taskforce zu dem Thema auf. Die Münchner Beratungsfirma Alix Partners schätzt, dass in diesem Jahr weltweit rund 3,9 Millionen Fahrzeuge weniger produziert werden könnten.

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