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Schiffbau-Zulieferindustrie berichtet über aktuelle Lage

HAMBURG (dpa-AFX) - Die deutschen Zulieferer für die internationale Schiffbau- und Offshore-Industrie legen am Donnerstag (11.00 Uhr) ihren Bericht über das vergangene Jahr vor und informieren über die aktuelle Lage der Branche. Wie in nahezu allen Wirtschaftsbereichen dürfte auch bei den Schiffbau-Zulieferern die Corona-Krise eine herausragende Rolle spielen. Auf absehbare Zeit werden kaum Kreuzfahrtschiffe und wohl auch deutlich weniger Frachtschiffe benötigt, so dass die Auftraggeber der Zulieferindustrie weniger produzieren werden.

Die Branche stand aber auch vor Corona schon unter Druck. Zwar konnte sie im Jahr 2018 einen leichten Umsatzanstieg um 1,1 Prozent auf 10,7 Milliarden Euro vermelden und gab sich vor einem Jahr noch durchaus zuversichtlich. Der Welt-Schiffbau schien seine Talsohle im Jahr 2016 mit rund 1000 neuen Schiffen hinter sich gelassen zu haben; die Produktionszahlen steuerten auf 2000 bis 2500 Schiffe zu. Doch immer mehr zeigten sich für die deutschen Zulieferer Belastungen durch Einschränkungen des freien Welthandels und die Politik Chinas, größere Teile seiner Schiffe selbst zu produzieren.

Die Schiffbau-Zulieferer beschäftigen rund 63 000 Mitarbeiter, viele davon in Süddeutschland und Nordrhein-Westfalen. Rund drei Viertel der Wertschöpfung eines Schiffes besteht aus Zulieferungen; je komplexer, desto mehr. Die Krise der Kreuzfahrtindustrie, die bislang die anspruchsvollsten Schiffe bestellte, dürfte die Zulieferer deshalb besonders belasten. Stabilisierend wirkt dagegen, dass die Branche einen nennenswerten Anteil ihres Umsatzes mit Serviceleistungen erzielt.