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RWE-Finanzvorstand: „Bis Ende 2022 wollen wir fünf Milliarden in Erneuerbare investieren“

Flauger, Jürgen
·Lesedauer: 4 Min.

RWE konzentriert seine Investitionen auf erneuerbare Energien. Markus Krebber erläutert im Gespräch, wie viel und wo der Konzern investieren will.

Kein anderer Energiekonzern vollzieht derzeit eine solch umfassende Metamorphose wie RWE. Deutschlands größter Kohlekonzern ist seit dem Deal mit Eon überhaupt erst wieder in das Geschäft mit erneuerbaren Energien eingestiegen. Jetzt will der Konzern, der von der Politik zum Kohleausstieg gezwungen wurde, aber alle Kräfte auf das neue Kerngeschäft konzentrieren. „Bis Ende 2022 wollen wir fünf Milliarden netto in erneuerbare Energien investieren, gemeinsam mit Partnern können das bis zu neun Milliarden Euro werden“, sagt Finanzvorstand Markus Krebber, der im Sommer den Vorstandsvorsitz übernehmen wird, im Gespräch mit dem Handelsblatt – und dabei soll es nicht bleiben: „Wir werden unser Tempo steigern.“

Die Mittel für den Green Deal der EU, aber auch die Corona-Hilfen eröffneten „die große Chance, eine neue, nachhaltige Industrie schneller aufzubauen, als das in normalen Zeiten der Fall wäre“, so Krebber.

Das komplette Interview lesen Sie hier:

Herr Krebber, RWE macht im Geschäft mit erneuerbaren Energien Tempo. Wie viel will der Konzern denn in den nächsten fünf, zehn Jahren investieren?
Bis Ende 2022 wollen wir fünf Milliarden netto in erneuerbare Energien investieren, gemeinsam mit Partnern können das bis zu neun Milliarden Euro werden. Dadurch wird unser Portfolio um 50 Prozent wachsen auf über 13 Gigawatt. Wir werden unser Tempo steigern. Dazu verfügen wir über eine attraktive Projektentwicklungspipeline von mehr als 22 Gigawatt, die sich über alle strategischen Kernregionen des Unternehmens erstreckt.

Was will RWE damit machen?
RWE ist schon heute einer der global führenden Anbieter im Bereich erneuerbare Energien, bei Offshorewind die Nummer zwei weltweit. Wir wollen in unseren Zielregionen USA, Europa und Asien-Pazifik investieren, und zwar im Geschäft mit Wind, Sonne und Batteriespeichern. Dabei helfen auch unsere Akquisitionen: eine 1,6-Gigawatt-Pipeline in Polen und die 2,7-Gigawatt-Pipeline, die wir von Nordex erworben haben, mit der uns ein kraftvoller Markteintritt in Frankreich ermöglicht wird. In Asien, speziell in Japan, Taiwan und Südkorea, sehen wir gute Chancen für Offshorewindenergie.

Warum erhöht RWE das Investitionstempo?
Die Mittel für den Green Deal der EU, aber auch die Corona-Hilfen eröffnen die große Chance, eine neue, nachhaltige Industrie schneller aufzubauen, als das in normalen Zeiten der Fall wäre. Mit immer ambitionierteren Klimaschutzzielen ist klar, dass der Ausbau der Erneuerbaren noch schneller erfolgen muss. Auch in den USA und Asien ist diese Entwicklung erkennbar. Erneuerbaren Energien kommt eine Schlüsselrolle zu – als eines der global führenden Unternehmen in diesem Bereich wollen wir die daraus resultierenden Chancen nutzen.

Warum fließt derzeit so viel Geld in den Markt?
Mit dem Paris-Abkommen ist klar geworden: Die Weltgemeinschaft will den Klimawandel stoppen. Klimaneutralität heißt das Ziel. Für die damit verbundene Dekarbonisierung ist der Ausbau der erneuerbaren Energien zwingend notwendig. Gerade erst hat die EU ihr Klimaschutzziel für 2030 auf 55 Prozent nach oben angepasst. Der Strombedarf wird steigen, weil immer mehr Anwendungen elektrisch werden. Grüner Strom wird fossile Energieträger verdrängen: im Wärmemarkt, im Verkehrsbereich.

Und zusätzlich braucht es erneuerbare Energien für die Produktion von grünem Wasserstoff, der für industrielle Prozesse benötigt wird. Der Markt für erneuerbare Energien ist also höchst attraktiv, das Potenzial riesig. Das haben auch Finanzsektor und Investoren erkannt.

Gibt es genug Investitionsmöglichkeiten, oder ist der Wettbewerb hart?
Gute Investitionsmöglichkeiten schließen harten Wettbewerb nicht aus. Projekte im Bereich der Erneuerbaren werden in der Regel ausgeschrieben. Und Wettbewerb gibt es auch um das Kapital – attraktive Rahmenbedingungen sind erfolgskritisch für die Länder, die den Ausbau vorantreiben wollen. Gerade in Europa wäre es wichtig, einheitliche Rahmenbedingungen zu haben, um auch grenzüberschreitende Projekte zu realisieren.

Wir haben vor Konkurrenz keine Angst. Kapitalkraft ist das eine. Aber genauso wichtig sind eine Projektpipeline und das Know-how, wie man Projekte in verschiedenen Ländern und Märkten entwickelt, baut und betreibt. RWE verfügt über eine hochqualifizierte Mannschaft mit jahrelanger Erfahrung, eine gut gefüllte Projektpipeline und die notwendige Finanzkraft. Das ist unsere Basis, um unsere Rolle als eines der weltweit führenden Unternehmen bei den erneuerbaren Energien zu festigen und auszubauen.
Herr Krebber, vielen Dank für das Interview.