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Russischer Rubel stabilisiert sich nach Absturz

Für die russische Währung geht es wieder bergauf – auch, weil die Zentralbank in den Devisenmarkt eingegriffen hat. Doch Analysten schauen weiter sorgenvoll auf den Ölstreit.

Die russische Währung steht wegen des Ölpreiskriegs mit Saudi-Arabien unter Druck. Foto: dpa

Der „schwarze Montag“ am Aktienmarkt hat auch bei den Devisen seine Spuren hinterlassen. Besonders betroffen war der russische Rubel, der auf den tiefsten Stand zum US-Dollar seit Anfang 2016 gefallen war. Auch gegenüber dem Euro gab er um etwa neun Prozent nach. Hintergrund ist der Streit zwischen Saudi-Arabien und Russland über die künftige Ölfördermenge, der zu einem dramatischen Verfall des Ölpreises geführt hat. Das bringt Russland als großen Ölproduzenten in Bedrängnis.

An diesem Dienstag hat sich die russische Währung etwas stabilisiert und legte im Vergleich zum Euro bis zum Vormittag um mehr als vier Prozent zu. Die russische Notenbank hatte am Montag reagierte und Maßnahmen angekündigt, um den Rubel zu stützen. So will sie für die nächsten 30 Tage keine Fremdwährungen kaufen. Erst Anfang März hatte das Finanzministerium den Ankauf von etwa 100 Millionen Dollar pro Tag festgelegt.

Dennoch fürchten Experten, dass der Niedergang des Ölpreises den Rubel weiter schwächt. Im vergangenen Jahr machten Öl und Gas fast die Hälfte der russischen Exporteinnahmen aus. Die Ratingagentur Fitch warnt vor einem Haushaltsdefizit Russlands. „Moskau hat wohl kaum damit gerechnet, dass der Ölpreis auf fast 30 Dollar fällt“, sagte Fitch-Analyst Dmitri Marintschenko. Dies sei eine böse Überraschung.

Commerzbank-Devisenexperte Ulrich Leuchtmann verweist auf die nach wie vor sehr hohe Abhängigkeit Russlands vom Ölpreis. „Alle Bemühungen der Vergangenheit, Russlands Wirtschaft weniger abhängig vom Öl zu machen, waren bisher kaum erfolgreich,“ schreibt er in einer aktuellen Analyse. „So läuft es letztlich auf die Frage hinaus, ob Russlands Wirtschaft einen so dramatischen Rückgang des Ölpreises verkraften kann.“

Leuchtmann verweist auf Erfahrungen aus dem Jahr 2015. Damals hatte es in Russland eine Rezession gegeben, die aus seiner Sicht „weitgehend durch den Ölpreiseinbruch und weniger durch die US-Sanktionen gegen Russland ausgelöst worden“ sei.

Der Situation damals war ebenfalls eine Talfahrt des Rubel 2014 vorrausgegangen. Ein Euro kostete damals kurzzeitig sogar 100 Rubel. Die Notenbank stoppte den Rubel-Verfall mit einer brachialen Erhöhung des Leitzinses auf 17 Prozent, die die Wirtschaft schwer belastete.

Im aktuellen Umfeld hat die russische Notenbank zuletzt wegen der schwachen Konjunktur die Zinsen immer weiter abgesenkt. Eine drastische Erhöhung würde das Wirtschaftswachstum in Russland wohl ganz stoppen.