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ROUNDUP: Maskenpflicht in Hessens Bussen und Bahnen - Verteilaktion zum Start

FRANKFURT (dpa-AFX) - Hessen trägt Maske - das war jedenfalls am Montag der Eindruck, den die Menschen in Bus und Bahn hinterließen. Kaum jemand war unterwegs, ohne Mund und Nase mit einem Schal, einem Tuch oder einer Mund-Nase-Maske zu bedecken. Ein Familienvater in der Frankfurter Innenstadt beispielsweise ging am Montag mit der Herausforderung des Mund-Nase-Schutzes kreativ um und hatte sein Baby kurzerhand mit einem leichten Schal umwickelt. Für diejenigen, die sich bisher noch nicht versorgen konnten, gab es Verteilaktionen in mehreren Städten.

So wollte der Rhein-Main Verkehrsverbund (RMV) seinen Fahrgästen in Hessen und Teilen von Rheinland-Pfalz von Montag an mehrere hunderttausend Masken zur Verfügung stellen. Mobile Teams seien in Großstädten, Mittelzentren und kleineren Städten im RMV-Gebiet an rund zwei Dutzend wechselnden Standorten über mehrere Tage im Einsatz, sagte eine Sprecherin. Pro Fahrgast werde eine Maske ausgegeben - so lange der Vorrat reicht. Bis Montagnachmittag seien bereits mehr als 10 000 Masken verteilt worden.

"Ob automatische Türöffnungen, mehr Fahrzeugreinigungen oder Einstieg durch die hinteren Türen - wir tun gemeinsam mit unseren Partnern, was wir können, um unseren Fahrgästen eine sichere Fahrt mit dem ÖPNV zu ermöglichen", versicherte RMV-Geschäftsführer Knut Ringat.

In Frankfurt sollten im Laufe des Montag an mehreren Punkten der Innenstadt 10 000 Mund-Nase-Masken verteilt werden. "Wir glauben, dass das Tragen von Mund-Nase-Bedeckungen in Bussen und Bahnen einen wichtigen Beitrag zur Gesundheit der Menschen in Frankfurt und Hessen leistet", sagte der Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD), der sich am Vormittag an der Verteilaktion beteiligte. "Wenn wir die Corona-Pandemie in den Griff bekommen wollen, führt an der Pflicht kein Weg vorbei."

Auch in Zeiten der Pandemie seien viele Menschen auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen, betonte Verkehrsdezernent Klaus Oesterling. Die Einführung des Maskenpflicht in Bus und Bahn habe womöglich den einen oder anderen überrascht, sagte Thomas Wissgott, Geschäftsführer der Frankfurter Verkehrsgesellschaft VGF. "Nicht jeder hat zum heutigen Stichtag eine Mund-Nase-Bedeckung oder sogar eine Maske parat." Mit der Verteilung der Masken solle den Fahrgästen daher ausgeholfen werden.

Wie bereits bei den bisherigen Beschränkungen und Verordnungen im Zusammenhang mit der Eindämmung des Coronavirus unterstützt die hessische Polizei auch bei der Kontrolle der Mundschutzpflicht die Ordnungsbehörden der Kommunen. Eine erste Bilanz zu den Kontrollen wird in den nächsten Tagen erwartet. Vor dem Start der Maskenpflicht am Montag hatte aber das Innenministerium betont, dass bei Verstößen der Dialog mit den Bürgern im Vordergrund stehen soll. Bußgelder sollen erst dann verhängt werden, wenn bei Kontrollen im Einzelfall ein bewusster oder wiederholter, willentlicher Verstoß gegen die Mundschutzpflicht festgestellt wird.

Fahrkartenkontrolleure werden dagegen Verstöße gegen die Maskenpflicht nicht ahnden: "Wir sind keine Maskenpolizei und wir werden Verstöße auch nicht sanktionieren", betonte ein VGF-Sprecher in Frankfurt. Er gehe davon aus, dass die meisten Menschen sich an die neuen Bestimmungen halten würden. "Den Einzelnen, der provozieren will und extra keine Maske trägt, gibt es immer." Ähnlich wie die Kontrolleure des RMV würden maskenlose Fahrgäste lediglich auf die Bestimmungen aufmerksam gemacht.

In Hanau, wo schon in der vergangenen Woche eine Maskenpflicht in Geschäften und öffentlichen Verkehrsmitteln eingeführt wurde, wurden am Montag erste Kontrollen vorgenommen. Für eine erste Bilanz sei es aber noch zu früh, sagte eine Sprecherin der Stadt.

In manchen Geschäften gab es klare Ansagen für maskenlose Kunden: "Nur mit Einkaufswagen und Mund-Nase-Schutz!" wies etwa ein Sicherheitsmann in einem Frankfurter Supermarkt einen Mann ab, der ohne Maske oder Schal das Geschäft betreten wollte.