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ROUNDUP: Kretschmer rechnet mit dritter Corona-Welle nach den Festtagen

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DRESDEN (dpa-AFX) - Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) rechnet mit einer dritten Corona-Infektionswelle nach Weihnachten und Silvester. "Es wird eine dritte Welle geben. Die Frage ist, wie hoch sie ist", sagte er am Dienstag nach der Kabinettssitzung in Dresden. Problematisch sei, dass sich diese Welle auf dem jetzigen Niveau auftürmen könnte. "Vor uns liegen die zehn härtesten Wochen der Pandemie." Die dritte Welle könnte in der Zeit vom 10. bis 15. Januar sichtbar werden. In Sachsen gibt es derzeit die bundesweit größte Dynamik bei der Ausbreitung des Virus.

Wie groß die Welle werde und welchen Schaden sie anrichte, hätten die die Menschen allein in der Hand, sagte Kretschmer. Die Abstandsregeln und das Tragen einer Maske müssten in Fleisch und Blut übergehen. "Anders werden wir das nicht hinbekommen". Der "Lockdown-Light" im Oktober habe weder in Sachsen noch anderswo die notwendige Wirkung entfaltet. Deshalb habe man das Land mit weiteren Einschränkungen zur Ruhe bringen müssen. Erste Anzeichen für Besserung dürften nicht dazu führen, dass man sich in Sicherheit wiege.

Kretschmer zeigte aber auch Anzeichen von Hoffnung: "So wie Deutschland derzeit aufgestellt ist, könnten die jetzigen Maßnahmen reichen, um diese Situation zu bewältigen." Genau wissen könne man das jedoch nicht, deshalb solle man in dieser Zeit niemals nie sagen. Man habe aber das Menschenmögliche getan. Viele Leute würden über die Feiertage hinweg arbeiten, um die Situation zu bewältigen.

Er habe den Eindruck, dass der Respekt vor der Erkrankung auch aus persönlichem Erleben zunehme, sagte Kretschmer. Es sei zu hoffen, dass alle diese Einsicht hätten. Sachsen handle jetzt restriktiver als andere. Man sei dabei, Strukturen in der Kontaktnachverfolgung und bei Kontrolle der Quarantäne zu stärken. Kretschmer appellierte eindringlich an die Bürger, die Kontakte an den Festtagen auf ein Minimum zu begrenzen. Die Leute müssten die Regeln für sich selbst akzeptieren.

Kretschmer verwies auf eine Umfrage, wonach jeder siebte Deutsche der Meinung ist, dass die Corona-Maßnahmen teilweise oder ganz dazu dienen würden, die Menschen zu unterdrücken. Das sei eine "abenteuerliche Vorstellung": "Und trotzdem, es gibt diese Leute. Man kann nur hoffen, dass sie im Angesicht der Bilder aus den Krankenhäusern zu einer besseren Einsicht kommen und sich auch vernünftig, solidarisch verhalten." Die Akzeptanz der Regeln sei ein entscheidender Faktor, wie sich das Virus ausbreite.

Laut Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) beginnt Sachsen am 27. Dezember mit den Corona-Schutzimpfungen in drei Pflegeheimen in Radeberg, im Zwickauer Land und im Erzgebirgskreis sowie zusätzlich in Krankenhäusern. Sie freue sich auf diesen Termin sehr, weil damit ein Stück Hoffnung verbunden sei. Je mehr Menschen sich impfen ließen, umso besser werde der Schutz vor Corona sein.

Sachsen rechnet in der ersten Phase mit 20 000 Impfdosen. Am 29. Dezember soll es eine zweite Lieferung mit 24 375 Dosen geben, Anfang Januar würden 34 125 folgen, kündigte Köpping an. Geimpft werde zunächst nur in Pflege- und Altenheimen sowie in Krankenhäusern. Die Impfzentren würden später zum Einsatz kommen.