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ROUNDUP: IG BAU will mehr Mindestlohn-Kontrollen - Missbrauch befürchtet

FRANKFURT (dpa-AFX) -Die IG Bauen-Agrar-Umwelt befürchtet 2023 angesichts wirtschaftlicher Schwierigkeiten mehr illegales Lohndumping. Neben der Umgehung des gesetzlichen Mindestlohns wie auch der tariflichen Untergrenzen sei mit mehr Schattenwirtschaft und illegaler Beschäftigung zu rechnen, teilte der Gewerkschafts-Vize Harald Schaum am Dienstag in Frankfurt mit. "Allein auf dem Bau wird sich noch eine Menge tun: Der wachsende Kosten- und Konkurrenzdruck wird auch kriminelle Machenschaften antreiben."

Auch andere Branchen wie beispielsweise die Gebäudereinigung müssten enger überwacht werden, forderte die IG BAU. Schaum verlangte den Einsatz von bundesweit mindestens 16 000 Zoll-Beamten bei der Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS), was mehr als eine Verdoppelung des bisherigen Personals bedeute. Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) habe dies bislang abgelehnt. Wenn der Bund das Kontrollpersonal jetzt nicht aufstocke, öffne er dem Missbrauch des Mindestlohns Tür und Tor, sagte Schaum.

Die Finanzkontrolle Schwarzarbeit sei für die wirksame Bekämpfung von Schwarzarbeit gut aufgestellt, sagte hingegen ein Sprecher des Finanzministeriums. Die Zahl der Planstellen sei von knapp 6900 im Jahr 2014 auf aktuell rund 10 200 erhöht worden und steige mit dem Haushaltsgesetz 2023 um weitere 1021 Planstellen. Durch entsprechende Haushaltsvermerke werde die FSK bis 2029 auf 14 849 Planstellen ausgebaut.