Werbung
Deutsche Märkte schließen in 7 Stunden 15 Minuten
  • DAX

    17.066,06
    -2,37 (-0,01%)
     
  • Euro Stoxx 50

    4.757,62
    -2,66 (-0,06%)
     
  • Dow Jones 30

    38.563,80
    -64,19 (-0,17%)
     
  • Gold

    2.037,80
    -2,00 (-0,10%)
     
  • EUR/USD

    1,0796
    -0,0016 (-0,15%)
     
  • Bitcoin EUR

    47.699,22
    -244,45 (-0,51%)
     
  • CMC Crypto 200

    885,54
    0,00 (0,00%)
     
  • Öl (Brent)

    76,59
    -0,45 (-0,58%)
     
  • MDAX

    25.677,80
    -80,51 (-0,31%)
     
  • TecDAX

    3.349,10
    -11,78 (-0,35%)
     
  • SDAX

    13.715,49
    -4,68 (-0,03%)
     
  • Nikkei 225

    38.262,16
    -101,45 (-0,26%)
     
  • FTSE 100

    7.665,54
    -53,67 (-0,70%)
     
  • CAC 40

    7.792,27
    -2,95 (-0,04%)
     
  • Nasdaq Compositive

    15.630,78
    -144,87 (-0,92%)
     

ROUNDUP: Fed entscheidet über Leitzins - Wann kommt der Richtungswechsel?

WASHINGTON (dpa-AFX) -Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) wird an diesem Mittwoch (20.00 Uhr MEZ) ihre Entscheidung zum weiteren Kurs der Geldpolitik bekanntgeben. Angesichts der nachlassenden Inflation dürfte die Fed in diesem Jahr einen Kurswechsel einschlagen. Dennoch gehen Analysten von einer weiteren Zinspause aus. Obwohl die Notenbank bei ihrer letzten Sitzung im vergangenen Jahr Zinssenkungen für 2024 in Aussicht gestellt hatte, blieb der Leitzins in einer Spanne von 5,25 bis 5,5 Prozent - der höchste Stand seit mehr als 20 Jahren. Fachleute dürften aber gespannt darauf schauen, welchen Zeitplan Notenbankchef Jerome Powell bei seiner Pressekonferenz vorgeben wird.

Seit März 2022 hat die Fed ihren Leitzins im Kampf gegen die Inflation um mehr als fünf Prozentpunkte angehoben. Die rasante Teuerung war unter anderem vom Anstieg der Energiepreise nach dem russischen Angriff auf die Ukraine ausgelöst worden. Angesichts der nachlassenden Inflation wird erwartet, dass die US-Notenbank bald die Zinsen senken könnte. Angesichts des robusten Wirtschaftswachstums dürfte sie es damit allerdings nicht allzu eilig haben. Denn bisher scheint es so, dass es der Fed gelungen sei, den Preisanstieg abzuschwächen ohne die Wirtschaft auszubremsen. Jüngste Konjunkturdaten zeigen, dass die US-Wirtschaft im Herbst stärker als erwartet gewachsen ist.

Die Inflation im Zaum zu halten, ist die klassische Aufgabe der Notenbanken. Die Fed strebt mittelfristig eine Preisstabilität bei einer Inflationsrate von 2 Prozent an. Sie dreht im Kampf gegen die hohen Verbraucherpreise an der Zinsschraube. Steigen die Zinsen, müssen Privatleute und Wirtschaft mehr für Kredite ausgeben - oder leihen sich weniger Geld. Das Wachstum nimmt ab, Unternehmen können höhere Preise nicht unbegrenzt weitergeben - und idealerweise sinkt die Inflationsrate. Gleichzeitig besteht aber die Gefahr einer Rezession. Die richtige Balance zu finden, ist die große Herausforderung für Zentralbanker.

Die rückläufige Inflation gibt den Währungshütern in den USA nun etwas Spielraum. Aber Fed-Chef Powell hat in der Vergangenheit immer wieder betont, dass die Daten mit Vorsicht zu genießen seien und man abwarten müsse, ob der Rückgang dauerhaft sei. Die Entscheider der Fed rechneten im Dezember für dieses Jahr im Mittel mit einem Leitzins von 4,6 Prozent. Das deutet auf etwa drei Zinssenkungen im Jahr 2024 hin. Doch Expertinnen und Experten gehen davon aus, dass eine erste Zinssenkung frühestens bei der kommenden Sitzung im März zu erwarten ist. Die jüngsten Wirtschaftsdaten dürften die Fed darin bestätigen, vorerst an ihrer strengen Geldpolitik festzuhalten.

Auch die Euro-Währungshüter haben im Sommer 2022 die Jahre der Null- und Negativzinsen beendet, um die hohe Inflation in den Griff zu bekommen. Die Europäische Zentralbank (EZB) schraubte die Zinsen nach oben. "In den USA und im Euroraum ist ein Teil der Inflationsdynamik auf den Anstieg der Energie- und Rohstoffpreise zurückzuführen", sagte der Chefvolkswirt des Internationalen Währungsfonds, Pierre-Olivier Gourinchas, bei der Vorstellung des jüngsten Konjunkturberichts am Dienstag. Doch in der Eurozone sei dieser Schock viel größer gewesen als in den USA. "Das führt zu einer etwas anderen Diagnose, wenn man darüber nachdenkt, was in den USA in Bezug auf die Inflation passieren könnte", so Gourinchas weiter.

Er verweist darauf, dass die Verbraucherpreise in den USA auch wegen der hohen Nachfrage und eines besonders starken Arbeitsmarkts so eklatant angestiegen seien. Ein starker Arbeitsmarkt erschwert der Fed grundsätzlich den Kampf gegen die Inflation, da er die Löhne antreibt. Wenn die Nachfrage in den USA nicht zurückgehe, dann könnte die Inflation hartnäckiger sein, warnte Gourinchas. Die Europäische Zentralbank mache sich eher Sorgen über das Lohnwachstum und darüber, ob die Löhne, die hinter den Preisen zurückgeblieben seien, aufholen könnten, ohne dass es zu einem weiteren Preisanstieg komme.