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ROUNDUP: Easyjet nimmt weitere Airbus-Jets erst später ab

·Lesedauer: 2 Min.

LUTON/TOULOUSE (dpa-AFX) - Der britische Billigflieger Easyjet <GB00B7KR2P84> nimmt wegen der Corona-Krise noch mehr bestellte Airbus-Jets <NL0000235190> erst Jahre später ab als geplant. Die Unternehmen hätten sich darauf geeinigt, dass Airbus 22 Maschinen statt in den Geschäftsjahren 2022 bis 2024 erst 2027 und 2028 an Easyjet ausliefert, teilte die Fluggesellschaft am Dienstag in Luton bei London mit. Easyjet-Chef Johan Lundgren begründete den Schritt damit, die Flottenplanung in dieser unsicheren Zeit noch flexibler zu gestalten.

Für die Aktie von Easyjet ging es am Morgen wie für mehrere andere Papiere aus der Luftfahrtbranche nach dem kräftigen Einbruch zum Wochenstart aufwärts. Zuletzt lag ihr Kurs in London mit rund drei Prozent im Plus. Der Kurs der Airbus-Aktie pendelte um den Schlusskurs vom Vortag.

Am Vorabend hatte die EU-Kommission dem Corona-Impfstoff des Mainzer Unternehmens Biontech <US09075V1026> und seines US-Partners Pfizer <US7170811035> die bedingte Marktzulassung erteilt. Die Luftfahrtbranche hofft, dass die Pandemie mit einer zunehmenden Verabreichung der Impfstoffe abschwillt und die Kunden wieder vermehrt Flüge buchen.

Die Nachfrage dürfte nach Branchenschätzungen aber nur schrittweise anziehen. Im laufenden Geschäftsjahr bis Ende September 2021 nimmt Easyjet den Angaben zufolge deshalb überhaupt keine neuen Maschinen ab, im Folgejahr sollen es acht, im 2023 sieben und im Geschäftsjahr darauf 18 Flugzeuge sein. Zudem wird die Auslieferung von 15 Maschinen so verlegt, dass sie besser zu der erwarteten saisonalen Nachfrage passt. Schon zuvor hatte Easyjet die Auslieferung von 24 Maschinen für die nächsten drei Jahre verschoben. Easyjet ist mit einer reinen Flotte aus Airbus-Mittelstreckenjets der A320-Familie und deren Neuauflage A320neo unterwegs.

Für die Flugzeuge, deren Auslieferung nun verschoben wurde, muss Easyjet tiefer in die Tasche greifen. Die Verschiebung schlage mit 26 Millionen britischen Pfund (28 Mio Euro) zu Buche, hieß es. Hinzu komme ein Preisaufschlag wegen steigender Kosten für Personal und Material.

Die Reisebeschränkungen in der Corona-Krise haben Fluggesellschaften in aller Welt in eine ungekannte Notlage gebracht. Auch Easyjet hält das Geld zusammen, wozu die spätere Abnahme der Flugzeuge beitragen soll. Wegen des Einbruchs der Ticketverkäufe haben Airlines ihr Flugangebot kräftig eingedampft. Viele wurden nur durch große Finanzspritzen der Regierungen vor dem wirtschaftlichen Untergang gerettet.

Easyjets Großaktionär Stelios Haji-Ioannou hatte sogar gefordert, dass die Airline ihre gesamte verbliebene Bestellung über mehr als 100 Airbus-Jets storniert. Allerdings dürfte der Flugverkehr erst in einigen Jahren wieder das Niveau aus der Zeit vor der Krise erreichen.

Derzeit bedroht eine in Großbritannien entdeckte neue Variante des Coronavirus das Geschäft von Airlines wie Easyjet zusätzlich. Die meisten europäischen Länder stoppten am Montag die Einreise aus dem Königreich, um die Verbreitung der von den Briten als besonders aggressiv eingestuften Mutation zu unterbinden - darunter auch Deutschland.