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ROUNDUP: Deutsche Unternehmen blicken weniger optimistisch auf China

·Lesedauer: 2 Min.

PEKING (dpa-AFX) - Deutsche Unternehmen haben in diesem Jahr weniger optimistische Aussichten für ihr Geschäft in China. Zwar äußerte sich die Mehrheit der Firmen in einer am Dienstag veröffentlichten Geschäftsklima-Umfrage der Deutschen Handelskammer in China weiterhin zuversichtlich. Allerdings waren es deutlich weniger als noch im Vorjahr.

Demnach gaben noch rund 51 Prozent der Unternehmen an, Verbesserungen in ihrem Sektor zu erwarten. Bei der Umfrage des Vorjahres hatte dieser Wert noch bei 66 Prozent gelegen. 18 Prozent der Firmen stellen sich 2022 auf eine Verschlechterung der Aussichten ein - nach 9 Prozent im Vorjahr. Auch ihre Erwartungen für das Gewinn- und Umsatzwachstum schraubten die Firmen in der aktuellen Befragung im Vergleich zum Vorjahr etwas zurück.

"Die deutschen Unternehmen in China schauen recht optimistisch ins neue Jahr, ihr Engagement im Markt bleibt unerschüttert", sagte Clas Neumann, Präsident der Deutschen Handelskammer in China. Jedoch schienen wirtschaftspolitische Tendenzen Spuren hinterlassen zu haben, so Neumann weiter. Die fehlende Gleichbehandlung im Vergleich zu heimischen Firmen sei zur größten regulatorischen Herausforderung für die deutsche Wirtschaft in China geworden.

Zudem wurden die wegen der Corona-Pandemie weiter bestehenden Einreisebeschränkungen als "kaum zumutbare Hürde" im Geschäft mit China identifiziert. Sie beeinträchtigen laut Umfrage das gegenseitige Verständnis, verhindern ausländische Investitionen und bremsen letztendlich auch das Wachstum Chinas. "Die reduzierte Konnektivität zwischen unseren beiden Regionen seit Beginn der Corona-Pandemie ist uns allen ein ernstes Anliegen", mahnte Frank Rückert, der Gesandte der Deutschen Botschaft in Peking, anlässlich der Vorstellung der Kammer-Umfrage.

Auch die vergangene Woche erstmals in chinesischen Städten nachgewiesene Omikron-Variante des Coronavirus besorgt die deutschen Firmen. "Omikron könnte in der Zukunft zu massiven Lockdowns führen, was Folgen für deutsche Firmen hätte", sagte Andreas Glunz, Bereichsvorstand International Business der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG in Deutschland, die an der Umfrage der Handelskammer beteiligt war.

Peking setzt im Umgang mit dem Coronavirus mehr denn je auf Abschottung. Landesweit wurden zuletzt täglich zwar nur rund 150 Fälle gemeldet - in einem Land mit 1,4 Milliarden Menschen. Doch Experten sind besorgt, dass Omikron die Null-Corona-Strategie der chinesischen Regierung an ihre Grenze bringen könnte. Gewarnt wurde vor Unterbrechungen von Lieferketten und lahmgelegten Fabriken, was Folgen auch für die gesamte Weltwirtschaft haben könnte.

Auch würden die zuletzt aufgetretene Energieknappheit in vielen Regionen sowie die Krise am chinesischen Immobilienmarkt die Stimmung bei deutschen Unternehmen eintrüben, sagte Glunz.

Die Kammer rief die neue Bundesregierung dazu auf, die Sorgen der Unternehmen in ihrer China-Strategie zu berücksichtigen. "Aus Sicht der deutschen Unternehmen sollte sich die neue Bundesregierung weiterhin für eine Verbesserung der Wettbewerbsbedingungen und eine Lockerung der Reisebeschränkungen einsetzen", sagte Kammer-Präsident Neumann. "Gleichzeitig sollte sie den Dialog fortsetzen und eine Justierung der deutsch-chinesischen Wirtschaftskooperation in verschiedenen Bereichen anstreben."

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