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ROUNDUP/Aktien New York Schluss: Dow trotz düsterer Jobdaten im Vorwärtsgang

NEW YORK (dpa-AFX) - Desaströse Arbeitsmarktdaten haben am Freitag an der Wall Street deutlichen Kursgewinnen nicht im Wege gestanden. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit fiel heftig, aber nicht ganz so extrem aus wie von einigen Experten befürchtet. So blieb die Stimmung dank der Aussicht auf Corona-Lockerungen und wegen Entspannungssignalen im Streit zwischen den USA und China gut.

Der Dow Jones Industrial <US2605661048> baute seine Gewinne im Späthandel nochmals etwas aus und schloss 1,91 Prozent höher bei 24 331,32 Punkten. Er erreichte seinen höchsten Stand seit Ende April und schraubte sein Wochenplus nochmals kräftig nach oben. Trotz einer Kursdelle am Mittwoch hat der Leitindex der Wall Street in dieser Woche um zweieinhalb Prozent zugelegt.

Der marktbreite S&P 500 <US78378X1072> stieg am Freitag um 1,69 Prozent auf 2929,80 Zähler. Die Technologiewerte im Nasdaq 100 <US6311011026> verbuchten ihren fünften Gewinntag in Folge, der Auswahlindex stieg um 1,30 Prozent auf 9220,35 Punkte. Auf dem höchsten Stand seit dem 21. Februar hat er den Hauptteil des Corona-Crashs mittlerweile wieder ausgeglichen.

Am Markt hieß es, die Anleger hätten die düsteren Perspektiven am Jobmarkt mit dem Ausverkauf Ende Februar und im März schon eingepreist. Die Arbeitslosenquote war im April von 4,4 Prozent im Vormonat auf 14,7 Prozent nach oben gesprungen, allerdings hatten Analysten im Mittel eine noch etwas höhere Quote befürchtet. Insgesamt gingen im April außerhalb der Landwirtschaft 20,5 Millionen Stellen verloren. Dies ist der stärkste Rückgang seit Beginn der Erhebungen im Jahr 1939.

Nachdem zuletzt wieder Sorgen um den Handelskonflikt hochgekocht waren, begrüßten es die Anleger, dass die USA und China an ihrer Teilvereinbarung festhalten wollen. Darauf haben sich Chinas Vizepremier Liu He und der US-Finanzminister Steven Mnuchin sowie der US-Handelsbeauftragte Robert Lighthizer laut Chinas Handelsministerium in einem Telefonat verständigt. US-Präsident Donald Trump erneuerte gleichwohl den Vorwurf, dass China für den Ausbruch der Coronavirus-Pandemie verantwortlich sei.

Unter den Einzelwerten im Dow konnten einige Tech-Werte dem Tempo am Gesamtmarkt zu Wochenschluss nicht ganz folgen. Intel <US4581401001> <US4581401001> und Microsoft <US5949181045> gehörten mit vergleichsweise leichten Anstiegen um 0,9 beziehungsweise 0,6 Prozent zu den kleinsten Gewinnern im Leitindex, der ohne Verlierer blieb. Als Schlusslicht verbuchte McDonalds <US5801351017> nur knappe Gewinne.

Vorne dabei war wie schon am Vortag die Boeing <US0970231058>-Aktie mit einem Anstieg um 3,7 Prozent. Hier ist in Zeiten der Corona-Lockerungen neuerdings Erholung angesagt, nachdem sie am Mittwoch auf den tiefsten Stand seit Anfang April gefallen waren. In einer Twitter-Videobotschaft hatte Trump die Amerikaner auf die Wiedereröffnung des Landes eingestimmt - Sorgen vor einer erneuten Zuspitzung der Corona-Krise zum Trotz.

Nachrichtlich im Fokus stand Uber <US90353T1007> mit vorgelegten Zahlen, die besser ausfielen als von Experten erwartet. Die Papiere knüpften daher mit sechs Prozent Plus an ihre Vortagsrally an, als der Konkurrent Lyft <US55087P1049> bereits eine positive Quartalsvorlage gegeben hatte. Lob erhielt der Konzern dafür, dass er es schaffte, durch seine diversifizierte Aufstellung weiter zu wachsen, auch wenn die Viruskrise weltweit die Mobilität der Menschen lahmlegte.

Tesla <US88160R1014>-Papiere legten an der Nasdaq um fünf Prozent zu. Der Elektroauto-Hersteller plant noch an diesem Freitag die Wiederaufnahme der Produktion in Fremont. Das Werk ist wegen der Corona-Krise seit dem 23. März geschlossen.

Einmal mehr waren am Freitag ansonsten die Ölwerte von steigenden Preisen bewegt. Die Entspannungssignale im US-Konflikt mit China stützten auch dort die Preise. Im Dow gehörten Chevron <US1667641005> und ExxonMobil <US30231G1022> mit Gewinnen von 3,1 beziehungsweise 4,4 Prozent zum vorderen Drittel.

Der Eurokurs <EU0009652759> bewegte sich trotz der schlechten US-Arbeitsmarktzahlen wenig von der Stelle. In New York wurden für die Gemeinschaftswährung zuletzt 1,0837 US-Dollar bezahlt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,0843 (Donnerstag: 1,0783) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,9223 (0,9274) Euro.

Die Kurse von US-Staatsanleihen fielen. Richtungweisende zehnjährige Anleihen verloren 12/32 Punkte auf 107 24/32 Punkte. Sie rentierten mit 0,680 Prozent./tih/he

--- Von Timo Hausdorf, dpa-AFX ---