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ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Minimales Dax-Plus am Ende einer starken Woche

·Lesedauer: 4 Min.

FRANKFURT (dpa-AFX) - Am Ende einer insgesamt erfreulich verlaufenen Börsenwoche hat sich der Dax <DE0008469008> stabil gehalten. Die teils moderaten Tagesgewinne am Freitag bröckelten allerdings immer wieder rasch ab. Nachdem der deutsche Leitindex zunächst moderat von Konjunkturhoffnungen profitiert hatte, rutschte er zwischenzeitlich auch in die Verlustzone. Letztlich stand ein minimales Plus von 0,07 Prozent auf 13 051,23 Punkte zu Buche. Auf Wochensicht bedeutet das einen Gewinn von knapp 3 Prozent.

Bereits am Montag hatte die offensive Zuversicht des US-Präsidenten Donald Trump angesichts seiner Corona-Infektion dafür gesorgt, dass die politische Unsicherheit nachließ. Das hatte den Weg für weitere Gewinne geebnet.

Der MDax <DE0008467416> der 60 mittelgroßen Börsentitel stieg am Freitag um 0,60 Prozent auf 28 003,13 Zähler. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 <EU0009658145> gewann 0,53 Prozent auf 3273,12 Punkten. In Paris und London wurden noch etwas deutlichere Gewinne verzeichnet. In den USA zeigten sich der Dow Jones Industrial <US2605661048> und die Nasdaq-Börsen zuletzt fest, nachdem der oberste Wirtschaftsberater Trumps, Larry Kudlow, bekannt gab, dass Trump einem überarbeiteten Konjunkturpaket zugestimmt hat. Details dazu gab es allerdings zunächst keine.

Alles in allem sei es am Freitag recht ruhig geblieben und die Investoren freundeten sich auch langsam mit einem Machtwechsel im Weißen Haus an, kommentierte Marktanalyst Jochen Stanzl von CMC Markets. "Im Falle eines Wahlsieges könnte der Demokrat Joe Biden die Strafzölle gegen China und Europa fallen lassen und wieder mehr auf eine internationale Zusammenarbeit setzen, was Europas Wirtschaftswachstum helfen würde." Das wiederum könnte es dem Dax ermöglichen, an die Stärke der Wall Street anzuknüpfen.

"Zudem könnte die Europäischen Zentralbank (EZB) im Dezember angesichts niedriger Inflationsraten weitere geldpolitische Schritte unternehmen, was den Euro schwächen und damit den europäischen Export stärken würde." Laut Stanzl wäre dies dann der geeignete Zeitpunkt, um wieder verstärkt auf europäische Aktien zu setzen.

An der Dax-Spitze gewannen die Aktien des Online-Essenslieferanten Delivery Hero <DE000A2E4K43> 3,7 Prozent, gefolgt von Infineon <DE0006231004> mit 2,5 Prozent. Die Aussicht auf Übernahmen und Fusionen in der Halbleiterindustrie trieb generell die Kurse von Unternehmen aus der Chipbranche wie die von Infineon weiter nach oben. Hinzu kamen starke Quartalszahlen von NXP Semiconductor <NL0009538784> vom Vorabend.

Zudem meldeten sich gleich drei Dax-Konzerne mit Eckdaten zum dritten Quartal sowie mit Geschäftsausblicken zu Wort. Dabei überraschte BASF <DE000BASF111> negativ, so dass die Aktien am Index-Ende fast 4 Prozent einbüßten. Der Chemiekonzern schreibt infolge der Belastungen - auch wegen der Corona-Krise - einen Milliardenbetrag ab.

Der Kunststoffkonzern Covestro <DE0006062144> hingegen kommt besser durch die Pandemie als noch im Sommer befürchtet. Die Papiere gaben dennoch um rund 1 Prozent nach. Starke Quartalszahlen von Henkel <DE0006048432> und der Mut zur Wiederaufnahme von Jahreszielen trieben dagegen die Aktie des Konsumgüterherstellers um 1,4 Prozent nach oben.

Im MDax ging es für die Papiere von Zalando <DE000ZAL1111> um 3,2 Prozent hoch, nachdem sie im Handelsverlauf ein Rekordhoch erreicht hatten. Die Corona-Pandemie heizte das Geschäft des Online-Modehändlers im dritten Quartal weiter an, so dass sich der Vorstand nun noch optimistischer über die Erwartungen an das Gesamtjahr äußerte. Das zog auch andere Coronakrisen-Gewinner mit nach oben: Shop Apotheke <NL0012044747> und Teamviewer <DE000A2YN900> gewannen jeweils etwas mehr als 5 Prozent.

An der SDax-Spitze <DE0009653386> schossen die Papiere von Global Fashion Group <LU2010095458> um 24 Prozent nach oben und erreichten einen Rekordstand. Laut der auf Schwellenländer ausgerichteten Beteiligung des Berliner Startup-Investors Rocket Internet <DE000A12UKK6> soll in diesem Jahr der Nettowarenwert währungsbereinigt stärker als zuvor angepeilt steigen.

Der Euro <EU0009652759> profitierte von überraschend starken Konjunkturdaten aus der Eurozone und wurde am frühen Abend mit 1,1819 US-Dollar gehandelt. Die EZB setzte den Referenzkurs auf 1,1795 (Donnerstag: 1,1765) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8478 (0,8500) Euro. Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von minus 0,52 Prozent am Vortag auf minus 0,55 Prozent. Der Rentenindex Rex <DE0008469107> stieg um 0,18 Prozent auf 145,94 Punkte. Der Bund-Future <DE0009652644> sank am Abend um 0,02 Prozent auf 174,55 Zähler./ck/he

--- Von Claudia Müller, dpa-AFX ---