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Reset bei Meyer: Alles eine Nummer kleiner

Maximilian Lotz
·Lesedauer: 3 Min.

Vor dem Geißbockheim stieg Max Meyer am Mittwoch aus einem schlichten weißen SUV seines neuen Arbeitgebers.

Zwar fällt in Zeiten der Corona-Pandemie ohnehin in der Regel das ganz große Tamtam weg, doch auch so wirkte bei Meyers Bundesliga-Rückkehr alles eine Nummer kleiner. Und das lag nicht allein am nasskalten Kölner Schmuddelwetter.

Zweieinhalb Jahre nach seinem geräuschvollen Abschied vom FC Schalke 04 wagt Meyer nach einer insgesamt durchwachsenen Zeit bei Crystal Palace, die mit der Vertragsauflösung Mitte Januar offiziell endete, nun beim 1. FC Köln einen Neuanfang.

Heldt: Meyer kommt Köln in finanzieller Hinsicht "extrem" entgegen

"Der Wechsel zum FC wurde nur möglich, weil Max uns in finanzieller Hinsicht extrem entgegengekommen ist", sagte FC-Geschäftsführer Horst Heldt. Für sein zunächst bis Saisonende laufendes Engagement soll Meyer laut Bild lediglich 250.000 Euro Gehalt beziehen, bei Palace soll er pro Jahr bis zu zehn Millionen Euro verdient haben.

Der 25-Jährige, der beim Mittelklasseklub aus dem Süden Londons zuletzt keine Rolle mehr gespielt hatte und zur U23 degradiert wurde, will bei den Kölnern vor allem wieder sportlich in Erscheinung treten.

Meyer sieht 1. FC Köln als Chance

"Für mich war die Perspektive entscheidend, spielen zu können. Ich will die Chance beim FC nutzen, um mich auf Top-Niveau zu präsentieren und dabei mithelfen, dass der Klub die Klasse hält", sagte Meyer. Am Mittwoch stand er bereits mit seinen neuen Teamkollegen auf dem Platz. Am Sonntag soll der Mittelfeldspieler im Kellerduell gegen Arminia Bielefeld (Bundesliga: 1. FC Köln - Arminia Bielefeld, Sonntag 15.30 Uhr im LIVETICKER) erstmals im Kader stehen.

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Sollte Meyer, der in der Schalke Knappenschmiede ausgebildet wurde, auch zum Einsatz kommen, wäre es für ihn das erste Bundesligaspiel seit dem 7. April 2018, als seine Auswechslung zur Halbzeit bei Schalkes 2:3-Niederlage beim Hamburger SV sein unrühmliches Ende bei den Königsblauen einleitete.

Nachdem Meyers Abschied nach geplatzten Vertragsverhandlungen schon länger feststand, entwickelte sich eine unschöne öffentliche Schlammschlacht, die in seiner Suspendierung mündete.

Unschönes Aus beim FC Schalke 04

Hängen blieb vor allem das Label "Weltklassespieler", das Meyers Berater Roger Wittmann laut des damaligen Schalke-Managers Christian Heidel im Zusammenhang mit seinem Klienten genannt haben soll. Auch wenn Wittmann die Äußerung später dementierte, wurde Meyer diese Bezeichnung nur schwer wieder los. Für seinen Wechsel zum englischen Durchschnittsklub Crystal Palace musste er entsprechend Häme einstecken.

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"Es wurde viel Unsinn geschrieben nach dem unschönen Abschied von Schalke", sagte Meyer im SPORT1-Interview vor knapp einem Jahr. "Ich kann jetzt sagen, dass es damals nicht so dramatisch war, vieles wurde aufgebauscht."

Auch wenn er zuletzt außen vor war, will er die zweieinhalb Jahre bei Crystal Palace nicht missen.

"Ich bin auf jeden Fall reifer geworden durch den Druck in dieser starken Liga", zog Meyer damals Bilanz. "In einem komplett neuen Umfeld zu leben und etwas Neues zu sehen, hat mir gutgetan." In 56 Pflichtspielen gelangen dem Mittelfeld-Allrounder zwei Tore und drei Vorlagen.

Heldt lobt Meyers Fähigkeiten

Mit seinen sportlichen Fähigkeiten, die ihm immerhin vier A-Länderspiele beschert haben, kann er nun für den 1. FC Köln ein wichtiges Puzzleteil im Kampf um den Klassenerhalt werden. "Er kann im Mittelfeld auf mehreren Positionen zum Einsatz kommen, ist spielintelligent, sehr ballsicher und sucht selbst gerne den Abschluss", weiß auch Heldt. "Das will Max bis zum Saisonende bei uns einbringen und seine Qualitäten in der Bundesliga wieder unter Beweis stellen."

Und vielleicht gibt es bei geglücktem Klassenerhalt im Sommer dann etwas mehr Tamtam in Köln.