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Prozess um Übernahme: Twitter will Elon Musks Textnachrichten einsehen, wie neue Gerichtsdokumente zeigen

Twitter und Elon Musk befinden sich seit Wochen in einem Rechtsstreit (Symbolbild). - Copyright: Getty Images
Twitter und Elon Musk befinden sich seit Wochen in einem Rechtsstreit (Symbolbild). - Copyright: Getty Images

Die Social-Media-Plattform Twitter versucht, in seinem 44 Milliarden US-Dollar (umgerechnet 43,3 Milliarden Euro) schweren Rechtsstreit mit dem Milliardär Elon Musk an seine Textnachrichten heranzukommen. Das zeigen neue Gerichtsdokumente.

Das Unternehmen erklärte am Montag, es wolle alle Textnachrichten von Musk während des "relevanten Zeitraums" nach "Material" im Zusammenhang mit seiner Klage durchsuchen lassen.

Milliarden-Deal gescheitert

Twitter hatte Musk im vergangenen Monat verklagt. Zuvor hatte der Milliardär und Tesla-Chef versucht, von seinem 44 Milliarden Dollar schweren Übernahmeangebot für das Unternehmen zurückzutreten. Twitter forderte die Textnachrichten Musks in einem am Montag eingereichten Anordnungsvorschlag, der noch von Richterin Kathleen St. Jude McCormick, die den Fall leitet, abgesegnet werden muss.

Musk und Twitter streiten seit Wochen darüber, welche Informationen für den Fall relevant sein könnten. Am Dienstag konnte Musk einen Etappensieg für sich verzeichnen. Das Gericht ordnete an, dass das Social-Media-Unternehmen Dokumente zu Musks Anfrage nach Informationen über Spam-Accounts von einem bereits entlassenen Mitarbeiter herausgeben muss. Musk behauptet nämlich, Twitter habe ihn über das Ausmaß des Problems mit "Bots", auch bekannt als Spam-Accounts, getäuscht. Durch die Dokumente erhofft er sich offenbar Beweise für seine Annahme.

Elon Musks Vermögen gefallen

Als Twitter Musk zum ersten Mal verklagte, lautete der Vorwurf, dass der Unternehmer nur deshalb versuche, aus dem Geschäft auszusteigen, weil sein persönliches Vermögen an Wert gefallen sei. Elon Musks Vermögen ist größtenteils in Tesla-Aktien gebunden, der Kurs der Aktie ist vor kurzem deutlich eingebrochen.

Musk hingegen sagte, er habe sich entschlossen, das Geschäft abzubrechen, weil Twitter sich geweigert habe, alle von ihm angeforderten Unternehmensdaten zu übergeben. Twitter darauf: Man habe Musk so viele Nutzerdaten herausgegeben, dass sie "sehr reale Bedenken" bekommen habe, dass Musk sie nur angefordert habe, um eine konkurrierende App zu entwickeln.

Dieser Artikel wurde von Luca Schallenberger aus dem Englischen übersetzt. Das Original findet ihr hier.