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Warum der Mythos des Jungunternehmers nicht stimmt, erklären diese Management-Forscher

Business Insider Deutschland
·Lesedauer: 2 Min.

Der Mythos des erfolgreichen Jungunternehmers ist weit verbreitet — befeuert durch Größen der Tech-Branche wie Bill Gates, Steve Jobs und Mark Zuckerberg, die mit Anfang zwanzig ihre Unternehmen gründeten. Auch Investoren scheinen lieber in Jungunternehmer zu investieren. Dabei liegt das Durchschnittsalter von Gründerinnen und Gründern unter den 0,1 Prozent der besten Startups bei nicht mehr ganz so jungen 45 Jahren, wie die Analyse eines Forscherteams des MIT und der Northwestern University zeigt, über die sie im Management-Magazin „Harvard Business Review“ berichten.

Egal welcher Faktor ausschlaggebend ist — sei es das Wachstum in den ersten fünf Jahren, das Beschäftigungswachstum, das schnellste Umsatzwachstum oder auch ein Börsengang — das Durchschnittsalter der erfolgreichsten Unternehmer ändert sich kaum. Tatsächlich zeigen die Ergebnisse der Management-Forscher Pierre Azoulay, Benjamin F. Jones und J. Daniel Kim, dass das durchschnittliche Gründeralter bei erfolgreichen Firmen vielmehr steigt als sinkt und erfolgreiche Unternehmer eher im mittleren Alter sind.

Es gibt allerdings große Unterschiede je nach Branche. So liegt das Durchschnittsalter bei Software-Startups bei etwa 40 Jahren und jüngere Gründer sind hier keine Seltenheit. Dagegen sind in der Öl- und Gasindustrie junge Leute nur selten anzutreffen und das Durchschnittsalter steigt auf 47 Jahre. Womöglich ist der Mythos des Jungunternehmers gerade auf die unverhältnismäßig große Anzahl von verbrauchernahen IT-Branchen wie Social Media zurückzuführen.

Drei Jahre Berufserfahrung steigern Erfolgschance um 85 Prozent

Allerdings ist auch zu berücksichtigen, dass der Gesamtanteil an Gründerinnen und Gründern mittleren Alters viel höher ist. Das könnte auch die höhere Erfolgsquote bei älteren Unternehmern erklären. Dennoch deuten die Ergebnisse darauf hin, dass die unternehmerische Leistung mit dem Alter stark ansteigt und erst in den späten Fünfzigern abnimmt. Das hängt vermutlich mit der Berufserfahrung zusammen: Drei Jahre Berufserfahrung in einer Branche steigern die Erfolgschance eines Startups in derselben Branche demnach um 85 Prozent.

Ein weiterer interessanter Punkt ist, dass auch die einst jungen Gründer Bill Gates, Steve Jobs, Jeff Bezos oder Sergey Brin und Larry Page erst im mittleren Alter die höchste Marktkapitalisierung und Profitabilität ihrer Unternehmen erzielten. Obwohl sie alle schon in jungen Jahren erfolgreich waren, erreichten sie also erst mit zunehmenden Alter größere Erfolge und entfalteten ihr ganzes unternehmerisches Potenzial.

Dennoch setzen viele Investoren vor allem auf junge Gründer. Möglicherweise sind viele Investoren einfach dem Mythos der Jungunternehmer verfallen. Wahrscheinlicher ist aber wohl, dass sie einfach nur auf der Suche nach den Firmen mit dem höchsten Wachstumspotenzial sind, so die „Harvard Business Review“. Zudem sind junge Gründer oft finanziell eingeschränkt und überlassen den Investoren mehr Anteile zu einem niedrigeren Preis. Daher müsste in einem nächsten Schritt untersucht werden, ob der bessere Zugang zu finanziellen Ressourcen, ein tieferes soziales Netzwerk und Erfahrung den Vorteil von Gründerinnen und Gründern mittleren Alters beeinflusst.

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