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Munich Re will Klimakatastrophen-Geschäft weiter ausbauen

(Bloomberg) -- Auch nach zwei Jahren mit versicherten Naturkatastrophenschäden von branchenweit mehr als 100 Milliarden Euro hält der Rückversicherer Munich Re an dem Geschäftsfeld fest und signalisiert, dass er sein Engagement in diesem Bereich sogar noch ausbauen könnte.

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“Der Bereich Naturkatastrophen ist für Munich Re wertschaffend, auch wenn es in manchen Jahren Ausreißer gibt. Er wird auch weiterhin zu unserem Kerngeschäft zählen”, sagte Vorstand Thomas Blunck in einem Interview mit Bloomberg. Die Munich Re sei hier zuletzt gewachsen, besonders in Europa und Lateinamerika. “Wir sind bereit, weiter zu wachsen, sofern wir risikoadäquate Prämien erzielen können, was uns zuletzt gelungen ist.”

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Die versicherten Naturkatastrophen-Schäden von branchenweit 120 Milliarden Dollar (112 Milliarden Euro) in 2022 hatten deutlich über dem Durchschnitt der fünf Jahre davor gelegen. Dieser betrug 97 Milliarden Dollar. Die hohen Schäden trafen die Branche in einer Zeit, in der sie mit hoher Inflation kämpfte, während ihre Kapitalbasis durch steigende Zinsen schrumpfte.

“Wir müssen bei vielen Naturkatastrophen von einem dauerhaften Anstieg der Frequenz und der gesamten Schadenshöhen ausgehen”, warnte Blunck. Das gelte für Ereignisse wie Sturm und Flut oder auch Trockenheit und Feuer. “Ein bedeutender Teil davon ist auf den Klimawandel zurückzuführen.”

Blunck zufolge bleiben Naturkatastrophen grundsätzlich dann versicherbar, wenn die Versicherungsdurchdringung hoch ist und es ausreichend große Schicksalsgemeinschaften gebe. Das sei etwa bei Hurrikans in den USA der Fall.

Public-Private-Partnerships

“Ist die Zahl der Versicherten hingegen zu niedrig, wird es ein sehr teures Produkt, das für Kunden de-facto unbezahlbar ist”, erklärt Blunck. Letzteres sei etwa bei Überschwemmungsversicherungen an einigen wenigen Stellen in Deutschland zu beobachten.

Um Versicherungslücken zu schließen und Versichertengemeinschaften zu bilden, kann Blunck zufolge der Staat mit ins Boot kommen — zum Beispiel über Public-Private-Partnerships. Das gelte besonders auch in Entwicklungsländern. In Mexiko gebe es dazu einen vielversprechenden Ansatz.

Daneben könnten wissenschaftliche Fortschritte helfen, Naturkastrophenschäden beherrschbarer zu machen. So investiert die Munich Re unter anderem auch in eine bessere Modellierung von Risiken und möglichen Schäden.

“Neue High-Definition-Modelle helfen uns, unterschiedliche geologische Bedingungen im Detail zu erfassen und daraus genauer abzuleiten, welche Häuser zum Beispiel bei Fluten stärker exponiert sind und welche nicht. So können wir mit Blick auf Deckung und Preise individuellere Angebote machen”, erklärte Blunck.

Einige Wettbewerber haben sich seinen Worten zufolge in den vergangenen Jahren bei Naturkatastropen zurückgezogen oder ihre Kapazitäten zurückgefahren. Für Munich Re stehe das unter unter den genannten Bedingungen nicht zu Debatte, sagte er.

(technische Wiederholung)

©2023 Bloomberg L.P.