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Mitarbeiter von Thyssen-Krupp wollen demonstrieren

Die IG Metall fordert ein Zukunftskonzept mit Investitionen und Sicherheiten für die Beschäftigten. Dafür sind an zwei Tagen Demonstrationen geplant.

Die Gewerkschaft IG Metall wirft dem Management eine Hinhaltetaktik bei seinen Plänen für den Konzernumbau vor. Foto: dpa

Bei den Beschäftigten des angeschlagenen Thyssen-Krupp-Konzerns wächst der Unmut über den Kurs der Unternehmensführung. Mitarbeiter der Stahlsparte wollen an diesem Dienstag (3. Dezember) vor der Hauptverwaltung von Thyssen-Krupp Steel Europe in Duisburg demonstrieren.

Einen Tag später ist eine Demonstration von Beschäftigten der Aufzugssparte vor der Konzernzentrale in Essen geplant, wie die IG Metall am Donnerstag mitteilte. Die Gewerkschaft wirft dem Management eine Hinhaltetaktik bei seinen Plänen für den Konzernumbau vor.

Bei Thyssen-Krupp sei das Stahlgeschäft in seiner Existenz bedroht, so die Gewerkschaft. Es müsse dringend ein Zukunftskonzept mit Investitionen und Sicherheiten für die Beschäftigten geben. Der für diesen Bereich des Konzerns geltende Zukunftssicherungsvertrag laufe zum Jahresende aus.

„Wer die Beschäftigten im Dunkeln lässt, darf sich nicht wundern, wenn diese das Tageslicht nutzen, um endlich ein klares und deutliches Signal für Sicherheiten und Zukunftskonzepte einzufordern“, sagte der NRW-Bezirksleiter der IG Metall, Knut Giesler. Die „WAZ“ hatte zuvor über die Demonstrationen berichtet.

Der Stahl- und Industriekonzern steckt seit langem in der Krise und schreibt rote Zahlen. Nach bisherigen Planungen will der Konzern 6000 Stellen streichen, davon 4000 in Deutschland. Personalvorstand Oliver Burkhard hatte bei der Vorlage der Bilanz für das abgelaufene Geschäftsjahr allerdings gesagt, es könne noch nicht ausgeschlossen werden, „dass es mehr Stellen werden, die wir abbauen müssen“.

Geld für den Umbau des Konzerns soll die profitable Aufzugssparte bringen. Ob dies über einen Börsengang, einen Komplett- oder einen Teilverkauf geschehen soll, ist nach Unternehmensangaben noch offen. Ein Konzept, wie es beim Stahlkonzern nach dem Verbot der geplanten Fusion mit dem Konkurrenten Tata Steel weitergehen soll, will der Vorstand im Dezember mit dem Aufsichtsrat und den Arbeitnehmervertretern besprechen.