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Nach Millionen-Flop der Post: Dieses E-Fahrzeug soll den Streetscooter beerben

·Lesedauer: 3 Min.

Tropos Motors baut einen kleinen E-Transporter für die City-Logistik. Das Fahrzeug ähnelt dem Streetscooter – ist aber deutlich günstiger.

Die Mosolf-Tochter Tropos Motors baut einen kleinen E-Transporter für die
Die Mosolf-Tochter Tropos Motors baut einen kleinen E-Transporter für die "letzte Meile" in der City-Logistik. Das Fahrzeug ähnelt dem Streetscooter der Post, ist aber deutlich günstiger.

Der Streetscooter war für die Deutsche Post finanziell ein großer Flop. Im Jahr 2014 hatte sie die Firma aus dem Umfeld der RWTH Aachen erworben und versucht, den kleinen E-Transporter in der eigenen Flotte und auf dem Markt der Kurierdienste zu etablieren. Aber die Verluste wuchsen von Jahr zu Jahr, 2020 stand für Streetscooter ein Minus von 318 Millionen Euro im Geschäftsbericht des Mutterkonzerns. Nun hat die Post den Lieferwagenhersteller an das Luxemburger Elektroauto-Startup Odin Automotive verkauft.

Auch dem Auto-Logistikunternehmen Mosolf aus dem baden-württembergischen Kirchheim ist Streetscooter laut einem Bericht des „Handelsblattes“ angeboten worden. Vorstandschef Jörg Mosolf musste nach ersten Sondierungen allerdings aufgrund des hohen Risikos ablehnen. Doch das Unternehmen produziert schon seit gut einem Jahr einen eigenen Elektro-Minilaster, den Tropos Able. Und ganz anders als beim Streetscooter hat Mosolf auf dem diesjährigen Kongress der Bundesvereinigung Logistik angekündigt, dass man beim Tropos noch dieses Jahr die Gewinnschwelle erreichen wolle, so das Handelsblatt.

Tropos Able ist wesentlich günstiger als der Streetscooter

Die beiden Lieferwagen ähneln sich technisch: Der Tropos verträgt maximal 700 Kilogramm Zuladung und kommt auf bis zu 260 Kilometer Reichweite sowie eine Geschwindigkeit von 61 Kilometern pro Stunde. Der E-Transporter ist laut Hersteller vor allem für die Logistik im Innenstadtbereich konzipiert – beispielsweise für die „letzte Meile“ im Liefergeschäft vom Stadtrand aus zu Privathaushalten oder Einzelhändlern. 

Durch verschiedene Aufbauten soll er aber in unterschiedlichen Bereichen einsetzbar sein, auch im Gebäudemanagement zum Beispiel. So gibt es die Wahl zwischen dreiteiliger Schiebetür, Kippvorrichtung sowie Planwagen- oder Kofferaufbau. Geladen wird der E-Transporter in acht bis zehn Stunden an herkömmlichen Steckdosen, aber auch Solarpanels am Fahrzeug sind in Planung.

Ein wichtiger Unterschied findet sich beim Preis: Ab 24.000 Euro ist der Tropos zu haben und damit wesentlich günstiger als ein Streetscooter. Für den müssen Käufer nämlich mehr mindestens 40.000 Euro berappen. Die Kunden goutieren das. Zu denen gehören laut Handelsblatt bereits die niederländische Supermarktkette Albert Heijn, die Frankfurter Wisag-Gruppe und das französische Citylogistik-Unternehmen Swoopin. Mittlerweile gebe es Bestellungen aus EU-Ländern von Deutschland bis Portugal.

1200 Neuzulassungen im Jahr 2022 geplant

Rund 600 Fahrzeuge sollen laut Handelsblatt in diesem Jahr ausgeliefert werden, mindestens 1200 Neuzulassungen sind für das Jahr 2022 geplant. Dass Tropos so schnell die Gewinnschwelle erreichen will, überrascht auch, weil Mutterkonzern Mosolf in der Produktion neu ist. Das 1955 gegründete Unternehmen ist eigentlich auf Automobiltransporte spezialisiert und muss sich beim Komplettauto-Transport in Deutschland nur der Bremer Lagerhausgesellschaft geschlagen geben. Lediglich die Sonderbau-Sparte von Mosolf rüstet Limousinen und Nutzfahrzeuge beispielsweise für Polizei oder Katastrophenschutz um.

Der Tropos Able wird nun hauptsächlich im nordrhein-westfälischen Herne produziert, wo ein Großteil der 50 Mitarbeiter tätig ist. Außerdem habe das Unternehmen 30 bis 40 Zulieferer finden müssen. Dafür liefere man den E-Transporter aber branchenunüblich direkt mit Aufbau und IT. 

Die Patente für den neuen Mini-Lieferwagen gehören eigentlich der kalifornischen Firma Tropos aus dem Silicon Valley und werden per Lizenz an interessierte Hersteller vergeben. Mosolf habe dabei seine Nische gefunden, in der es auch mächtigen Kunden im Speditionsgeschäft – wie VW oder Mercedes mit ihren Sprintern und Craftern – keine Konkurrenz macht. Denn der Tropos Able ist kleiner als die Transporter der Großen und bedient einen anderen Markt.

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