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Milliarden Dollar gegen den Hunger? Welche globalen Probleme Elon Musk sonst noch bekämpft — und was bisher dabei herausgekommen ist

·Lesedauer: 7 Min.
Unternehmer und Multimilliardär Elon Musk
Unternehmer und Multimilliardär Elon Musk

Elon Musk polarisiert. Der Multimilliardär hat Fans und Feinde. Eines steht jedoch fest: Seine Entscheidungen haben zu bemerkenswerten Erfolgen bei der Entwicklung weltverändernder Technologien beigetragen. Trotz seines exzentrischen Verhaltens verspricht er immer wieder, große Menschheitsprobleme zu lösen. Klimawandel? Musks Elektroauto-Unternehmen Tesla hat E-Autos spannend gemacht. Verkehrsprobleme und die negativen Auswirkungen durch Abgase? Musk gründete The Boring Company, um mit Tunneln volle Autobahnen zu umgehen. Andere Planeten kolonisieren, um uns vor dem Aussterben zu retten? SpaceX arbeitet daran.

Dabei tragen aber nicht alle seine Pläne Früchte. Bei einigen kann es sogar noch Jahre dauern, bis sie realisiert werden, wenn es überhaupt klappt. Musks neuester Vorschlag: Wenn die UN beweisen kann, dass sie effektiv gegen die weltweite Hungerkrise vorgehen kann, spendet der Tesla-Chef sechs Milliarden US-Dollar an die Organisation. So schlug sich Musk bisher als Retter in der Not:

Rettungsaktion in der Tham-Luang-Höhle

Im Juni 2018 wurden zwölf Jungen einer thailändischen Fußballmannschaft und ihr Trainer bei einem Ausflug in der Tham-Luang-Höhle in Thailand eingeschlossen. Heftige Regenfälle hatten die Höhle überflutet und unpassierbar gemacht. Musk versammelte während der Rettungsmission Ingenieure von Tesla, SpaceX und der Boring Company, um aus Raketenteilen ein "kindergroßes" U-Boot zu bauen. Der Leiter der Rettungsmission sagte jedoch, dass das Gerät nicht praktikabel sei. So wurde die Rettung auch ohne Musks U-Boot erfolgreich abgeschlossen. Ein britischer Taucher, der an der Rettung beteiligt war, bezeichnete Musks Aktion als "PR-Gag" und sagte, dass das U-Boot in diesem Szenario keine realistische Chance gehabt hätte. Als Reaktion darauf, bezeichnete Musk den Taucher auf Twitter als "Pädophilen". Der Tweet wurde mittlerweile gelöscht.

Im September 2018 reichte der Taucher in Kalifornien eine Verleumdungsklage gegen Musk ein. Der Unternehmer wurde inzwischen wieder freigesprochen. Dennoch sagte ein thailändischer Militärbeamter, dass Musks U-Boot für zukünftige Missionen nützlich sein könnte. Ingenieure von SpaceX trafen sich mit Mitgliedern der thailändischen Marine, um mit dem U-Boot zu trainieren. Musk twitterte, dass die Ingenieure auch von britischen Tauchern Feedback zur Verbesserung der Technologie erhielten.

Rettungskräfte in der Tham-Luang-Höhle.
Rettungskräfte in der Tham-Luang-Höhle.

Die Boring Company soll den Verkehr revolutionieren

Wie viele von uns hasst Musk es, im Stau zu stehen. Seine Lösung für verstopfte Autobahnen? Unterirdische Tunnel. Doch Verkehr ist mehr als nur ein Ärgernis. Laut einer Studie aus dem Jahr 2014 kann die durch den Verkehr verursachte Luftverschmutzung zu einem erhöhten Risiko für Herzerkrankungen und Schlaganfälle für diejenigen führen, die in der Nähe von Ballungsgebieten leben.

Mit der Boring Company versucht Musk, dicht besiedelte Orte über ein unterirdisches "Loop"-System zu verbinden. Autonome Fahrzeuge sollen dann mit bis zu 410 Stundekilometer durch die Tunnel rasen, um die Reisezeiten durch die Stadt zu verkürzen und die verkehrsbedingte Umweltverschmutzung zu reduzieren. Der Prozess verläuft jedoch stockend. Frühe Pläne, Tunnel in Los Angeles und Chicago zu bauen, scheiterten. Und das erste abgeschlossene Projekt in Las Vegas, eine 2,7 Kilometer lange Schleife, die Menschen zum Las Vegas Convention Center bringt, ist eher ein Gimmick als wirklich nützlich. Trotzdem glaubt Musk an seine Vision und plant weitere Bauprojekte.

Ein Tesla im Boring-Company-Tunnel.
Ein Tesla im Boring-Company-Tunnel.

Stromversorgung nach Hurrikan in Puerto Rico

Nachdem durch den Hurrikan Maria im September 2017 der Strom für die 3,5 Millionen Einwohner Puerto Ricos ausfiel und fließendes Wasser fehlte, versprach Tesla, auf der Insel bei der Installation von Batteriepacks und der Reparatur von Solarpaneelen zu helfen. Während die offizielle Zahl der Todesopfer 64 betrug, behauptete eine 2018 im New England Journal of Medicine veröffentlichte Studie, dass in den drei Monaten nach dem Hurrikan über 4000 weitere Menschen starben – hauptsächlich aufgrund der fehlenden medizinischen Versorgung. Forscher der George Washington University gehen von bis zu 3000 Todesopfern aus.

Kurz nach dem Hurrikan sagte die Bürgermeisterin von San Juan, Carmen Cruz, dass es bis zu sechs Monate dauern könnte, das Stromnetz wiederherzustellen. Tesla schickte Hunderte seiner Powerwall-Batterien, um den Bewohnern in der Zwischenzeit zu helfen. Während eines inselweiten Stromausfalls im April 2018 twitterte Musk, dass Tesla-Batterien 662 Standorte in Puerto Rico mit Strom versorgen und dass Mitarbeiter daran arbeiteten, Hunderte weitere zu installieren. Zwei Monate später twitterte Musk, dass Tesla „ungefähr 11.000 Projekte in Puerto Rico im Gange“ habe. Seitdem ist aber ein Großteil der nach Puerto Rico gelieferten Ausrüstung verfallen, berichtete die "Huffington Post" im Mai 2019. Statt der Tesla-Batterien werden von der Bevölkerung demnach vor allem Dieselgeneratoren verwendet.

Bezahlbarer Wohnraum dank Lego-artiger Steine

Bautrupps der 2016 gegründeten Boring Company graben durch Fels und Boden, um Tunnel zu bohren. Im März 2018 twitterte Musk, dass er die dabei übrig bleibende Erde dazu verwenden möchte, ineinandergreifende Lego-Steine ​​zu formen, die für den Bau von Häusern verwendet werden können. Später sagte er, dass die Steine dazu beitragen würden, Wohnungen für Menschen mit niedrigen Einkommen zu schaffen. Er schrieb, dass "zwei Personen in etwa einem Tag die Außenwände eines kleinen Hauses bauen könnten", gab jedoch nicht an, wie viel die Steine kosten würden. Im Juli 2018 hat die Boring Company auf Twitter ein Video hochgeladen, in dem die Herstellung der Steine gezeigt wird.

Doch Musk und die Boring Company haben seit gut zwei Jahren kein Update dazu veröffentlicht. Der Tesla-Chef hat nach eigenen Aussagen die Genehmigung für die Eröffnung eines Ladens beantragt, in dem die Steine verkauft werden sollen. Außerdem plane er, am Hauptsitz der Boring Company aus den Steinen einen 15 Meter hohen Wachturm zu bauen. Auf der Website des Unternehmens hieß es früher, dass die Steine als Pflastersteine ​​verwendet werden könnten und dass sie "großartig für Terrassen" geeignet seien. Diese Information wurden inzwischen jedoch wieder entfernt.

Tesla im Kampf gegen den Klimawandel

Ein großes Anliegen Musks ist der Kampf gegen den Klimawandel. Kein anderer Unternehmer steht so sehr für die Verwendung erneuerbarer Energien – vor allem in der Autobranche. Sein Autobauer Tesla produzierte mit dem Model 3 das profitabelste Elektroauto aller Zeiten. Große Traditionsunternehmen, wie Volkswagen, schauen in Sachen E-Mobilität zu dem Hersteller aus Kalifornien auf.

Abgesehen von Elektroautos ist die Solarenergie ein großer Geschäftsbereich von Tesla. Musk hat trotz vieler Negativ-Schlagzeilen in letzter Zeit mehr dazu beigetragen, Elektroautos zum Mainstream zu machen. Damit hat er einen großen Beitrag zur Bekämpfung des Klimawandels geleistet.

Das Aussterben der Menschheit verhindern

Musks Raketenfirma SpaceX hat große Ziele. Eines davon ist die Kolonisierung des Planeten Mars. Die Menschheit soll eine "multiplanetare" Spezies werden. 2013 sagte Musk voraus: „Entweder breiten wir uns auf andere Planeten aus oder wir riskieren es auszusterben“.

Musk plant sogenannte Starships für die Weltraumfahrt zu bauen und jeden Tag mit drei von ihnen ins All zu starten. Bis 2026 will das Unternehmen eine erste bemannte Mission zum Mars schicken. Aktuell sind wir aber noch weit von einer Kolonialisierung des Nachbarplaneten entfernt.

Die SpaceX-Rakete SN8 im Dezember 2020.
Die SpaceX-Rakete SN8 im Dezember 2020.

Beatmungsgeräte in der Corona-Pandemie

In den ersten Monaten der Pandemie äußerte sich Musk auf Twitter offen über das Coronavirus, postulierte medizinische Ratschläge und veröffentlichte unbestätigte Behauptungen. Er schrieb beispielsweise, dass Kinder „im Wesentlichen immun“ gegen Covid-19 seien. Aber er sagte auch, dass Tesla daran arbeiten werde, dem Mangel an Beatmungsgeräten Abhilfe zu schaffen. Tesla und SpaceX sollten selbst Geräte bereitstellen und an Krankenhäuser verteilen.

Aber Musks Bemühungen in Sachen Beatmung wurden wiederholt infrage gestellt. Kritiker hinterfragten, ob er überhaupt die versprochene Anzahl an Geräten lieferte und ob diese tatsächlich an den Standorten dringend benötigt würden. In der Zwischenzeit machten sich Tesla-Ingenieure schnell an den Bau von Beatmungsgeräten – andere Autohersteller wie Ford und GM zogen nach und haben seitdem die Produktion abgeschlossen – obwohl bis heute unklar ist, ob Tesla jemals fertige Beatmungsgeräte ausgeliefert hat.

Tesla-Chef Elon Musk
Tesla-Chef Elon Musk

Sechs Milliarden Dollar gegen den Welthunger

David Beasley, der Exekutivdirektor des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen, sagte zum US-Fernsehsender CNN, dass "die Milliardäre jetzt spenden müssen", um Millionen von Menschen zu helfen, die vom Hungertod bedroht seien. Musk war jedoch skeptisch gegenüber Beasleys Behauptung. Er twitterte, dass er unter einer Bedingung Tesla-Aktien verkaufen werde, um zu spenden. Und zwar, wenn die Organisation "genau beschreiben kann, wie sechs Milliarden US-Dollar im Kampf gegen den Welthunger helfen".

"Aber es muss eine Open-Source-Buchhaltung sein, damit die Öffentlichkeit genau sieht, wie das Geld ausgegeben wird", fügte er hinzu. Als Antwort sagte Beasley, dass Musks Team „die Buchhaltung der Organisation überprüfen und mit uns zusammenarbeiten“ könne. Ob Musk das Geld nun tatsächlich spenden wird, ist weiter unklar.

Dieser Artikel wurde von Klemens Handke aus dem Englischen übersetzt. Das Original findet ihr hier.

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