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Meldepflicht für Corona-Infektionen bei Haustieren geplant

BERLIN (dpa-AFX) - Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) plant eine Meldepflicht für Corona-Infektionen bei Haustieren. Es habe sich gezeigt, "dass auch bestimmte Tierarten für Sars-CoV-2 empfänglich sind", heißt es im Entwurf für eine Verordnung, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Zuerst hatte das Fachportal "Agrarheute" darüber berichtet. Die Meldepflicht richtet sich an Tierärzte, Ämter und andere Teststellen. Sie soll für alle vom Menschen gehaltenen Tiere gelten, auch für Zootiere. Am Dienstag (10.00) spricht Klöckner zum Thema "Meldepflicht von Infektionen mit Sars-CoV-2 bei Haustieren" in der Berliner Bundespressekonferenz.

Ziel ist, Ansteckungswege und andere Fragen zu erforschen. Eine Testpflicht für Hunde, Katzen oder andere Haustiere ist damit nicht geplant - bisher sind Infektionen auch nur in Einzelfällen bekannt. Hunde, Hauskatzen, ein Tiger sowie Nerze seien nach Kontakt zu infizierten oder infektionsverdächtigen Menschen positiv auf das Virus getestet worden, heißt es in der Verordnung. Im Versuchen mit Haustieren hätten sich Katzen, Frettchen und Goldhamster empfänglich gegenüber Sars-CoV-2 gezeigt.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gibt es bisher keine Hinweise darauf, dass Haustiere wie Hunde und Katzen das Virus auf Menschen übertragen können - es verbreitet sich vor allem über Tröpfchen und Aerosole von Mensch zu Mensch. Es habe aber wenige Fälle gegeben, in denen Nerze Menschen angesteckt hätten. Wer mit Corona infiziert sei, solle den Kontakt zu Haustieren reduzieren.