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Mehr als ein Drittel aller jungen Deutschen fordert finanzielle Entlastung bei Lebensmitteln – vor allem Frauen

Eine Frau steht vor einem Supermarktregal. Zurzeit steigen die Preise in Deutschland wegen der hohen Inflation stark an. - Copyright: Getty Images, d3sign
Eine Frau steht vor einem Supermarktregal. Zurzeit steigen die Preise in Deutschland wegen der hohen Inflation stark an. - Copyright: Getty Images, d3sign

Erst vor wenigen Tagen stoppte Russland weitere Gaslieferungen durch die Pipeline Nord Stream 1 – die Folgen waren unmittelbar an steigenden Gaspreisen abzulesen. Und inzwischen kommen für viele Privathaushalte auch noch höhere Strompreise hinzu. Ein Großteil der jungen Menschen in Deutschland erwartet deshalb weitere finanzielle Entlastungen von der Bundesregierung beim Thema Energieversorgung, aber auch in anderen Lebensbereichen. Das zeigt eine exklusiv für Business Insider durchgeführte repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey mit 2006 Befragten (Befragungszeitraum vom 20. August bis 5. September).

Zwei Drittel der jungen Menschen in Deutschland zwischen 18 und 39 Jahren finden demnach, dass die Bundesregierung erste oder weitere Entlastungen im Bereich der Energieversorgung vornehmen sollte. Fast die Hälfte der Befragten wünscht sich außerdem mehr finanzielle Entlastungen bei Steuern (47 Prozent), gefolgt von Mobilität im Alltag (34 Prozent), Wohnen (31 Prozent) und Sozialhilfe für einkommensschwache Haushalte (29 Prozent). Mehrfachnennungen waren möglich.

Dabei fällt ein Bereich ins Auge, in dem es bislang noch gar keine Entlastungen gegeben hat: So erwartet mehr als jeder dritte Befragte (38 Prozent) auch bei Lebensmitteln eine finanzielle Unterstützung vom Staat. Unter anderem Landwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne) hatte zuletzt vorgeschlagen, die Mehrwertsteuer auf Obst und Gemüse zu senken. Nur sieben Prozent der Befragten wünschen sich andere als die genannten Entlastungsmaßnahmen.

Fragt man Männer und Frauen getrennt, was die Bundesregierung angesichts der steigenden Preise jenseits der bereits beschlossenen Entlastungspakete tun sollte, ähneln sich die Antworten. Dennoch haben sie zwei klare Tendenzen: Bei Lebensmitteln und beim Wohnen wollen deutlich mehr Frauen eine staatliche Entlastung als Männer. Männer hingegen wollen, dass die Regierung mehr im Bereich Mobilität entlastet, aber auch bei der Sozialhilfe für einkommensschwache Haushalte.

Das dritte Entlastungspaket greift zumindest drei der genannten Bereiche auf: Der Kreis der Wohngeld-Berechtigten wird auf zwei Millionen Bürger erweitert. Zudem wird von September bis Dezember 2022 ein weiterer Heizkostenzuschuss an Bezieher gezahlt, nämlich einmal 415 Euro für einen Ein-Personen-Haushalt, 540 Euro für zwei Personen und für jede weitere Person zusätzliche 100 Euro. Außerdem will die Ampel-Koalition im Bereich der Mobilität einen Nachfolger für das Neun-Euro-Ticket entwickeln, etwa für 49 bis 69 Euro im Monat und ab Januar sollen alle Hartz-IV-Bezieher 500 statt 449 Euro Regelsatz im Monat erhalten.