Werbung
Deutsche Märkte öffnen in 26 Minuten
  • Nikkei 225

    39.103,22
    +486,12 (+1,26%)
     
  • Dow Jones 30

    39.671,04
    -201,95 (-0,51%)
     
  • Bitcoin EUR

    64.100,09
    -426,55 (-0,66%)
     
  • CMC Crypto 200

    1.510,49
    +7,83 (+0,52%)
     
  • Nasdaq Compositive

    16.801,54
    -31,08 (-0,18%)
     
  • S&P 500

    5.307,01
    -14,40 (-0,27%)
     

Matthias Steiner: Wie dieser Olympiasieger fast zufällig zum erfolgreichen Gründer wurde – und jetzt bei DHDL pitcht

Matthias Steiner machte als Gewichtheber Karriere – heute ist er Gründer. In „Die Höhle der Löwen“ stellt er sein Startup Steinerfood vor, das er gemeinsam mit seiner Ehefrau Inge Steiner gegründet hat. Inge Steiner arbeitete früher als TV-Moderatorin. Unter der Marke Steiner's verkaufen die Beiden Low-Carb-Produkte, mit denen sie in den Einzelhandel wollen. Dafür brauchen sie einen Löwen-Investor.

Berühmt wurde Matthias Steiner durch sein Siegerfoto bei den Olympischen Spielen in Beijing 2008: In der einen Hand hielt Steiner seine Goldmedaille und einen Rosenstrauß, in der anderen ein Foto seiner verstorbenen Frau Susann. Es entstand kurz nach dem Moment, in dem Steiner in Deutschland Sportgeschichte schrieb: Er tritt an die 258-kiloschwere Langhantel, geht in die Hocke, atmet mehrere Male kräftig aus, zieht die Hantel zügig zur Brust, hält sie in der Hocke und steht in einem Ruck auf. Steiners Gesicht ist rot vor Anstrengung. Er atmet wieder kräftig aus, drückt die Hantel in einem Zug über seinen Kopf – und hält sie dort für einige Sekunden.

Matthias Steiner bei den olympischen Spielen 2008 (Bild: Al Bello/Getty Images)
Matthias Steiner bei den olympischen Spielen 2008 (Bild: Al Bello/Getty Images) (Al Bello via Getty Images)

Diese Sekunden bedeuteten für Steiner Olympiagold. Diese Sekunden brachten ihm mit 25 Jahren den Spitznamen „der stärkste Mann der Welt“ und den Titel „Deutscher Sportler des Jahres 2008“. Denn Steiner ist der erste deutsche Gewichtheber, der Gold im Zweikampf in der Gewichtsklasse der Superschwergwichte gewann. In zwei Teildisziplinen stemmte er insgesamt 461 Kilogramm: 203 Kilogramm beim Reißen, 258 Kilogramm beim Stoßen. Ebenfalls im Jahr 2008 darauf holte sich Steiner den Titel Europameister, zwei Jahre später wurde er Weltmeister.

Produkte waren zunächst für Matthias Steiner selbst

Fünf Jahre nach seinem Olympia-Sieg beendete Steiner seine Sportlerkarriere. Davor arbeitete er als Gas-, Wasser-, und Heizungsinstallateur. Heute wohnt er in Niederösterreich, ist Gründer und entwickelt Low-Carb-Produkte. Die Rezeptur: wenig Kohlenhydrate, viele Ballaststoffe. Gemeinsam mit seiner Frau Inge Steiner gründete er 2020 das Startup Steinerfood und die Marke Steiner’s.

WERBUNG

Das Gründerpaar vertreibt Brot und Brötchen, Nudeln, Fertigkuchen sowie Backmischungen und Gewürze. Die Inhaltsstoffe der Produkte seien so zusammengesetzt, dass sie den Blutzuckerspiegel konstant halten. Das erleichtert das Abnehmen, da so die Fettverbrennung nicht blockiert wird. Deswegen seien die Produkte auch für Menschen mit Diabetes geeignet. Zu kaufen gibt es sie im Online-Shop.

Steiners Gründungsmotivation ist eine persönliche. Bei seinem Olympia-Sieg wog er ungefähr 150 Kilogramm, nach seinem Karriereende im Sport, wollte er abnehmen und wieder zurück in seinen alten Körper. „Logisch weiß ich als Sportler wie man abnimmt, aber nur Salat und Fleisch wollte ich dann auch nicht essen. Ich liebe Brot, aber leider gab es damals keine Low-Carb-Alternativen“, sagt Matthias Steiner gegenüber Gründerszene. Mit einem gemeinsamen Freund und Bäckermeister entwickelte er deswegen eigene Brötchen.

„Zu Beginn hatten wir aber überhaupt nicht vor, ein Unternehmen zu gründen. Die Produkte waren nur für Matthias“, sagt Inge Steiner. Matthias Steiner selbst habe 45 Kilo durch seine Produkte abgenommen. Auch Inge Steiner fokussierte sich auf das Thema gesunde Ernährung, veröffentlichte über den Abnehmerfolg ihres Mannes das Buch „Das Steiner Prinzip“ – und landete damit einen Bestseller. „Matthias hat unzählige Lesungen gehalten und viele wollten wissen, wie er es schafft, dauerhaft sein Gewicht zu halten. Die meisten haben Diäten hinter sich und sind immer wieder gescheitert, weil es eben verdammt schwierig ist, auf Brot, Nudeln und Co dauerhaft zu verzichten“, sagt sie. Matthias Steiner ergänzt: „Da haben wir erkannt, dass es eine große Nachfrage gäbe, aber eben noch keine Produkte. Wir sind also keine klassischen Gründer, sondern wir sind da quasi herein gewachsen.“

Sieben Jahre Produktentwicklung

Von der Idee bis zur tatsächlichen Gründung vergingen sieben Jahre. Ob er in der Zeit mal ans Aufgeben dachte? „Nein, aufgeben gibt es bei mir nicht“, sagt Matthias Steiner. „Ein Unternehmen aufzubauen ist ähnlich wie ein Spitzensportler zu werden. Man fängt klein an und es gibt immer wieder Rückschläge. Aber nur aus Rückschlägen lernt man. Ich bin ja auch nicht über Nacht Olympiasieger geworden.“ Eigenschaft aus seiner Sportlerkarriere, die ihm beim Gründersein helfen, seien: Zielstrebigkeit, Demut und Fleiß.

Heute besteht das Startup von Matthias und Inge Steiner aus acht festen Teammitgliedern. Zudem beschäftigt das Gründerpaar auch Freelancer. Die Low-Carb-Produkte lassen sie nach ihrer Rezeptur bei Partnern produzieren. Matthias Steiner kümmert sich hauptsächlich um die Produktentwicklung und die Repräsentation der Firma. Er hält Vorträge, führt Listengespräche und ist bei den Produktionen der Produkte dabei. „Zunächst einmal muss der Prototyp schmecken und auch funktionieren. Ich prüfe mit meinem permanenten Glukose-Messgerät, ob der Blutzucker nach dem Essen im gesunden Bereich bleibt“, sagt Matthias Steiner. Inge Steiner hingegen, betreut das Marketing des Startups und ist Ansprechpartnerin für die Teammitglieder.

Die Beiden versuchen im Alltag Privatleben und Business zu trennen, abends und am Wochenende nicht über das Startup zu sprechen. „Man muss sich da wirklich disziplinieren“, sagt Inge Steiner.