Deutsche Märkte öffnen in 3 Stunden 10 Minuten

14,7 Milliarden Euro für Tiffany: LVMH steht vor größter Übernahme seiner Geschichte

Der französische Luxusriese kauft den US-Schmuckhersteller Tiffany. Die Übernahme soll bereits im nächsten Jahr abgeschlossen werden.

Das für Schmuck bekannte New Yorker Unternehmen Tiffany wird nach Europa verkauft: Der französische Luxusgüterkonzern LVMH hat am Montagmorgen bekanntgegeben, dass er das US-Schmuckhaus für etwa 14,7 Milliarden Euro (16,2 Milliarden US-Dollar) übernehmen werde.

Die jeweiligen Aufsichtsräte haben dem Deal bereits zugestimmt, die Aktionäre von Tiffany müssen allerdings noch grünes Licht geben. Der Schmuckhersteller empfiehlt seinen Anteilseignern die Annahme des Angebots von 122,80 Euro (135 US-Dollar) pro Aktie. Die Übernahme von Tiffany soll laut LVMH Mitte nächsten Jahres abgeschlossen werden.

Für LVMH, nach wie vor überwiegend im Besitz der französischen Familie Arnault, ist die Übernahme von Tiffany nicht nur die größte Akquisition in der Unternehmensgeschichte. Mit einem Schlag überholt der Weltmarktführer für Luxus damit bei Schmuck und Uhren seinen Konkurrenten Richemont.

Die Franzosen dürften in diesem Segment künftig auf einen Umsatz von über acht Milliarden Euro kommen – bisher hat dieser in etwa bei der Hälfte gelegen. Zum Vergleich: Richemont weist derzeit rund sieben Milliarden Euro Umsatz aus.

Bernard Arnault, Chef des Luxushauses LVMH, benutzte bei der Bekanntgabe des Deals ungewohnt überschwängliche Worte: „Wir sind glücklich, Tiffany in der LVMH-Familie zu empfangen.“ Er habe den Ehrgeiz, „diese emblematische Marke mit aller Sorgfalt und Entschiedenheit, (...), zum Glänzen zu bringen“.

Tiffany besteht bereits seit über 180 Jahren und wird damit künftig zu den ältesten Märken von LVMH gehören. 1837 gründete Charles Lewis Tiffany sein erstes Geschäft in Manhattan. Heute zählt das Unternehmen 14.000 Mitarbeiter und weltweit 300 Verkaufsstellen.

Das Alter der amerikanischen Marke hat sich in den vergangenen Jahren gewissermaßen als Problem erwiesen: Denn sie gilt bei vielen als in die Jahre gekommen und zieht deshalb kaum junge Kundschaft an. Die operative Marge ist stetig zurückgegangen und liegt heute bei 17 Prozent.

Ende Oktober hatte LVMH Übernahmegespräche mit Tiffany bestätigt. Seitdem erhöhten die Franzosen zweimal ihr Gebot, nachdem Tiffany ihnen einen Blick in die Bücher gewährt hatte.

Bei Uhren und Schmuck hat LVMH bereits bekannte Marken wie TAG Heuer, Chaumet, Zenith, Bulgari, und Hublot. LVMH erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 48,8 Milliarden Euro und einen Gewinn von 6,35 Milliarden Euro. Die operative Marge lag bei 21,4 Prozent.