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Luxus Made in Germany: In diesen Wohnmobilen reisen Millionäre

·Lesedauer: 4 Min.
Patentierte Mittelgarage: Im Bauch des Wohnmobils kann ein Auto mit in den Urlaub reisen.
Patentierte Mittelgarage: Im Bauch des Wohnmobils kann ein Auto mit in den Urlaub reisen.

Die Wohnmobile, die die Firma Volkner Mobil herstellt, kosten mehr als die meisten Einfamilienhäuser in Deutschland. Für jeden Kunden werden sie individuell angefertigt — und auf Luxus muss dabei nicht verzichtet werden.

Camping boomt. Jedes Jahr erreichen die Neuzulassungen bei Caravans und Reisemobilen neue Rekorde. 2020 waren es 107.000 — ein Plus von mehr als 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dabei erwirtschaftete die Branche Deutschland laut dem Caravaning Industrie-Verband 12,5 Milliarden Euro. Und die Hersteller blicken optimistisch in die Zukunft, denn gerade auch die Jüngeren interessieren sich für Camper-Urlaube.

"Früher bedeutete Camping, dass ich mit 20 anderen Leuten zusammen am Waschbecken die Zähne putzte und hinter mir ging jemand aufs Klo", sagt Stephanie Volkner, die zusammen mit ihrem Mann das Wuppertaler Unternehmen führt, im Gespräch mit Business Insider. "Heute bedeutet Camping Flexibilität und Freiheit. Man kann sich an einem Tag selbst Spaghetti Bolognese zu Abend kochen und am nächsten Tag in einem schicken Restaurant essen gehen."

Die Reisemobile bieten jede Menge Platz im Innenraum.
Die Reisemobile bieten jede Menge Platz im Innenraum.

Firmengründer Gerhard Volkner hatte den richtigen Riecher. Ursprünglich fertigte der gelernte Schlosser Anhänger und Nutzfahrzeuge. Eines Tages kaufte er seinen Eltern ein Wohnmobil. Doch er war damit unzufrieden, als er selbst nutzte, so erzählt es seine Ehefrau. Deswegen baute er einfach selbst eins, basierend auf einem Lkw-Fahrgestell. "1997 hat er es das erste Mal auf einer Messe ausgestellt", erzählt Stephanie Volkner. "Und dann ging es los."

Die meisten Camper kosten zwischen 1,1 und 1,8 Millionen Euro

Die ersten Modelle hatten noch eine Heckgarage, in der ein Auto für Spritztouren am Urlaubsort verstaut werden konnte. Später konzipierte Volkner das Fahrzeug neu: Die Garage kam in die Mitte, der Motor nach hinten. Die Mittelgarage hat sich der Unternehmer patentieren lassen. "Anders als bei der Heckgarage gibt es so keine Einschränkungen für den Innenraum", sagt Volkner. Die Garage lässt sich ausfahren und als Terrasse nutzen. Auch eine ausfahrbare Wand — das sogenannte Wall-out — bietet mehr Wohnraum.

Stephanie Volkner ist seit 1998 dabei, das Ehepaar hat zwei gemeinsame Söhne. Der Ältere hat vergangenes Jahr im Familienunternehmen eine Ausbildung zum Karosserie- und Fahrzeugbauer angefangen — freiwillig, wie die Mutter betont.

Schlafzimmer mit Meeresblick: Die Kunden von Volkner Mobil schätzen die Flexbilität.
Schlafzimmer mit Meeresblick: Die Kunden von Volkner Mobil schätzen die Flexbilität.

Wie viele Reisemobile das Unternehmen im Jahr baut, will Volkner nicht verraten. Nur soviel: "Wir bekommen mehr Bestellungen als wir ausliefern können." Zwei Jahre dauere es von der ersten Kontaktaufnahme bis zur Auslieferung des Fahrzeugs.

Solche Reisemobile haben ihren Preis. Mindestens 400.000 Euro müssen die Kunden dafür hinlegen. Die meisten ihrer Camper kosten laut Volkner aber zwischen 1,1 und 1,8 Millionen Euro — also gut das zehn- bis zwanzigfache eines normalen Wohnmobils.

Von außen unauffällig, von innen luxuriös

Von außen erinnern die Fahrzeuge in der Regel an normale Reisebusse. Dabei findet man im Inneren meist eine voll ausgestattete Küche samt Geschirrspüler, einen großen Sitzbereich, ein Badezimmer und ein Schlafzimmer.

Trotz ihrer Größe können die Reisemobile auf normalen Campingplätzen oder Stellplätzen stehen. In manchen Ländern ist es auch erlaubt, eine Nacht frei zu stehen. Ihre Reisemobile seien komplett autark, sagt Volkner, und fassen 750 bis 1.000 Liter Frischwasser. Beim Bau achten die Unternehmer darauf, dass unterwegs nichts schief gehen kann: "Im Grunde sind die Reisemobile wie Flugzeuge gebaut. Da darf während dem Flug auch nichts ausfallen. Deswegen gibt es alle wichtigen Aggregate zweimal. So lässt sich der Urlaub nach höchstens ein paar Handgriffen fortsetzen."

Jedes Reisemobil wird individuell nach den Wünschen der Kunden gebaut.
Jedes Reisemobil wird individuell nach den Wünschen der Kunden gebaut.

Volkners liefern ihre Reisemobile weltweit aus, auch wenn der Schwerpunkt in Europa ist. Ihre Kunden seien ganz unterschiedlich, von jung bis alt und aus unterschiedlichen Branchen — vom Profisportler bis zum Politiker. Selbst das Militär hat schon bestellt. "Das Gros ist aber ganz klar der Unternehmer, der frei und flexibel unterwegs sein will", sagt Volkner. Manche nutzten es auch beruflich, um verschiedene Standorte abzuklappern und dabei bequem reisen zu können. Dann wird der Camper auch als mobiles Büro genutzt.

Ausgefallene Sonderwünsche bestellten ihre wohlhabenden Kunden hingegen viel seltener als viele Menschen glauben. "Im Grunde genommen geht alles, aber die meisten Kunden wollen gar keinen Schnick-Schnack", meint die Geschäftsfrau. "Natürlich bauen wir einen Whirlpool ein, wenn das gewünscht wird, aber die meisten Kunden gehen dafür lieber in ein Wellnesszentrum. Das ist weniger Aufwand."

Rennfahrer wünschen sich aber gerne eine begehbare Dachterrasse, von wo aus sie die Rennstrecke beobachten können. Andere wollen draußen eine ausziehbare Küche samt Bierzapfanlage oder eine Unterbringungsmöglichkeit für ihr Boot haben.

Der Motor befindet sich im Heck. Die Mittelgarage für das Auto lässt auch als Terrasse samt Sonnensegel nutzen.
Der Motor befindet sich im Heck. Die Mittelgarage für das Auto lässt auch als Terrasse samt Sonnensegel nutzen.

Zum Fahren der Reisemobile ist ein Lkw-Führerschein nötig. In Europa fahren die Besitzer ihr Gefährt meist selbst, während dies in anderen Ländern unvorstellbar sei, meint Volkner. Dort heuert man lieber einen Fahrer an: "Manchmal fahren aber Fahrer das Reisemobil an einen bestimmten Ort, zum Beispiel Stockholm, wo die Besitzer hinfliegen und dann eine Reise durch Schweden, Norwegen und Finnland starten können."

Viele Kunden schicken von unterwegs Reisegrüße nach Wuppertal. Einer sei gerade vier Wochen bei minus 20 Grad durch Nordnorwegen gefahren, ein anderer sendet Bilder aus Südspanien, erzählt die Unternehmerin. Bei Paaren herrsche allerdings noch die klassische Rollenverteilung vor: "Der Mann kümmert sich um die Technik, die Frau um das Interieur."

Selbst Urlaub machen gehört zum Job der Volkners quasi dazu: Die Familie testet die Reisemobile selbst. "Sonst wären sie nicht so gut", meint die Chefin und lacht.

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