Deutsche Märkte geschlossen

Linnemann will Debatte über Finanzierbarkeit des Pflegesystems

·Lesedauer: 2 Min.

BERLIN (dpa-AFX) - Unions-Fraktionsvize Carsten Linnemann hat sich für eine Debatte über die künftige Finanzierbarkeit des Kranken- und Pflegeversicherungssystems ausgesprochen. Linnemann sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Minister Spahn spricht ein wichtiges Thema an. Die Pflegeversicherung steht aufgrund des demografischen Wandels unter enormen Druck. Wir stoßen mit der Beitragsfinanzierung immer stärker an Grenzen, wenn wir die Lohnkosten auch in Zukunft in einem bezahlbaren Rahmen halten wollen."

Hintergrund der Aussagen ist eine geplante Pflegereform von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Insgesamt rechnet Spahn mit Mehrkosten von rund sechs Milliarden Euro. Höhere Pflegebeiträge sollen dafür vermieden werden. Stattdessen setzt Spahn zum großen Teil auf eine Finanzierung aus Steuergeldern.

Linnemann sagte, es könne nicht einfach jede weitere Leistung über Bundeszuschüsse finanziert werden, ohne eine genaue Gegenfinanzierung vorzusehen. Der CDU-Politiker ist Bundesvorsitzender der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU/CSU (MIT). "Wir sollten deshalb den Vorschlag zum Anlass nehmen, um endlich einmal ehrlich und ergebnisoffen über die Finanzierbarkeit des Kranken- und Pflegeversicherungssystems zu reden", so Linnemann. "Dabei müssen wir dringend auch darüber sprechen, wie die Strukturen verbessert und effizienter gestaltet werden können. Wir dürfen nicht weiter auf Kosten der nächsten Generationen leben."

Der CSU-Gesundheitspolitiker Stephan Pilsinger, Vorsitzender der MIT-Gesundheitskommission, sagte: "Langfristig müssen wir mit kapitalgedeckten Pflegezusatzversicherungen dafür sorgen, dass zukünftige Generationen nicht leer ausgehen und bis dahin übermäßige Kosten für die Pflegebedürftigen zahlen müssen."

Spahn hatte am Wochenende Vorschläge für eine Pflegereform gemacht. Konkret plant er eine Begrenzung eines Teils der Kosten, die Heimbewohner oder Angehörige für einen Pflegeheimplatz tragen müssen. Demnach soll der Eigenanteil für die reine Pflege künftig für längstens 36 Monate maximal 700 Euro im Monat betragen. Im Schnitt lagen die Kosten dafür zuletzt bei 786 Euro. Zusätzlich müssen Betroffene oder Angehörige allerdings auch noch für Unterkunft, Verpflegung und Investitionen der Heime zahlen. Spahns Reformpläne sehen außerdem eine bessere Bezahlung der Mitarbeiter in Pflegeeinrichtungen vor.