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Kurserholung: Haben die Märkte einen Boden gefunden?

·Wirtschaftsjournalist und Techblogger
·Lesedauer: 4 Min.

An der Börse geht es mal wieder scheinbar paradox zu: Der Ukrainekrieg geht ungebremst weiter, die Leitzinsen in den USA steigen erstmals seit drei Jahren wieder – und die US-Märkte setzen zur stärksten Rally seit November 2020 an. Ist der Worst Case jetzt eingepreist?

The Nasdaq logo is displayed at the Nasdaq Market site in Times Square in New York City, U.S., December 3, 2021. REUTERS/Jeenah Moon
Nasdaq Composite: Die Kurse an der US-Techbörse erholen sich etwas (Foto: REUTERS/Jeenah Moon)

Der März hat es in sich. In kaum einem anderen Monat werden so dramatische Richtungswechsel vollzogen wie im ersten Frühlingsmonat. 22 Jahre ist es etwa her, als die Internetblase platzte. Vor 13 Jahren endete gleichfalls im März die große Finanzkrise. Und wiederum exakt zwei Jahre ist es her, dass der erdrutschartige Corona-Crash endete.

Wird in diesen Tagen wieder ein Wendepunkt an den Kapitalmärkten vollzogen? Immerhin seit vier Monaten befinden sich die Aktien- und Kryptomärkte im harten Abwärtstrend, der vielen Technologieaktien Verluste von 50 Prozent und mehr eingebrockt hat. Die Sorge hinter dem Abverkauf begann lange vor dem Ukrainekrieg – nämlich Ende vergangenen Jahres, als die amerikanische Notenbank Federal Reserve die Kehrtwende in ihrer Geldpolitik andeutete.

US-Notenbank hebt Leitzinsen erstmals seit drei Jahren wieder an

Im Dezember vergangenen Jahres ließ die Fed wegen des immer größeren Inflationsdrucks durchblicken, dass die Zinswende überraschend schneller und umfangreicher ausfallen würde als bis dahin erwartet. Auf bis zu sieben Zinsschritte müssen sich Anleger wohl allein in diesem Jahr einstellen, prognostizierten Branchenexperten.

Den ersten Zinsschritt hat die amerikanische Notenbank am vergangenen Mittwoch vollzogen. Mit 25 Basispunkten fiel die erste Leitzinsanhebung seit 2018 jedoch gemäßigter aus als noch vor Monaten erwartet. Dennoch ließ Notenbankchef Jerome Powell durchblicken, dass sich Anleger bis zum Jahresende auf sechs weitere Anhebungen und ein Leitzinsniveau von 1,9 Prozent einstellen müssten. Bis Ende 2023 könnte der Leitzins in den USA bis auf 2,9 Prozent klettern.

Wall Street startet Rally-Modus

Trotz der an sich schlechten Nachrichten – Zinsanhebungen sind historisch betrachtet für spekulative Anlagen wie Aktien ungünstig – reagierten die US-Börsen auf die Notenbanksitzung indes nahezu euphorisch. Tatsächlich verbuchten die amerikanischen Aktienmärkte in der abgelaufenen Woche die größten Kurszuwächse seit November 2020.

Der marktbreite S&P 500-Index legte um mehr als 6 Prozent zu (und gewann erst das fünfte Mal in seiner Geschichte an vier aufeinanderfolgenden Tagen mehr als ein Prozent), während die Technologiebörse Nasdaq, die noch zu Wochenbeginn in den Korrekturmodus gestürzt war, in fünf Handelstagen mehr als 8 Prozent an Wert gewann. „Zu viele Techaktien waren überverkauft. Und zumindest kurzfristig sieht es so aus, als ob der Wall Street kein unmittelbarer Abverkauf bevorsteht, weil die Rohstoffpreise nicht weiter nach oben schießen“, ordnete der Marktanalyst Edward Moya gegenüber der „New York Times“ die Rally ein.

Mehr als eine Bärenmarktrally?

Der Vermögensverwalter James DePorre ist ähnlicher Meinung. „Die Aufwärtsbewegung war größtenteils eine Mischung aus schlechter Positionierung, der Sorge, etwas zu verpassen (FOMO) sowie einem Short Squeeze und schlechten Nachrichten (die eingepreist waren)“, resümiert DePorre.

Allein: Ist das Comeback nachhaltig? Im Wochenverlauf hatte Marktkommentator James Cramer der renommierten Charttechniker Tom DeMark mit Verweis auf eine Bodenbildung zitiert. Der S&P 500 und Nasdaq 100 könnten demnach wenige Tage von einem Tiefpunkt entfernt sein, mutmaßt Cramer.

„RIP Große Depression 5. Januar – 13. März 2022“

Im beliebten Internetforum Reddit ist die Zuversicht unterdessen bereits zurückgekehrt, dass das Tief bereits überwunden ist. „RIP Große Depression 5. Januar – 13. März 2022“, postete ein Witzbold auf den Seiten der Börsen-Boards „Wall Street Bets“. In anderen Worten: Das Schlimmste wäre demnach bereits wieder vorbei.

Anleger werden hoffen, dass sich die Börsenhistorie im März abermals wiederholt: Vor genau zwei Jahren endete der Ausverkauf im Corona-Crash mit einer schlagartigen Gegenbewegung, die mehr als ein Jahr laufen sollte. Feiner Unterschied: Seinerzeit stand die amerikanische Notenbank mit Leitzinssenkungen aufseiten der Aktionäre.

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