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Kolumne Deutschstunde: Der Kampf der Fürwörter um den Vortritt

·Lesedauer: 1 Min.

In der Morgenpost stand kürzlich folgende Passage: „Am 17. Dezember soll im neuen Berliner Schloss das Humboldt Forum eröffnen. Ein neues Buch erzählt seine bewegte Geschichte.“ Ein Berliner Leser wandte sich an den Nicht-Berliner Peter Schmachthagen und fragte: „Müsste es nicht ‚erzählt dessen Geschichte‘ heißen? Die Verwendung des Possessivpronomens wird mittlerweile in ansonsten gründlichen Medien sehr flexibel gehandhabt.“

Um es vorwegzunehmen: Im Kontext (Sinnzusammenhang) sollte es natürlich „seine“ Geschichte heißen. Niemand wird annehmen, dass es sich hier um die bewegte Geschichte eines Buches handelt. Zudem beziehen sich die demonstrativen Formen „dessen“ und „deren“ immer auf die letztgenannte Person oder Sache, sodass der Rückbezug das Humboldt Forum treffen würde.

Beim „Humboldt Forum“ fällt auf, dass in seinem Namen nach der amtlich gültigen Schreibweise für Schulen und Behörden ein Bindestrich fehlt. In Berlin wie in Hamburg gelten bei Kunstschaffenden und Sprach-Autonomen Bindestriche offenbar als dem eigenen Niveau nicht adäquat.

Die Demonstrative (die hinweisenden Wörter) können sowohl als Artikelwörter („dieser“ Mann) wie auch als selbstständige Pronomen (Fürwörter) verwendet werden („Dieser“ ist am schönsten). Nur im zweiten Fall sollte man von Demonstrativpronomen sprechen. Zu den Demonstrativen gehören „der, die, das; dieser, diese, dieses; jener, jene, jenes; derjenige, diejenige, dasjenige; derselbe, dieselbe, dasselbe“.

Um auf unser Schloss-Beispiel zurüc...

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