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Kündigung, Preiserhöhung, Drohung: So gehen Banken gegen Kunden vor, wenn diese Gebühren zurückfordern

·Lesedauer: 3 Min.
Nicht alle Antworten der Banken werden den Kunden gefallen
Nicht alle Antworten der Banken werden den Kunden gefallen

Millionen Briefe schicken die deutschen Banken in diesen Tagen an ihre Kunden, mit der Aufforderung den „aktuellen Preisen und Bedingungen“ zuzustimmen. Zahlreiche Kunden antworten und wollen ihre zu Unrecht erhöhten Gebühren erstattet bekommen – doch einfach machen es die Banken ihnen nicht.

Was ist passiert? Bis vor kurzem reichte den Geldhäusern das Schweigen eines Kunden als Zustimmung, um Gebühren einzuführen oder zu erhöhen. Im April erklärte der Bundesgerichtshof: Wenn der Kunde nicht aktiv zustimmt, ist die Preiserhöhung ungültig. Jetzt müssen die Banken die Zustimmung von allen Kunden einholen.

Zusätzlich können Kunden das Geld zurückfordern, welches die Banken seit 2018 unerlaubt einkassiert hatten. Von selbst überweisen euch die Geldinstitute den Betrag nicht. Ihr müsst aktiv auf euer Bank zugehen. Und diese reagieren in manchen Fällen harsch.

Wer Geld zurück will, dem werden die Gebühren erhöht

Wie der Geldratgeber Finanztip berichtet, hat die PSD Bank Hessen-Thüringen den Kunden das Konto gekündigt, nachdem diese ihr rechtmäßiges Geld zurückgefordert hatten. Das Geldhaus begründete, dass die Kunden mit ihrer Anforderung den gültigen AGBs widersprechen würden. „Klar, kann eine Bank ein Konto kündigen. Aber es damit zu verknüpfen, dass ein Kunde sein Recht einfordert, ist schon heftig“, sagt Josefine Lietzau, Bank-Expertin bei Finanztip. „Gleich mit der Kündigung rauszurücken ist nicht so schön." Den Brief der PSD Bank Hessen-Thüringen fand sie bisher am schlimmsten. Lietzau hat von zahlreichen Menschen Briefe erhalten, die aufzeigen, wie manche Geldhäuser gegen eigene Kunden vorgehen.

So haben die Volksbanken in Stuttgart und Göppingen gebeten, nicht nur den aktuellen Gebühren zuzustimmen, sondern verlangen dies auch automatisch rückwirkend für alle früheren Erhöhungen. Solltet ihr das unterschreiben, verzichtet ihr also auf eure Erstattung. Nicht für jeden Kunden wird das direkt deutlich.

Die Sparda-Bank Baden-Württemberg fährt einen ganz anderen Kurs. Ein Konto kostet hier 5 Euro pro Monat. Sollte jemand seine alten Gebühren zurückfordern, dann muss er künftig 7,50 Euro zahlen. Wer aber keine Rückerstattung fordert, der darf die 5-Euro-Monatsgebühren drei Jahre länger behalten. Ein Deal, den die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg gar nicht gut fand. Es folgte eine Abmahnung gegen die Bank. „Ob wir klagen oder nicht, hängt davon ab, ob eine Unterlassungserklärung abgegeben wird, beziehungsweise ob und wie sich die Sparda Bank auf unsere Abmahnung einlässt“, erklärt die Verbraucherzentrale auf eine Anfrage von Business Insider.

"Drohung mit unzulässigen Mitteln"

Bei der Sparda-Bank liege die Besonderheit vor allem darin, dass die Bank eine Genossenschaftsbank ist und die Verbraucher, die ihr Konto bei der Bank haben, gleichzeitig auch Genossenschaftsmitglieder sind, erklärt die Zentrale. „Wir halten dieses Schreiben und dieses Angebot im Hinblick auf den genossenschaftsrechtlichen Gleichbehandlungsgrundsatz für eine Drohung mit unzulässigen Mitteln.“

Die Sparda-Bank Baden-Württemberg kann die Einschätzung der Verbraucherzentrale „in keiner Weise nachvollziehen“, wie das Geldhaus auf Anfrage von Business Insider erklärt. Die Bank betont, dass auch die Stiftung Warentest sich mit diesem Schreiben beschäftigt hat und es als „durchaus zulässig“ einstuft. Wie die Bank auf die Abmahnung reagiert und ob sie eine Unterlassungserklärung abgehen wird, wollte sie nicht sagen.

Grundsätzlich sollte euch klar sein, dass Banken euch kündigen können, wenn ihr den Preisen nicht zustimmt. „Die Banken werden unterschiedlich mit den jeweiligen Kunden umgehen und schauen, was der Kunde wert ist“, sagt Finanztip-Expertin Lietzau. Habt ihr ein Depot, einen laufenden Kredit oder auch eine Anlage, bei der die Bank mitverdient, dann würdet ihr eher nicht gekündigt werden, sagt Lietzau. Für einige Banken sei dies aber ein "schöner Moment den Kundenstamm zu bereinigen.“

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