Deutsche Märkte geschlossen
  • DAX

    15.544,39
    -96,08 (-0,61%)
     
  • Euro Stoxx 50

    4.089,30
    -27,47 (-0,67%)
     
  • Dow Jones 30

    34.935,47
    -149,06 (-0,42%)
     
  • Gold

    1.812,50
    -18,70 (-1,02%)
     
  • EUR/USD

    1,1872
    -0,0024 (-0,20%)
     
  • BTC-EUR

    34.878,61
    -226,51 (-0,65%)
     
  • CMC Crypto 200

    955,03
    +5,13 (+0,54%)
     
  • Öl (Brent)

    73,81
    +0,19 (+0,26%)
     
  • MDAX

    35.146,91
    -126,01 (-0,36%)
     
  • TecDAX

    3.681,37
    +1,63 (+0,04%)
     
  • SDAX

    16.531,16
    -34,57 (-0,21%)
     
  • Nikkei 225

    27.283,59
    -498,83 (-1,80%)
     
  • FTSE 100

    7.032,30
    -46,12 (-0,65%)
     
  • CAC 40

    6.612,76
    -21,01 (-0,32%)
     
  • Nasdaq Compositive

    14.672,68
    -105,59 (-0,71%)
     

Jessica und Dominik legen jeden Monat 1500 Euro an, um mit 30 Millionäre zu sein — diesen großen Sparfehler vermeiden sie

·Lesedauer: 6 Min.
Dominik, 24, und Jessica, 22, sind seit sieben Jahren zusammen und haben im Juni 2021 geheiratet
Dominik, 24, und Jessica, 22, sind seit sieben Jahren zusammen und haben im Juni 2021 geheiratet

Mit Mitte zwanzig fangen die meisten Menschen erst an zu arbeiten, verdienen ihr erstes Gehalt, sparen für ihr erstes Auto. Bei Dominik und Jessica Fuchs sieht es ganz anders aus: Das junge Ehepaar hat schon jetzt – im Alter von 24 und 22 Jahren – fast 100.000 Euro angespart.

Wer jetzt denkt, dass die beiden aus vermögenden Familien stammen, geerbt oder super bezahlte Jobs haben, liegt falsch. Dominik hat mit einer Ausbildung als KFZ-Mechatroniker begonnen und arbeitet aktuell als Serviceberater in einem Autohaus. „Ich erklimme hier die Karriereleiter“, wie er im Gespräch zu Business Insider sagt. „In meinem Beruf bin ich sozusagen die Kommunikation zwischen dem Kunden und unserer Werkstatt.“ Seine Aufgabenbereiche erstrecken sich von der Aufnahme des Kundenproblems, über die Auftragserstellung und dem Vertrieb, bis hin zur Qualitätskontrolle und Rechnungserstellung. Es sei ein „klassischer Vollzeitjob“ mit einer 40-Stunden-Woche, von 9 bis 18 Uhr.

Jessica arbeitet als Krankenschwester und macht aktuell eine Weiterbildung für Intensiv- und Anästhesiepflege. Ihr Job gefällt ihr so sehr, dass sie „niemals daran denken würde“ diese Arbeit aufzugeben. Auch Dominik ist von seinem Beruf „begeistert“, vor allem der Vertrieb macht ihm Spaß. Dennoch sparen die beiden monatlich eine so hohe Summe, dass sie eventuell auch deutlich vor dem Rentenalter aufhören könnten zu arbeiten – wenn alles so weitergeht, wie bisher.

„Wir geben weder Geld fürs Rauchen noch für Partys aus“

Das Spar-Fieber fing 2018 an, als Dominik unzufrieden mit der Situation war. Er begann Bewerbungen zu schreiben, wollte einen Job mit mehr Gehalt und fing an, sich mit dem Thema Geldanlage zu beschäftigen. Er erzählt, wie er „über mehrere Monate“ Bücher, Videos und Podcasts über Finanzen konsumierte. Besonders die Werke von Geld-Experte Bodo Schäfer und ETF-Profi Gerd Kommer hatten es dem KFZ-Mechatroniker angetan.

Jessica und Dominik investierten daraufhin zuerst einmalig 2000 Euro in drei verschiedene ETFs und besparten dieses Depot jeden Monat mit 1500 Euro. Diese Sparsumme teilt sich wie folgt auf: 60 Prozent in einen MSCI World, den ETF, welcher 1600 Unternehmen aus den 23 führenden Industrienationen abbildet. 20 Prozent in den MSCI Emerging Markets, der in Schwellenländer investiert und 20 Prozent in den MSCI World Small Caps, der in kleinere Unternehmen investiert. Insgesamt kommt das Paar somit auf fast 8000 Aktien Positionen.

„Mit dieser Strategie und der hohen Sparrate haben wir es zum heutigen Zeitpunkt geschafft, den Wert unseres Depots auf über 70.000 Euro steigen zu lassen“, sagt Dominik zu Business Insider. „Diese Investitionen waren aber nur möglich, weil wir zum damaligen Zeitpunkt noch gemeinsam im Kinderzimmer von Jessica wohnten und keine hohen Ausgaben hatten.“ Während Jessica ein Bruttogehalt von 3000 Euro hatte, lag Dominik bei einem Lohn von 1900 Brutto. Das Nettogehalt lag zusammen ungefähr bei 3600 Euro, wodurch die Sparrate der beiden fast 42 Prozent betrug – „recht beachtlich“, wie Dominik selbst sagt.

Das fiel dem Pärchen aber nicht schwer, da sie „einfach keinen Bedarf hatten, das Geld auszugeben“: „Wir geben weder Geld fürs Rauchen noch für Partys oder dergleichen aus. Unsere Freizeitaktivitäten beschränken sich in der Regel auf Dinge, die wenig Geld kosten. Aber nicht, weil wir dem Spar-Wahn verfallen sind, sondern weil wir einfach nicht mehr benötigen, um glücklich zu sein“, sagt Dominik. Nach einigen Gehaltsverhandlungen erhielt er zudem ein „so gutes Angebot“ bei seinem Arbeitgeber, dass er sich dafür entschied diese „Chancen zu nutzen, anstatt ein zweites Mal bei null zu starten.“

„Die Menschen wissen nicht, was mit ihrem Geld passiert“

Ein neues Gehalt war eine gute Grundlage, um mehr zu sparen, denn bei den 1500 Euro pro Monat blieb es nicht. Aktuell verdienen die beiden zusammen 5200 Euro netto.

Zu den 1500 Euro legt das Paar zusätzlich jeden Monat weitere 1200 Euro auf ein separates Girokonto. „Dieses Geld nutzen wir für spontane Investments oder auch für höhere private Ausgaben wie Urlaube oder ein neues Auto“, erklärt Jessica. Allerdings mussten sie hiervon „einiges plündern“, da sich diese Ausgaben in den vergangenen Monaten auf 40.000 Euro summierten. Gründe dafür waren der Umzug in eine leere 3-Zimmer-Wohnung in der Heimatstadt Kehl, in Baden-Württemberg, und das Feiern ihrer gemeinsamen Hochzeit – „nicht günstig“, wie Jessica sagt. „Jetzt sind die großen Ausgaben aber erstmal durch und wir können den Notgroschen wieder aufbauen.“

Zusätzlich investiert das junge Ehepaar monatlich 500 Euro in deren eigenes Unternehmen „richfox consulting“, welches sie im vergangenen Sommer gegründet haben. Deren Geschäftsmodell: Sie erklären Kunden, wie auch sie so viel Geld sparen können. „Entstanden ist unser Unternehmen eigentlich nur, weil die Leute gefragt haben, wie wir so viel Geld sparen können“, erzählt Dominik. Irgendwann wären diese Fragen in „konkrete Hilfestellungen“ übergegangen und die beiden haben sich entschieden, neben ihrem normalen Beruf, parallel ein Unternehmen aufzubauen.

„Während unserer Beratungen fällt uns auch immer wieder eine Sache auf, die der Großteil gemeinsam hat. Die Menschen wissen einfach nicht, was mit ihrem Geld passiert!“, sagt Jessica. Die beiden sind der Überzeugung: Das sei der „größte Fehler beim Sparen“.

„Mit dreißig Jahren will ich Millionär sein“

Fragt man die beiden nach deren monatlichen Kosten, kommt die Antwort schnell und genau: 1460 Euro und 97 Cent. Hierzu zählt die monatliche Miete von 770 Euro warm, sowie weitere Ausgaben für Versicherungen und Lebensmittel. Zu diesen Fixkosten haben sich Dominik und Jessica noch einen Rahmen von 465 Euro pro Monat für private Ausgaben wie Kleidung, Freizeitaktivitäten und weiteres festgelegt.

„Das Schöne an unserem System ist, dass wir uns keine Gedanken darüber machen müssen, wann und wie viel wir ausgeben dürfen“, erklärt Dominik. Dadurch, dass das Geld, das gespart wird, automatisch am Monatsanfang investiert wird, sei es „längst weg, bevor wir es überhaupt ausgeben können“: „Wir schränken uns in keiner Weise ein und benötigen deshalb auch keine Disziplin, um diese Summen zu sparen“, sagt Dominik. Denn am Ende des Monats sehe deren Girokonto aus „wie bei allen anderen, es ist einfach leer.“

„Es ist nicht so, dass wir auf alles verzichten, wenn wir Geld sparen, sondern wir denken eher nachhaltig und vermeiden unnötigen Konsum“, erklärt Dominik. Die beiden sparen auch nicht einfach nur für „einen Haufen Geld auf dem Konto“, sondern haben auch große Ziele: „Eines davon ist, auch wenn es schwer wird und es für viele schlichtweg unwahrscheinlich klingt, mit dreißig Jahren Millionär zu sein“, sagt der Autohaus-Mitarbeiter. Außerdem will das Paar in naher Zukunft ein Haus bauen. Denn der wichtigste Grund sei die Familie: „Wir möchten gemeinsam dafür sorgen das nicht nur wir zwei, sondern auch unsere zukünftigen Kinder ein schönes und sorgenfreies Leben erhalten.“

Wenn ihr mir auch erzählen möchtet, was ihr beruflich macht, wie viel ihr verdient und wie ihr investiert, schreibt mir an leo.ginsburg@businessinsider.de.

Wir möchten einen sicheren und ansprechenden Ort für Nutzer schaffen, an dem sie sich über ihre Interessen und Hobbys austauschen können. Zur Verbesserung der Community-Erfahrung deaktivieren wir vorübergehend das Kommentieren von Artikeln.