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Höhere Prämie für E-Autos wird bald verlängert

·Lesedauer: 3 Min.
Fahrzeug mit Plug-in-Hybrid-Antrieb: Die Innovationsprämie wird verlängert.
Fahrzeug mit Plug-in-Hybrid-Antrieb: Die Innovationsprämie wird verlängert.

Der Boom beim Absatz von E-Autos soll weiter gehen - und muss aus Sicht der Politik weitergehen, um Klimaziele schaffen zu können. Zu einem zentralen Förderinstrument kommt nun ein wichtiges Signal.

Berlin (dpa) - Wer ein neues Elektroauto kaufen will, hat nun Klarheit: Die deutlich höhere staatliche Prämie wird bald bis Ende 2025 verlängert - bisher ist sie bis Ende 2021 befristet.

Das Bundeswirtschaftsministerium kündigte an, die Verlängerung solle in Kürze vorgenommen werden, geplant sei dies für Juli, spätestens August. Im Autohandel sorgte dies für Erleichterung.

«Es war höchste Zeit, die Verunsicherung sowohl im Automobilhandel als auch bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern abzuräumen», sagte der Vizepräsident des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe, Thomas Peckruhn. Denn wer heute ein E-Fahrzeug bestelle, müsse mit Lieferfristen rechnen, die bis ins Jahr 2022 reichen.

Die Verlängerung der sogenannten Innovationsprämie war eigentlich schon bei einem «Autogipfel» Ende November beschlossen worden. Die Umsetzung dauerte aber. Der «technische Prozess» solle jetzt zügig abgeschlossen werden, sagte ein Ministeriumssprecher.

Um mehr E-Autos auf die Straße zu bringen, war vor einem Jahr die bestehende Kaufprämie (Umweltbonus) über eine «Innovationsprämie» erhöht worden - der Bund hatte seine Förderung beim Kauf eines Elektrofahrzeugs verdoppelt. Seitdem steigen die Neuzulassungen deutlich. Auch die Hersteller beteiligen sich am Umweltbonus. E-Autos spielen eine Schlüsselrolle in der Strategie der Bundesregierung, um Klimaziele im Verkehr zu erreichen.

Die Verdopplung des Bundesanteils bei der Kaufprämie habe einen deutlichen Schub bei der Elektromobilität gebracht, erklärte Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU). Laut Ministerium können für Elektrofahrzeuge, die weniger als 40.000 Euro Nettolistenpreis kosten, bis zu 9000 Euro als Fördersumme beantragt werden. Für Hybrid-Autos sind es 6750 Euro. Für Elektrofahrzeuge über einem Nettolistenpreis von 40 000 Euro sind es bis zu 7500 Euro Förderung bei reinen Elektrofahrzeugen und bis zu 5625 Euro bei Hybrid-Autos. Die Anträge werden vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) bearbeitet.

Im ersten Halbjahr 2021 seien bereits mehr Prämien in Anspruch genommen als im ganzen vergangenen Jahr, insgesamt 1,25 Milliarden Euro, so Altmaier. «Es wird in diesem Jahr eine Rekordförderung für Elektroautos geben. Deshalb haben wir auch in der Koalition beschlossen, die Förderung fortzusetzen bis Ende 2025, damit der Markthochlauf der Elektromobilität weiter an Fahrt gewinnt.»

Im Haushaltsentwurf der Bundesregierung für 2022 ist für die Innovationsprämie 2,1 Milliarden Euro eingeplant. Bafa-Präsident Torsten Safarik sagte, im ersten Halbjahr 2021 seien 273 000 Fahrzeuge beantragt worden, schon jetzt mehr als im gesamten Vorjahr.

Die Präsidentin des Verbands der Automobilindustrie, Hildegard Müller, nannte die Prämie einen wichtigen Schub für den Ausbau der Elektromobilität und damit zur Erreichung der Klimaziele. ADAC-Verkehrspräsident Gerhard Hillebrand sagte: «Es ist gut, dass mit der Verlängerung der Innovationsprämie nun doch Planungssicherheit für Verbraucher besteht und kurzfristige Unsicherheiten über den Fortbestand und die Höhe der Förderung beseitigt sind.»

Beim Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe hieß es, der Verband habe bereits im Frühjahr sowohl beim Bafa als auch beim Wirtschaftsministerium immer wieder auf die Dringlichkeit der zeitnahen Verlängerung hingewiesen. Bisher habe es keine Rechtssicherheit gegeben, ob und wenn ja, in welcher Höhe die Innovationsprämie weitergezahlt werden würde. Der Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller forderte, es müsse nun auch die durchgehende Finanzierung des Umweltbonus bis Ende 2025 sichergestellt werden.

Die Ankündigung zur Prämie kommt in einer Zeit des tiefgreifenden Wandels der Autobranche. Immer mehr Hersteller kündigen an, sich in zentralen Märkten mittelfristig vom Verbrennungsmotor verabschieden zu wollen. So sagte Opel-Chef Michael Lohscheller am Donnerstag, Opel wolle bis zum Jahr 2028 in Europa vollständig elektrisch sein. Deutsche Automarken dominieren bei E-Fahrzeugen auf ihrem Heimatmarkt. Im ersten Halbjahr wurden in Deutschland gut 312 000 reine Elektroautos und Plug-in-Hybride neu zugelassen. Das war jeder vierte bis fünfte Wagen.

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