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"Wer ein großes Problem hat, ist ein Versager": Die harten Karrieretipps von Wolfgang Grupp für Führungskräfte und die, die es werden wollen

·Lesedauer: 3 Min.
Trigema-Chef Wolfgang Grupp in seiner Fabrik in Burladingen.
Trigema-Chef Wolfgang Grupp in seiner Fabrik in Burladingen.

Wolfgang Grupp verstand es schon immer, sein Unternehmen Trigema ins Zentrum medialer Berichterstattung zu rücken. Zuletzt hat er das im "Corona-Frühling" im März 2020 unter Beweis gestellt, als er seine Fabriken kurzerhand nicht mehr Polohemden und Sportbekleidung herstellen ließ, sondern auf die Produktion von Mundschutzmasken umpolte. 2,3 Millionen Masken habe er damals gefertigt, sagt er im Interview mit Business Insider. "Danach war ich froh, dass wir wieder zu unserer normalen Produktion übergehen konnten."

Im Gespräch mit Business Insider verrät der Schwabe, warum die Krise an der Unternehmenskultur nicht viel geändert habe und weshalb er Home Office ablehnt. Auch spricht er über sein Misstrauen gegenüber Bewerbern aus großen Metropolen und Karriereleitern, die fast ausschließlich intern erklommen werden können.

"Habe schon vor 51 Jahren alle Wände einreißen lassen"

Von Anglizismen wie "New Work" hält Grupp nicht viel, daraus macht er auch keinen Hehl. Auf die Frage, ob die Praktiken, die sich hinter dem Wortpaar verbergen, auch bei Trigema gelebt werden, sagt der Firmenchef: "New Work? Ich habe schon vor 51 Jahren, als ich in das Unternehmen kam und wir alle in Einzelbüros saßen und noch niemand den Begriff Großraumbüro kannte, alle Wände einreißen lassen, weil ich so nicht arbeiten konnte."

Der Firmenchef brauche seine Leute um sich herum, sitze deshalb auch mittendrin. Nur so könne er schnelle Entscheidungen treffen und seine Leute dabei einbinden. "Meine Mitarbeiter erwarten, dass gravierende Entscheidungen von mir getroffen werden. Alle Entscheidungen sind aber von meinen Mitarbeitern mit entschieden und vor allem werden sie auch mitgetragen. Wenn der Mitarbeiter hinter der Entscheidung steht, wird er auch alles tun, damit die Entscheidung nicht zum negativen wird."

Auch in der Corona-Krise hat Grupp seine Angestellten weitestgehend nicht in die Heimarbeit geschickt. "Für mich ist Home Office nicht machbar", sagt er. Das liege zum einen daran, dass die Näherinnen nun einmal nicht von zu Hause aus die Maschinen bedienen könnten, mit denen die Polo-Hemden hergestellt werden. Auch müsse alles "täglich entschieden werden und dies ist mit Home Office nicht möglich", so Grupp.

Diejenigen, die sich dem Betrieb und seinem Chef hingeben, können jedoch steile Karrieren machen. Vorausgesetzt, sie kommen nicht von allzu weit her.

Jede Führungskraft hat ganz unten angefangen

Denn Bewerber aus fernen Bundesländern und großen Städten beäugt Grupp misstrauisch. Ihm sei schon immer klar gewesen, "wenn jemand sich zum Beispiel aus Hamburg bei uns bewirbt und meint er sei Top und dennoch in Hamburg keine Möglichkeit bekommt, dann muss er auch nicht unbedingt zu uns nach Burladingen kommen". Denn wenn er wirklich so "Top" wäre, dann "hätte er ja längst in Hamburg eine Stelle erhalten." Grupp habe schon immer gewusst, "dass gute Leute nicht nach Burladingen wollen, sondern eher in die Großstäde".

Wer also eine Führungsposition im Geschäft wolle, müsse als Lehrling anfangen: "Bei Trigema ist es so, dass alle leitenden Leute ursprünglich Lehrlinge waren. Die kennen wir und bei denen können wir die besten aussuchen und diese erreichen die Führungspositionen, weil sie konstant Leistung bringen!", so der 78-jährige Firmenchef. "Somit wissen bereits die Lehrlinge, dass sie die Chance haben, je nach Leistung, auch später ganz oben zu sitzen".

Eines müssten die Anwärter auf die leitenden Positionen bei Trigema jedoch verstehen. Probleme zu verstecken ist beim selbsternannten "größten deutschen Hersteller von Sport- und Freizeitkleidung" keine Option: "Probleme sind nicht zum Diskutieren, sondern zum Lösen da. Wer zu mir mit einer Frage kommt, geht mit einer Antwort!". Wer ein großes Problem habe, so Grupp zu Business Insider, "ist für mich generell ein Versager, denn jedes Problem war klein und hätte er es als kleines gelöst, hätte er kein großes!"

Dieser Artikel erschien bei Business Insider bereits im Februar 2021. Er wurde nun erneut geprüft und aktualisiert.

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