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Nach Gerücht um Schließung des Kult-Clubs: Diese Männer stecken hinter dem Berghain und so viel Verlust haben sie gemacht

Die Schlange vor dem Berghain ist berühmt - und berüchtigt. - Copyright: picture alliance/dpa | Kay Nietfeld
Die Schlange vor dem Berghain ist berühmt - und berüchtigt. - Copyright: picture alliance/dpa | Kay Nietfeld

Es liegen harte Tage hinter Berliner Techno-Fans. Erst machte die Meldung die Runde, dass der beliebte Club Berghain Ende dieses Jahres schließt. Er ist bekannt für lange Schlangen und Wartezeiten, strikte Einlass-Regeln, wilde Fetisch-Partys und Techno-Musik. Auf dem Ranking des "DJ Mags" schaffte es das Berghain auf Platz zwölf der besten Clubs der Welt in diesem Jahr.

Die Nachricht über die Schließung verbreitete sich schnell. Der Berliner "Tagesspiegel" griff die Meldung auf, auch "NTV" schrieb über das drohende Aus des Kult-Clubs. Einige Tage später dann die Entwarnung: Das Berghain bleibt offen, der vermeintliche Insider dementierte seine Nachricht selbst.

Tanzende Menschen in einem Club mit violetter Beleuchtung
Tanzende Menschen in einem Club mit violetter Beleuchtung

Dabei hätte die Meldung über die Schließung durchaus Sinn ergeben und sich in eine Reihe von Schließungen eingefügt. Denn: Zum Berghain gehörten bis vor Kurzem nicht nur der Club, sondern auch das Label Ostgut Ton und eine Booking-Agentur namens Ostgut Booking. Allerdings haben bei dem Label schon vergangenen Dezember die Platten aufgehört, sich zu drehen. Auch mit der Booking Agentur ist bald Schluss: Bis Ende dieses Jahres sollen acht Mitarbeiter entlassen werden.

Wenig bekannt über die Männer hinter dem Berghain

Sowohl das Label, die Agentur und der Club selbst firmierten laut den jeweiligen Impressen unter der Berghain OstGut GmbH. Geschäftsführer sind Norbert Thormann und André Jürgens. Während sie in der Techno-Szene bekannt sein dürften, findet man im Internet kaum etwas über sie – lediglich die Einträge im Handelsregister als Geschäftsführer der Berghain Ostgut GmbH.

Daraus geht zumindest hervor, dass Jürgens erst seit 2017 Co-Geschäftsführer der Berghain Ostgut GmbH ist. Thormann hingegen hatte das Berghain zusammen mit Michael Teufele im Jahr 2004 gegründet.

 - Copyright: Business Insider
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2017 war für Teufele aber Schluss mit Techno und er schied aus dem gemeinsamen Unternehmen aus – obwohl es durchaus gut lief bei dem Club. 2015 erwirtschaftete das Unternehmen beispielsweise einen Gewinn von mehr als 633.000 Euro, ein Jahr später kletterte er auf über eine Million Euro. Die Jahre danach war der Gewinn zwar rückläufig (2017 waren es 787.000 und 2018 nur noch 457.702 Euro), er stieg 2019 aber wieder auf mehr als eine Million Euro und 2020 auf rund 2,7 Millionen Euro Gewinn. 2021 musste das Berghain allerdings einen Verlust von rund 86.000 Euro hinnehmen.

Thormann und Teufele waren schon alte Bekannte, bevor sie 2004 zusammen das erste Mal die Metalltüren des Berghains öffneten. Zusammen betrieben sie Ende der 90er und Anfang der 2000er Jahre "einen der wildesten Clubs", wie ihn das Magazin "ID" beschreibt. Sein Name findet sich auch in der heutigen GmbH wieder: Ostgut. Der Club habe Techno-Nächte, aber auch die Fetisch-Party "Snax" beherbergt, so "ID". 2003, also ein Jahr bevor die beiden das Berghain eröffneten, musste das Ostgut schließen, weil das Grundstück verkauft worden war.

Thormann ist Eigentümer der Berghain Ostgut GmbH

Beim Berghain scheint Thormann für diesen Fall allerdings vorgesorgt zu haben. Seit 2011 ist er Geschäftsführer einer weiteren Gesellschaft, der Rue70 GmbH. Deren Zweck: "der Erwerb und die Verwaltung des Hausgrundstückes in der Rüdersdorfer Straße 70 in 10243 Berlin", das steht im Handelsregister. Auf besagtem Grundstück steht das Berghain. Ob ihm die Rüdersdorfer Straße 70 mittlerweile gehört, ist unklar. Bis 2017 war auch hier Michael Teufele Mit-Geschäftsführer. Über eine weitere Gesellschaft, die Northor GmbH, ist Thormann außerdem Eigentümer der Berghain Ostgut GmbH.

Das Grundstück könnte in Zukunft also noch Gewinn einbringen, auch wenn der Club schließen sollte. Derzeit haben Berghain-Fans aber anscheinend keinen Grund zur Sorge. Die "härteste Tür der Hauptstadt" wird für viele wohl noch weiterhin eine beliebte Herausforderung im Nachtleben sein.